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München - Hertha BSC fliegt nach einer katastrophalen Defensivleistung gegen Eintracht Braunschweig aus dem DFB-Pokal. Alexander Schwolow und Bruno Labbadia finden klare Worte.

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Hertha BSC kann den Traum vom Pokalfinale im eigenen Stadion auch in dieser Saison frühzeitig begraben.

Die Berliner unterlagen in der 1. Runde des DFB-Pokals nach einer defensiv katastrophalen Leistung mit 4:5 (2:3) bei Eintracht Braunschweig und setzten damit nach einer Serie von Testspielniederlagen ihre schwache Form nahtlos fort. Erstmals seit 2012 schied Hertha in der ersten Pokalrunde aus, fünf Gegentore im Pokal setzte es zuletzt 2003.

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Der Zweitliga-Aufsteiger ließ sich auch von einem zweimaligen Ausgleich nicht beeindrucken und gewann nach einer starken Leistung nicht unverdient. (DFB-Pokal: LIVETICKER zum Nachlesen)

"Wir haben uns selber geschlagen. Wir konnten unsere individuellen Fehler in der Defensive nicht auffangen. Die Tore waren teilweise Slapstick", meinte Hertha-Coach Bruno Labbadia bei Sky. "Das ist schwer zu erklären. Der Gegner hat es ordentlich gemacht, aber nicht mehr. Wir haben es klar im Griff gehabt und hatten etliche Torchancen, das ist eine brutal harte Niederlage."

Der auch von anderen Vereinen umworbene Martin Kobylanski war mit einem Dreierpack (2., 44., 67.) der Mann des Spiels, hinzu kamen ein Eigentor von Maximilian Mittelstädt (17.) und ein Tor von Suleiman Abdullahi (73.). Kobylanski vergab noch einen Elfmeter, traf aber im Nachschuss zum 3:2.

Schwolow patzt bei erstem Gegentor

Hertha glich durch Dodi Lukebakio (22.) und dem starken Matheus Cunha (29.) zum 2:2 und durch Peter Pekarik zum 3:3 aus (65.), geriet jedoch jeweils kurze Zeit später wieder in Rückstand. Der Anschluss von Lukebakio kam zu spät (83.).

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"Wir haben einen neuen Trainer und viele neue Jungs. Das kann man einen Umbruch nennen. Wir versuchen, eine Einheit zu werden. Wir haben eindrucksvoll gezeigt, dass wir füreinander da sind. Jetzt können wir uns fünf Minuten feiern lassen", sagte Matchwinner Kobylanski nach dem Spiel.

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Der neue Torwart Alexander Schwolow gab den hochambitionierten Berlinern keine Sicherheit, beim 0:1 durch einen Freistoß ins Torwarteck sah der Ex-Freiburger schlecht aus.

"Das war ein Albtraumspiel. Alles lief schief, was schief laufen kann. Es war furchtbar, eine Katastrophe für uns. Das ist sehr, sehr bitter. Das erste Gegentor passt zum Spiel", meinte Schwolow.

Labbadia wechselt trotz Gegentor-Flut erst spät

Vor 500 Zuschauern war zwar über weite Strecken die reifere Spielanlage des Bundesligisten zu erkennen, doch was Zweikampfhärte und Einsatzwillen anging, waren die Norddeutschen klar im Vorteil. "Ihr müsst mehr draufgehen", rief Labbadia einmal fast flehentlich Richtung Spielfeld.

Trotzdem ließ er sich mit den Wechseln reichlich Zeit und tauschte erst nach dem fünften Gegentor erstmals das Personal aus. "Wir sind enttäuscht. Du kannst keine fünf Tore kassieren, so gut wie jeder Schuss war ein Treffer. Wir haben individuell nicht gut verteidigt", sagte der Trainer.

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Labbadias Gegenüber Daniel Meyer sagte: "Wir sind in einem Entwicklungsprozess, beide Mannschaften haben viele Fehler gemacht. Wir wollten einen großen Fight liefern. Das war von der Leidenschaft und dem Mut her heute überragend." Nach dem Spiel feierten die Braunschweiger mit ihren Fans und machten einen Laola-Welle.

Mainz dreht nach Rückstand auf

Der FSV Mainz 05 hat dagegen im zweiten Freitagsspiel das Aus vermieden.

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In der heimischen Opel-Arena lag Mainz zur Halbzeit gegen den Regionalligisten TSV Havelse mit 0:1 in Rückstand, gewann jedoch noch deutlich mit 5:1. Jean-Philippe Mateta (57., 79., 90.) und die Joker Adam Szalai (77.) und Robin Quaison (85.) drehten das 0:1 durch Noah Plume (17.) noch in einen verdienten Sieg.

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Vor allem in der ersten Hälfte enttäuschte Mainz, das im Tor auf Robin Zentner statt auf Florian Müller setzte, aber auf ganzer Linie. Nach dem Seitenwechsel drehten die 05er auf und hatten gegen den immer stärker nachlassenden Gegner keine Probleme mehr. (DFB-Pokal: Ergebnisse und Spielplan)

"In der ersten Halbzeit waren wir viel zu langsam und hatten zu viele Ballverluste", sagte FSV-Verteidiger Daniel Brosinski: "In der zweiten Hälfte war es besser, da waren wir viel zielstrebiger. Das 1:1 war der Dosenöffner."

TSV-Coach Jan Zimmermann meinte: "Ich bin enttäuscht, dass wir den Ausgleich durch einen Standardsituation kriegen. Die Jungs hatten heute Mut, auch wenn nicht alles perfekt lief."

Mainz bildet Spalier für Havelse

Nach dem Spiel überraschten die Mainzer mit einer tollen Geste: Sie stellten sich im Spalier auf und beklatschten die viertklassigen Gegenspieler beim Verlassen des Stadion-Innenraums.

Mainz hatte im Vorfeld der Partie zwei Testspiele wegen positiven Corona-Tests innerhalb der Mannschaft absagen mussten. Gegen Havelse fehlten drei Profis wegen Corona-Infektionen. In der Vorsaison war der FSV in der ersten Runde beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern gescheitert. 

Wie zehn andere unterklassige Klubs hatte Havelse sein Heimrecht abgegeben. Grund dafür waren die Corona-Auflagen, die von den Vereinen nicht umgesetzt werden können. Die Partie in der Mainzer Arena fand vor 1000 Zuschauern statt.

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mit Material vom Sport-Informations-Dienst (SID)