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Berlin - Leverkusen startet bei der Finalpleite gegen Bayern mit Kai Havertz als alleiniger Spitze - Trainer Peter Bosz muss sich Kritik gefallen lassen.

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Es war eine Entscheidung, die nicht wenige verwundert zurückließ.

Peter Bosz ließ Kai Havertz im Endspiel gegen den FC Bayern München (2:4) von Anfang an als alleinige Spitze im Sturmzentrum ran.

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Der Edeltechniker fand sich dort aber nur schwer zurecht, konnte sich gegen die starke FCB-Abwehr nicht wirklich entfalten. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Wieso aber setzte Bayer-Trainer Bosz lieber auf Havertz in der Spitze, statt auf einen der beiden etatmäßigen Stürmer Lucas Alario oder Kevin Volland?

Der CHECK24 Doppelpass mit Jochen Schneider und Thomas Berthold am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Falsche Position für Havertz? Kritik von Berthold und Matthäus

Alario, der in 35 Pflichtspielen für Bayer zwölf Treffer erzielt hatte, und Volland, der in 38 Spielen ebenfalls zwölf Buden erzielte, saßen zunächst nur auf der Bank. Dafür gab es Kritik von den Experten.

"Havertz ist keine falsche Neun. Vorne zentral bringt er gar nichts", erklärte Weltmeister Thomas Berthold im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1: "Seine Stärken sind hinter der Spitze. Das hat man auch in der zweiten Halbzeit gesehen. Ich frage mich auch, in einem Spiel, in dem du nichts zu verlieren hast - warum dann so eine Hasentaktik? Stell einen Stürmer vorne rein, Havertz hintendran... "

Lothar Matthäus war ähnlicher Meinung wie sein Weltmeister-Teamkollege von 1990. "Vielleicht war das zu mutlos. Ich hätte Havertz lieber eine Position weiter hinten gesehen", sagte der Rekordnationalspieler bei Sky.

DFB-Pokal Pur - Der Weg ins Finale und die Highlights von Leverkusen vs. Bayern am Sonntag ab 9.30 Uhr im TV auf SPORT1

Darum brachte Bosz Havertz ganz vorne

Bosz, der mit Leon Bailey, Moussa Diaby und eben Havertz auf Schnelligkeit bei Kontern setzen wollte, erklärte nach dem Spiel seine taktische Ausrichtung.

"Wir haben mit drei schnellen Spielern gespielt und wollten den Ball hinter die Kette legen. Bayern fängt immer aggressiv an und macht früh Druck nach vorne. Da geben sie einem viele Räume. Wir wollten diese mit schnellen Spielern nutzen", meinte der Trainer: "Hinterher ist es immer leicht etwas zu sagen, was man besser hätte machen können. Auch in der ersten Halbzeit, wo wir nicht gut gespielt haben, hatten wir unsere Möglichkeiten, wenn der letzte Pass angekommen wäre."

Weil es zur Pause aber schon 0:2 stand und die Rot-Schwarzen in der Offensive harmlos wirkten, steht Bosz jetzt in der Kritik.

Volland vergibt zwei dicke Chancen

Erst in der zweiten Halbzeit wurde die Werkself stärker, als der Holländer Volland für Nadiem Amiri brachte. Volland legte allerdings einen unglücklichen Auftritt hin, strahlte zwar viel Torgefahr aus, ließ aber auch zwei dicke Chancen aus.

Bosz erklärte: "Die Niederlage ist enttäuschend. Wenn man in einem Finale steht, will man auch gewinnen. Bayern war in den entscheidenden Momenten besser und erfahrener."

Havertz per Elfmeter erfolgreich

Im zweiten Durchgang agierte Havertz (nur 44 Ballkontakte und 44 Prozent gewonnene Zweikämpfe) dann auf der Spielmacherposition und war ein wenig auffälliger. Werbung in eigener Sache betrieb der 21-jährige Shootingstar gestern allerdings nicht.

Immerhin: Sein abgezockter Elfmeter (der erste Torschuss im Spiel) zum 2:4 in den linken Winkel war ein starkes Statement. Auf die Leistung seines Schützlings, der immer wieder mit einem Wechsel in Verbindung gebracht wird, wollte Bosz nicht eingehen.

"Wir sind alle sehr enttäuscht, dass wir als Mannschaft nicht die Leistung gebracht haben, wie wir das gerne sehen und die wir bringen können", sagte der 56-Jährige: "Und dann werde ich hier nicht einen Spieler beurteilen."

Er könne sich darüber hinaus nicht vorstellen, dass das verlorene Endspiel die Abschiedsvorstellung den Jungstars war. "Nein, das glaube ich nicht", sagte der Holländer auf Nachfrage.

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Havertz weg? Treffen in den nächsten Tagen

Englischen Medienberichten zufolge macht der FC Chelsea in Sachen Havertz ernst. In den nächsten Tagen wird sich die Havertz-Seite mit Bayer zusammensetzen und alle Karten auf den Tisch legen.

Leverkusens Sportchef Rudi Völler, der mindestens 100 Mio. Euro für den Nationalspieler will, sagte vor dem Endspiel bei Bild: "Wir haben eine Vereinbarung. Wenn es passt, kann er auch diesen Sommer gehen."

Pokalsieger Bayern hat indes Abstand von einer Verpflichtung genommen. "Ich sage es ganz klar: Das wird uns finanziell in diesem Jahr nicht möglich sein", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge im exklusiven SPORT1-Interview.