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Bayer Leverkusen steht im DFB-Pokalfinale. Bei Außenseiter 1. FC Saarbrücken wird die Werkself ihrer Favoritenrolle gerecht. Im Finale gibt es nur ein Ziel.

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Auf eine Pokalgala war Kerem Demirbay gar nicht scharf.

"Ich bin ganz ehrlich, mir war es relativ egal, ob wir das Spiel wirklich gut gestalten. Mir ging es nur darum, ins Finale zu kommen. Das haben wir geschafft und ich bin stolz darauf", sagte der Mittelfeldstratege, der Bayer Leverkusen mit drei Torvorlagen beim 3:0 (2:0)-Erfolg den Weg ins DFB-Pokalfinale ebnete. Und das Märchen von Außenseiter 1. FC Saarbrücken beendete.

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"Vorneweg müssen wir dem Gegner genug Respekt erweisen. Sie haben es bis hierhin sehr gut gemacht. Aber es ist Halbfinale, da spielt es keine Rolle ob Viertligist oder Bundesligist", ergänzte Demirbay in der ARD

Alle Highlights und Analysen der Halbfinals im DFB-Pokal in "DFB-Pokal Pur" und "DFB-Pokal Analyse" am Donnerstag ab 18.45 Uhr im TV auf SPORT1

Hradecky wünscht sich Eintracht im Finale

Moussa Diaby (11.) versetzte den Träumen der Saarländer früh einen Dämpfer, Lucas Alario (19.) baute die Führung wenig später aus. Der zur Pause eingewechselte Karim Bellarabi (58.) legte im zweiten Durchgang nach. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Das Team von Trainer Peter Bosz zog damit zum vierten Mal ins Pokalendspiel ein und trifft am 4. Juni in Berlin entweder auf den FC Bayern oder Eintracht Frankfurt (DFB-Pokal: FC Bayern - Eintracht Frankfurt. Mittwoch ab 20.45 Uhr im LIVETICKER). (Spielplan und Ergebnisse)

"Ich werde mir das angucken, mache ein Bierchen auf und drücke meiner Eintracht die Daumen", hoffte Leverkusens Keeper Lukas Hradecky bei Sky auf ein Wiedersehen mit seinen alten Kollegen. Und auf den ersten Leverkusener Titel seit dem Pokalsieg 1993: "Im Finale kann alles passieren, egal wie der Gegner heißt."

Auch sein Trainer Peter Bosz richtete bereits den Blick auf den 4. Juli in Berlin. Er habe seiner Mannschaft unmittelbar nach dem Abpfiff gesagt, "dass man ein Finale spielt, um das auch zu gewinnen. Das wird der nächste Auftrag!"

Kwasniok hadert: "Haben mit Wattebällchen geworfen"

Die Saarländer, die es als erster Viertligist bis ins Halbfinale geschafft hatten, haderten vor allem mit den frühen Gegentoren.

"Wir sind natürlich unfassbar enttäuscht. Wir haben alles gegeben. Unser Matchplan sah natürlich anders aus. Dann kriegen wir zwei solche Eier-Tore. Am Ende war der Respekt zu groß. Wir wissen, dass wir Großes geleistet haben", sagte Saarbrückens Torhüter Daniel Batz. "Wir treffen uns jetzt noch im Hotel, genießen noch mal den Abend, feiern ein bisschen, so gut das geht bei aller Enttäuschung. Und dann geht es in den wohlverdienten Urlaub."

FCS-Trainer Lukas Kwasniok ergänzte: "Wir wollten alle Waffen ziehen und haben mit Wattebällchen geworfen."

Bayer beginnt dominant und ebnet früh den Weg

Beim Geisterspiel im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen bestimmte Leverkusen in der Anfangsphase wie erwartet das Geschehen. Die Saarbrücker, die nach jahrelangen Bauarbeiten am Ludwigspark zu Beginn der neuen Saison wohl in ihr Heimatstadion zurückkehren können, versuchten es mit gelegentlichen Nadelstichen.

Diese Taktik ging nicht lange auf. Nach guter Vorarbeit von Kerem Demirbay traf der Franzose Diaby für die Gäste. Die Leverkusener, die ohne ihren verletzten Topstar Kai Havertz (muskuläre Probleme) und Lars Bender auskommen mussten, blieben auch nach der Führung konzentriert.

Drei Tage nach der Niederlage in der Liga gegen Bayern (2:4) war der Mannschaft von Trainer Peter Bosz anzumerken, dass sie die Finalchance nutzen wollte. Die Saarbrücker, die seit dem 7. März (0:1 bei Astoria Walldorf) kein Punktspiel mehr bestritten hatten, konnten nur ihren Kampfgeist entgegensetzen. Das zweite Tor für Bayer lag in der Luft, der Argentinier Alario traf dann schließlich.

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Danach ließen die Leverkusener etwas ruhiger angehen, verschnaufen konnten die Saarbrücker aber nicht. Das Team von Coach Lukas Kwasniok befand sich fast ausschließlich in der Defensive. Paulinho konnte die Chancen zum dritten Tor zweimal nicht verwerten (38. und 39.).

Saarbrücken wird mutiger

Zu Beginn des zweiten Durchgangs trauten sich die Gastgeber etwas mehr zu. An der Überlegenheit der Leverkusener änderte sich aber nichts. Bayer vergaß allerdings zunächst, das dritte Tor nachzulegen. Dieses Manko beseitigte der eingewechselte Bellarabi nach Vorarbeit Demirbays.

Nach dem Treffer schaltete Leverkusen einen Gang zurück. Zudem nahm Bosz weitere Wechsel vor, um einen Teil seiner Stammspieler für das Punktspiel am Sonntag bei Schalke 04 zu schonen. Nach rund einer Stunde hatte der Trainer schon viermal getauscht, darunter litt das Spiel merklich.

Leverkusen legte keinen gesteigerten Wert mehr auf ein weiteres Tor und verwaltete den Vorsprung. Der FCS konnte das allerdings nicht ausnutzen. Das Spiel hatte kaum noch Höhepunkte zu bieten. Erst in der 77. Minute vergab Paulinho wieder eine große Möglichkeit.