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Das Bundesliga-Wochenende stand im Zeichen von Fanprotesten. Die Frage, die bleibt: Was passiert, wenn beide Teams den Platz verlassen - und nicht wiederkommen?

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Fußball-Deutschland beschäftigt seit diesem Wochenende die drängende Frage: Wie soll das mit den Fanprotesten weitergehen? Was wird uns noch erwarten?

Der FC Schalke 04 hat am Sonntag dahingehend eine mögliche Richtung vorgegeben.

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"Sollten am kommenden Dienstag oder auch bei zukünftigen Spielen derartige Vorkommnisse in der Veltins-Arena sichtbar werden, wird unsere Mannschaft den Platz verlassen - ungeachtet der Spieldauer, des Resultats oder etwaiger Konsequenzen", teilte der Klub mit.

Heißt: Selbst wenn die Königsblauen im Pokalspiel gegen den FC Bayern in Führung liegen sollten, wird ein Spielabbruch in Kauf genommen.

Schiedsrichter sollen alle Mittel ausreizen

"Ein Spielabbruch sollte nur erfolgen, nachdem alle zumutbaren Mittel, das Spiel fortzusetzen, erschöpft sind."

So ist es dazu in den Fußball-Regeln des DFB unter dem Punkt 5 "Schiedsrichter - zusätzliche Erläuterungen des DFB" zu lesen.

Alle Mittel ausreizen heißt im Falle der Vorkommnisse des Wochenendes einem klar vorgegebenen Ablauf zu folgen.

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Das ist der Drei-Stufen-Plan der FIFA

Der viel zitierte Drei-Stufen-Plan, oftmals als Plan des DFB deklariert, wurde im Sommer 2019 von der FIFA als Richtlinie für Diskriminierungen in Fußball-Stadien herausgegeben.

Dieser sieht im Falle "diskriminierender Vorfälle" folgendes Vorgehen vor:

  • Stufe 1: Kurze Unterbrechung des Spiels, so dass auch der Stadionsprecher zur Unterlassung der Störungen aufrufen kann
  • Stufe 2: Die Spieler sollen "für einen angemessenen Zeitraum" in die Kabine geschickt werden und der Stadionsprecher eine letzte Warnung verkünden
  • Stufe 3: Abbruch des Spiels als letzte Konsequenz bei weiteren Vorfällen

Bayern hätte trotz 6:0 verloren

Das Erreichen der letzten Eskalationsstufe wollten beim Spiel zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern in Sinsheim alle Beteiligten vermeiden.

In diesem Fall hätte Schiedsrichter Christian Dingert einen Bericht anfertigen müssen, der beim DFB-Sportgericht gelandet wäre. Dieses hätte dann entscheiden müssen, wer der schuldhafte Verursacher des Abbruchs gewesen wäre.

Ein Urteil, das in diesem Fall wohl eindeutig ausgefallen wäre, schließlich wurden die beiden Hass-Banner in der Kurve der Bayern-Ultras enthüllt. Die Konsequenz: Bayern hätte das Spiel am grünen Tisch verloren, es wäre mit 2:0 für Hoffenheim gewertet worden.

Auch bei Union Berlin gegen den VfL Wolfsburg war ohne Mühe auszumachen, aus welcher Ecke (Union-Ultras) die Proteste kamen.

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Solidarisieren sich Schalke und Bayern?

Was aber, wenn der schuldhafte Verursacher nicht so einfach auszumachen ist?

Was passiert, wenn beispielsweise beim Pokalspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern beide Fanlager erneut Banner präsentieren und sich infolgedessen beide Mannschaften gemeinsam dazu entscheiden, den Platz zu verlassen - und nicht wiederzukommen?

Wiederholungsspiel trotz des ohnehin schon (viel zu) engen Spielplans? Womöglich in Form eines Geisterspiels, was wiederum den Bestand der von den Ultras so verhassten Kollektivstrafe erfüllt?

Eine Frage, mit der sich DFB und DFL womöglich früher beschäftigen müssen, als ihnen lieb ist.