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München - Der FC Bayern zittert sich ins Viertelfinale des DFB-Pokals. In einer Hinsicht stellt Hansi Flicks Team jedoch alle europäischen Top-Klubs in den Schatten.

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Zugegeben: Die Defensive der TSG Hoffenheim machte es dem FC Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals nicht allzu schwer, in die Runde der letzten Acht einzuziehen.

Beim 1:1 bugsierte Benjamin Hübner den Ball direkt selbst über die eigene Torlinie, beim 2:1 der Münchner ließen die Gäste Thomas Müller entwischen.

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Vor dem 3:1 waren sich Torwart Philipp Pentke und Hübner nicht einig, Kevin Akpoguma schaute anschließend staunend zu, wie Robert Lewandowski den Abpraller seelenruhig ins verwaiste Tor köpfte - genauso wie die gesamte Hoffenheimer Hintermannschaft beim 4:1 nach einem Eckball.

TSG profitiert von Münchner Fehlern

Spannend machten es die Münchner lediglich selbst durch späte Unzulänglichkeiten in der eigenen Abwehrarbeit. In der Offensive aber bestätigte sich einmal mehr, was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hatte: Der Rekordmeister befindet sich aktuell in einem beinahe beängstigenden Torrausch.

Zahlen gefällig?

Die letzten acht Pflichtspiele entschieden die Münchner allesamt für sich - mit einem Torverhältnis von 30:7!

Seit der letzten Niederlage Anfang Dezember bei Borussia Mönchengladbach erzielten Robert Lewandowski und Co. nur in einem Spiel weniger als drei Tore, beim 2:0 gegen den VfL Wolfsburg kurz vor Weihnachten.

Bayern das torhungrigste Team Europas

Und die vielleicht beeindruckendste Statistik: Seit Hansi Flicks Amtsantritt Anfang November hat sein Team in 14 Pflichtspielen sage und schreibe 48 Treffer verbucht. Das sind im Schnitt 3,43 Tore pro Spiel - und damit laut Datendienstleiter Opta mehr als alle anderen Teams in Europas Top-Ligen.

"Wir sind offensiver ausgerichtet, wir erspielen uns viele Chancen", lobte Sportdirektor Hasan Salihamidzic schon vor dem Spiel gegen Hoffenheim in der ARD, Flick mache seine Sache "sehr gut".

Allein der aufgeblühte Thomas Müller kommt in der Ära Flick nun schon auf 16 Scorerpunkte (7 Tore, 9 Assists), die Spielidee des Trainers scheint jedoch zu den Vorstellungen seiner gesamten Sturmreihe zu passen. "Offensiv macht es sehr viel Spaß. Wir schießen drei, vier Tore pro Spiel", schwärmte Serge Gnabry nach dem Weiterkommen in der ARD.

Was den Bayern-Verantwortlichen jedoch nicht gefallen haben dürfte, war die fahrlässige Schlussphase, in der Hoffenheim vor allem dank zweier Joker-Tore von Munas Dabbur noch einmal für Spannung bis zur letzten Sekunde sorgte.

"Wir müssen über die Fehler reden"

Er sei "zufrieden, dass wir wenig Tore bekommen", hatte Flick bei der Pressekonferenz am Dienstag noch betont, die Bayern hätten "eine gute Absicherung und machen es im Moment sehr gut".

Davon war gegen die TSG ab der 80. Minute jedoch nicht mehr viel zu sehen, das gestanden sich auch die Spieler selbst anschließend ein.

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"Wir hatten es gut im Griff und haben sie dann noch mal ins Spiel kommen lassen", haderte Gnabry und forderte: "Wir müssen über die Fehler reden. Wir wissen, dass wir es anders zu Ende hätten spielen müssen."

Bereits am Sonntag steht für die Bayern der nächste Härtetest an, dann gastiert der Tabellenzweite RB Leipzig zum Bundesliga-Topspiel beim Spitzenreiter in der Allianz Arena. (Bundesliga: FC Bayern - RB Leipzig, So. ab 18 Uhr im LIVETICKER)

Hainer ruft CL-Titel als Ziel aus

Nach den darauffolgenden Pflichtaufgaben beim 1. FC Köln und gegen den SC Paderborn wartet Ende Februar zudem das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Chelsea.

Der FC Bayern wolle eine Mannschaft aufbauen, die baldmöglichst wieder den Titel in der Königsklasse holen solle, erklärte FCB-Präsident Herbert Hainer am vergangenen Wochenende bei einem Fanklub-Besuch.

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"Schließlich haben wir 2022 das Finale zu Hause - und spätestens da wollen wir gewinnen", kündigte Hainer an.

Zumindest mit seiner Offensive - allen voran Robert Lewandowski, der nach 29 Pflichtspielen nun schon bei 35 Saisontoren steht - muss sich der Bayern-Boss vor Europas Konkurrenz schon jetzt nicht verstecken.