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Frankfurt am Main - Julian Nagelsmann lässt Timo Werner im Pokal in Frankfurt lange auf der Bank. Der Plan des Trainers geht nicht auf, Stefan Effenberg äußert bei SPORT1 Kritik.

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Timo Werner hatte die Chance, der Geschichte des Pokalspiels eine andere Wendung zu geben.

Nach einer Hereingabe von der rechten Seite tauchte der Nationalstürmer drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit im Strafraum frei vor Kevin Trapp auf.

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Werner musste den Ball direkt nehmen, ihm bleib keine andere Alternative. Doch mit der Innenseite verzog der 23-Jährige deutlich.

Stattdessen machte in der Nachspielzeit auf der anderen Seite Filip Kostic den 3:1-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig und damit Werners bitteren Abend perfekt.

Nagelsmanns Werner-Plan geht schief

Denn zu Spielbeginn saß Werner etwas überraschend auf der Bank. Julian Nagelsmann gab Patrik Schick und Yussuf Poulsen in der Sturmspitze den Vorzug.

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"Im Spiel vor zehn Tagen hat sich Frankfurt extrem gut auf Werner eingestellt und das Verteidigungsverhalten auf ihn ausgelegt. Wir hatten nicht so viele Räume, wie wir gerne gehabt hätten", erklärte Nagelsmann vor der Partie bei SPORT1.

Werner mache sehr viele Spiele und viele Sprints. "Heute hat er die Chance, Kraft zu tanken, als Joker hineinzukommen und die Räume zu nutzen", erhoffte sich der 32-Jährige.

Doch Nagelsmanns Plan ging schief. Denn Räume hatte nach der frühen Führung durch André Silva (17./Handelfmeter) eher die Eintracht, erst recht nach dem 2:0 durch den überragenden Kostic (51.).

Werner an Anschlusstor mitbeteiligt

Bis zur 62. Minute schmorte Werner auf der Bank, ehe ihn Nagelsmann in dem Wissen, dass sein taktischer Plan nicht wirklich aufgegangen war, für Konrad Laimer auf den Platz schickte.

Beim Anschlusstreffer in der 69. Minute war der Nationalstürmer dann direkt beteiligt, als er einen Pass von Winter-Neuzugang Angelino klug durch seine Beine ließ.

Der lauernde Dani Olmo setzte seinen Schuss präzise ins rechte Eck. So bewies Nagelsmann zumindest ein glückliches Händchen, da auch Olmo nach der Pause eingewechselt wurde.

Effenberg kritisiert Nagelsmann

Insgesamt konnte Werner allerdings kein wirkliches Schlussfeuer entfachen. Die schwierig zu verwertende, für einen Mann von Werner Qualitäten aber dennoch verwertbare Chance kurz vor dem Ende war dafür symptomatisch.

SPORT1-Experte Stefan Effenberg machte dafür aber auch Nagelsmann verantwortlich.

"Ich habe nicht verstanden, dass er nicht von Anfang an gespielt hat", kritisierte der 51-Jährige: "Auch für den Spieler selbst ist das schwierig zu verstehen. Du hast den Anspruch, immer zu spielen."

Effenberg erkannte in der ein oder anderen Situation, dass Werner "in seiner Körpersprache und auch in seiner Ausstrahlung damit nicht einverstanden war."

Leipzig wiederholt Fehler

Fragen warfen auch die Fehler im Leipziger Spiel auf, die sowohl Poulsen als auch Nagelsmann nach Abpfiff monierten.

"Gefühlt die gleichen Fehler wie vor zwei Wochen", erklärte Poulsen mit Blick auf die Leipziger Liga-Pleite gegen Frankfurt (0:2): "Das müssen wir einfach besser machen."

Nagelsmann meinte: "Wir hatten gute Chancen in der Anfangsphase. Frankfurt hatte keine Chance bis zum Elfmeter. Danach hat es mich an das Spiel von vor zwei Wochen erinnert."

Doch warum macht die Mannschaft die gleichen Fehler erneut? Nagelsmann hatte versucht, sein Team nach dem ersten Frankfurt-Spiel aufzurütteln, seine Spieler deutlich kritisiert. Die Trainingsleistungen anschließend stellten den Trainer zwar zufrieden, im Topspiel gegen Gladbach (2:2) zeigten die Leipziger Licht, aber besonders vor der Pause auch viel Schatten.

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Bayern wartet

Nun folgte die über weite Strecke uninspirierte Vorstellung in Frankfurt.

"Wir haben die Schlüsse aus dem ersten Spiel gezogen. Wir wussten, dass Nagelsmann etwas anders machen wird. Wir wollten rotieren und den Gegner etwas überraschen", erklärte Eintracht-Trainer Adi Hütter bei SPORT1, nachdem er seinen Kollegen erneut entzaubert hatte.

Ausgerechnet jetzt wartet auf RB der Liga-Gipfel beim FC Bayern München. Hier sollte Nagelsmanns Taktik sitzen - sonst gerät plötzlich auch der zweite Titeltraum in Gefahr.