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Bremen - Der BVB findet im Pokalfight bei Werder Bremen zu spät Zugriff und scheidet zum dritten Mal in Folge früh aus. Hat sich Coach Favre bei seiner Aufstellung verzockt?

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Um 22.41 Uhr platzte einer von drei Dortmunder Titelträumen wie kleine Seifenbläschen!

Der DFB-Pokalsieger von 2017 unterlag mit 2:3 (0:2) bei Krisenklub Werder Bremen und flog damit zum dritten Mal in Folge im Achtelfinale raus. Wie schon vor 364 Tagen scheiterte der Pott-Klub an Bremen. Im Vorjahr gab es das Aus nach Elfmeterschießen (5:7), jetzt die Pleite in der regulären Spielzeit.

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Nach Schlusspfiff schlurften die BVB-Spieler zunächst in die Gästekurve und verschwanden dann - teilweise wortlos – vorbei an den Reportern in die Kabine. Manuel Akanji? Wollte nichts sagen. Julian Brandt? Auch nicht! Und Marco Reus reagierte trotz mehrfacher Nachfrage erst gar nicht. Die Akteure in den schwarz-gelben Trikots waren total bedient.

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"Ihr könnt Euch sicher denken, wie die Stimmung bei uns in der Kabine war", sagte Marwin Hitz, der überraschenderweise für Stammkeeper Roman Bürki im Tor stand. "Wir müssen das alles jetzt erstmal sacken lassen."

Selke staubt gegen Hitz ab

Der Ersatzmann sah gleich beim frühen 1:0-Abstauber durch Werder-Rückkehrer Davie Selke (17.) schlecht aus, ließ den Ball von Milot Rashica unglücklich nach vorne abklatschen. "Ich sehe da nicht gut aus, wollte den Ball zur Seite abklatschen lassen", gesteht Hitz.

Die Bremer, die in der Liga gegen den Abstieg kämpfen, trumpften mit großer Leidenschaft auf, zwangen den BVB - angetrieben vom frenetischen Publikum - immer wieder zu Fehlern. Dan-Axel-Zagadou, Nico Schulz und Manuel Akanji fielen durch teilweise haarsträubende Abspielfehler auf, wurden oft von ihren Gegenspielern überlaufen.

Beim 0:2 klärte Marco Reus nach einer Ecke zu kurz - Leonardo Bittencourt hielt drauf und erzielte den Treffer des Abends. Hitz: "Nach dem frühen Rückstand mussten wir uns fangen und kriegen dann so ein Traumtor. Dann weißt du: jetzt brauchst du drei Tore."

Hummels sagte nach dem Spiel zerknirscht am Sky-Mikrofon: "Wir haben uns das selbst zuzuschreiben. Wir haben eine Mannschaft, die nicht vor Selbstvertrauen strotzt, nicht vor genügend Probleme gestellt und sie damit ins Spiel geholt. Wir haben es ihnen leicht gemacht, aggressiv zu verteidigen und das Publikum mitzunehmen."

Favre wechselt auf vier Positionen

Dem BVB fehlte gegen aggressive Bremer über weite Strecken der Zugriff. Hatte sich Lucien Favre mit seiner Rotation verzockt? Im Vergleich zum 5:0-Heimsieg gegen Union Berlin tauschte der BVB-Trainer seine Mannschaft gleich auf vier Positionen. Der Schweizer nahm Bürki, Raphael Guerreiro, Lukasz Piszczek und Wunderstürmer Erling Haaland raus.

Dafür spielten Hitz, Zagadou, Schulz und Thorgan Hazard. Neuzugang Emre Can schaute bis drei Minuten vor Schluss nur zu.

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Ohne den robusten Stürmer Haaland fehlte den Dortmundern vorne die Durchschlagskraft und der nötige Zielspieler. Erst mit Anpfiff der zweiten Halbzeit wurde der Winter-Zugang unter Beifall der mitgereisten Dortmund-Fans eingewechselt – und brachte sofort Dampf in die Partie. Der Norweger holte gleich einen Freistoß raus (46.), animierte seine Mitspieler immer wieder zum Mitmachen. In der 68. Minute traf der 19-Jährige dann zum 1:2-Anschluss - es war sein achter Treffer im vierten BVB-Spiel.

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Anschlusstreffer kommt zu spät

Favre stellte die Abwehr nun von einer Dreier- auf eine Viererkette um, ließ in der Schlussphase im 4-1-4-1-System spielen. Bremen konterte den BVB in Form von Rashica allerdings aus - 3:1 (70.).

In der besten Dortmunder Phase brachte der erst 17-jährige Giovanni Reyna mit einem herrlichen Schlenzer den 2:3-Anschlusstreffer (78.). Der kam allerdings zu spät.

Zum dritten Mal in Folge ist für den BVB im Pokal-Achtelfinale Endstation.