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München - Niko Kovac und der FC Bayern stehen vor entscheidenden Wochen. Die Stammelf scheint in Stein gemeißelt, zwangsweise gibt es dabei nicht nur Gewinner.

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Für Niko Kovac hat Ostern eine besondere Bedeutung. Wichtiger als Weihnachten seien jene Feiertage für ihn und seine Familie.

Vor einem Jahr ging es beim Trainer des FC Bayern aber nur wenig besinnlich zu. Glaubt man dem kicker, unterschrieb der 47-Jährige am Osterwochenende den Vertrag bei seinem neuen Arbeitgeber in der bayerischen Landeshauptstadt.

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Dort hat er Ende April noch die Aussicht auf zwei Titel. In der Bundesliga liegen die Münchner nach wie vor einen Punkt vor dem BVB, im DFB-Pokal geht am Mittwoch gegen Werder Bremen (DFB-Pokal: Werder Bremen - FC Bayern, Mi. ab 20.45 Uhr im LIVETICKER).

Die sportliche Situation dürfte Kovac also keine Sorgenfalten auf die Stirn treiben, doch Kovac hat wie so oft personelle Baustellen zu moderieren. Denn wie bei einem derartigen Kader kaum zu vermeiden, gibt es aus unterschiedlichen Gründen Frustpotenzial.

Leon Goretzka:

Der ehemalige Schalker spielt eine starke Premierensaison in München. Goretzka kommt bislang auf 37 Pflichtspieleinsätze (acht Tore/sechs Vorlagen) und ist ein fester Bestandteil der Münchner Zukunftsplanungen.

In der Gegenwart muss er sich aber hinter Kovacs gesetztem spanisch-deutschen Mittelfeld-Herz anstellen. Javi Martínez, Thiago und Thomas Müller sind seit der Partie gegen Dortmund erste Wahl.

"Leon hat eine tolle Entwicklung genommen. Er hat sehr viele Tore gemacht und toll gespielt", lobte Kovac seinen Schützling, deutete aber auch an, dass er den Anpfiff auch in den kommenden Partien eher von der Bank erleben wird.

"Wir haben ihn und James gegen Dortmund rausgenommen, wegen einer taktischen Entscheidung. Diese Entscheidung hat ein 5:0 gebracht. Warum sollte ich was ändern?", erläuterte Kovac am Donnerstag.

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James Rodríguez:

Der Kolumbianer ist ein Dauerthema - auch weil seine Zukunft nach wie vor ungeklärt ist. Bis zum 15. Juni muss sich der FC Bayern entscheiden, ob er die Kaufoption in Höhe von 42 Millionen Euro zieht.

Wie die Sport Bild letzte Woche berichtete, drängt der 27-Jährige auf eine Entscheidung. Wie diese ausfallen wird, hängt laut Präsident Uli Hoeneß vor allem von Kovac ab.

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Zuletzt rotierte der Bayern-Coach seinen Spielmacher mit dem feinen linken Fuß wieder aus der Mannschaft. Gegen Dortmund kam er gar nicht zum Einsatz, gegen Düsseldorf nur zu einem zehnminütigen Auftritt, gegen Bremen fehlte er angeschlagen.

Für das erneute Aufeinandertreffen mit Werder steht er nun wieder zur Verfügung, wird aber aller Voraussicht nach wie Goretzka erneut auf der Bank sitzen.

"Die Spieler, die hier spielen, sind gute Spieler. Ich bin froh, dass beide gut drauf sind. Wir werden sie sicherlich in den nächsten Tagen und Wochen brauchen und einsetzen", rief Kovac zur Geduld auf.

Renato Sanches:

Kovac war vor der Saison von den Verantwortlichen der Münchner dazu auserkoren, Rückkehrer Sanches "hinzubiegen".

Nachdem er anfangs viel rotierte, bekam der Portugiese auch deutlich mehr Einsatzzeit. Aktuell ist aber außen vor.

"Ich bin jung, ich will einfach mehr spielen", erklärte Sanches nach seinem Kurzeinsatz gegen Werder Bremen auf SPORT1-Nachfrage und schloss eine Leihe im Sommer nicht aus.

Doch wie denkt sein Trainer darüber? "Es ist nicht einfach für ihn. Er trainiert fleißig, wie alle anderen auch. Was in der neuen Saison passiert, steht aktuell hinten an", sagte Kovac auf SPORT1-Nachfrage.

"Zu allem, was im Sommer passiert, werden wir uns nach dem letzten Spiel unterhalten und uns zusammensetzen", erklärte der 47-Jährige - und machte ihm nur wenig Hoffnung auf mehr Einsatzminuten im Saisonendspurt.

"Die Mannschaft spielt gut. Jeder Einzelne auf dem Feld macht seine Sache gut. Deswegen ist es nicht einfach, einen erfolgreichen, guten Spieler rauszunehmen", sagte Kovac: "Er muss darauf warten, dass es Situationen gibt, in denen man sagt: Jetzt brauchen wir ihn. Das Ergebnis gibt es im Moment vor. Die Mannschaft ist im Moment gefestigt."

Gut möglich, dass die Münchner Sanches im Sommer ziehen lassen werden.

Arjen Robben:

Spielt er überhaupt noch einmal für den FC Bayern? Der Niederländer selbst äußerte zuletzt öffentlich Bedenken.

Seit Ende November 2018 ist der Rechtsaußen nicht mehr einsatzfähig und plagt sich mit verschiedensten Verletzungen herum.

Vergangene Woche konnte er erstmals wieder mit gesteigertem Pensum sein Individualtraining absolvieren, nun ließ Kovac leisen Optimismus durchklingen.

Arjen Robben (r.) hofft auf einen letzten Einsatz für den FC Bayern unter Niko Kovac
Arjen Robben (r.) hofft auf einen letzten Einsatz für den FC Bayern unter Niko Kovac © Getty Images

"Ich habe eben mit ihm gesprochen, um einfach mal zu hören, wie er sich fühlt. Er fühlt sich besser, klingt sehr viel optimistischer als vor ein paar Tagen", sagte der ehemalige Frankfurt-Trainer.

"Aber ich will das nicht besser machen, als es ist. Erst, wenn er auf dem Platz ist, werde ich glücklich sein. Aber heute die Aussage war sehr, sehr schön anzuhören", ergänzte Kovac.

Kurzfristig ist der 35-Jährige natürlich noch kein Thema, zumindest das Szenario des Abschieds durch die Hintertür ist nun aber weniger bedrohlich.