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Dortmund - Dritte Runde, dritte Verlängerung, kein dritter Triumph - Borussia Dortmund scheitert nach einem Achtelfinal-Pokal-Krimi im Elfmeterschießen an Werder Bremen 5:7.

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Der erste Titeltraum von Borussia Dortmund ist geplatzt.

Der souveräne Bundesliga-Spitzenreiter unterlag Werder Bremen mit Elfmeterkiller Jiri Pavlenka im DFB-Pokal in einer packenden Begegnung mit 2:4 im Elfmeterschießen und scheiterte zum zweiten Mal in Folge im Achtelfinale. Nach Verlängerung hatte es 3:3 gestanden.

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Kapitän Max Kruse sorgte mit dem entscheidenden Strafstoß für die erste Dortmunder Heimniederlage im Pokal seit zehn Jahren. Auch damals hatten die Bremer im Achtelfinale triumphiert.

Milot Rashica (5.), Claudio Pizarro (108.) und Martin Harnik (119.) hatten für Bremen vor der Entscheidung vom Punkt getroffen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Favre: "Es ist ärgerlich"

"Es ist ärgerlich, dass wir im Pokal raus sind", erklärte BVB-Trainer Lucien Favre. "Schade, dass wir das 3:3 nicht verhindern konnten. Wir werden unser Spiel genau analysieren."

Völlig begeistert äußerte sich dagegen Bremen-Trainer Florian Kohfeldt: "Ich hatte schon ruhigere Abende. Aber das ist ein schönes Gefühl. Wir sind immer wieder zurückgekommen und haben an uns geglaubt."

Reus angeschlagen raus

Der Ausgleich von Marco Reus (45.+3) sowie die zwischenzeitlichen Führungstreffer durch Christian Pulisic (105.) und Achraf Hakimi (113.) waren für den viermaligen Pokalsieger schlussendlich zu wenig. Kapitän Reus blieb nach der Pause zudem mit muskulären Problemen im Oberschenkel in der Kabine.

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Favre hatte angesichts der hohen Belastungen in Meisterschaft, Pokal und Champions League zwar personelle Wechsel angekündigt, doch eine Umstellung hatte er nicht geplant.

Debüt von Oelschlägel 

Torhüter Eric Oelschlägel gab sein Profi-Debüt, da Roman Bürki und Marwin Hitz wegen eines Infekts kurzfristig ausfielen. Der 23 Jahre alte Oelschlägel war vor der Saison von der Bremer Zweitvertretung nach Dortmund gewechselt.

Beim Führungstor des sechsmaligen Pokalsiegers vor 81.365 Zuschauern war er aber machtlos.

Frühe Führung durch Rashica

Einen scharf getretenen Freistoß von Max Kruse lenkte Rashica ins Tor. Die ersatzgeschwächten Dortmunder, die auch auf Jadon Sancho, Marcel Schmelzer (beide Infekt) und Lukasz Piszczek (Fußschmerzen) verzichten mussten, reagierten druckvoll auf den Rückstand. Mario Götze verpasste den Ausgleich mit der Hacke aber knapp (14.).

Die Gastgeber, die in den ersten beiden Pokalrunden die Zweitligisten Fürth und Union Berlin erst nach Verlängerung bezwungen hatten, blieben in der Folge spielbestimmend.

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Den Schwarz-Gelben fehlte aber etwas die Präzision. Bremen blieb zudem gefährlich. Rashica verpasste seinen zweiten Treffer (32.), bei einem Freistoß von Kruse zeichnete sich Oelschlägel erstmals aus (43.).

Alcacer ersetzt Reus

In der Nachspielzeit kam Dortmund zum verdienten Ausgleich. Reus zirkelte den Ball aus 18 Metern unhaltbar für Pavlenka ins Netz. Es war die letzte Aktion des Nationalspielers, der in den vergangenen neun Pokalspielen an elf Toren beteiligt war. Reus wurde durch Paco Alcacer ersetzt.

Der spanische Torjäger rückte in die Spitze, Götze übernahm die Reus-Position im offensiven Mittelfeld.

Nach dem Wechsel suchte Dortmund zunächst vergeblich eine Lücke in der Bremer Abwehr, in der der Ex-Borusse Nuri Sahin überraschend die zentrale Position in der Dreierkette bekleidete. Ohne Reus und Sancho mangelte es dem BVB-Spiel an Tempo. 

Bremen setzte nur noch vereinzelt Nadelstiche. Der auffällige Kruse scheiterte bei einem der nun wenigen Gegenstöße aus der Distanz an Oelschlägel (54.). Dortmund hatte in der Folge viel Ballbesitz, aber wenig Ideen. 

Zum Ende der regulären Spielzeit nahm das Spiel noch einmal an Fahrt auf: Oelschlägel bewahrte sein Team bei einem abgefälschten Freistoß von Kruse mit einem tollen Reflex vor dem erneuten Rückstand (90.), in der Nachspielzeit setzte BVB-Innenverteidiger Ömer Toprak einen Kopfball auf die Latte.

Oldie Pizarro trifft

In der Verlängerung sorgte Pulisic für die erste BVB-Führung, Oldie Pizarro hatte die Antwort. Als Hakimi nochmals traf, schien das Spiel entschieden.

Harnik rettete Bremen kurz vor Ende der Verlängerung nach einer Ecke ins Elfmeterschießen. Dort vergaben Paco Alcacer und Maximilian Philipp auf Dortmunder Seite.