Fürth und München - Der BVB rettet sich mit zwei Last-Minute-Toren in die zweite Runde des DFB-Pokals. Die lange Nachspielzeit vor dem ersten Treffer sorgt für Aufregung.

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Als nach 120 packenden Minuten der Schlusspfiff ertönte, entlud sich der Frust am Ronhof. Lautstark. In Richtung Schiedsrichter Manuel Gräfe.

"Schieber, Schieber"-Rufe und "Ohne Schiri habt ihr keine Chance"-Gesänge wechselten sich ab. Die Fans von Greuther Fürth fühlten sich um den Sieg betrogen. (Alle Ergebnisse der 1. DFB-Pokalrunde im Überblick)

Nach 90 Minuten der regulären Spielzeit war die Sensation gegen den haushohen Favoriten Borussia Dortmund zum Greifen nah, ehe auf der Anzeigetafel am Spielfeldrand eine unheilvolle Zahl aufleuchtete: eine Fünf.

(Zu) lange Nachspielzeit?

Gräfe und sein Team entschieden auf fünf Minuten Nachspielzeit, mit dem letzten Angriff rettete Neuzugang Axel Witsel den BVB in die Verlängerung. Und das Fürther Publikum kochte.

Ihrer Meinung nach waren fünf Minuten deutlich zu lange. Eine Ansicht, die auch die Spieler der Franken nach der Partie teilten.

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"Für mich war das die eine oder andere Minute zu viel", sagte der herausragend aufgelegte Torhüter Sascha Burchert auf SPORT1-Nachfrage.  "Dortmund hatte lange genug Zeit ein Tor zu schießen, 93 Minuten sollten eigentlich ausreichen".

Auch für Teamkollege Maximilian Wittek war die Extra-Spielzeit zu üppig ausgefallen, wenngleich er wie sein Torhüter betonte, dass der Schiedsrichter die Partie nicht entschieden habe.

Fürths Co-Trainer Oliver Barth, der für seinen Chef Damir Buric auf der Bank einsprang, hatte an der Last-Second-Niederlage sichtlich zu knabbern.

"Es ist bitter, wenn man so spät bestraft wird. Die Jungs haben alles investiert, was in ihnen steckt. Wir hatten Dortmund am Rande einer Niederlage und es ist natürlich sehr schade, dass es am Ende nicht für eine Sensation gereicht hat", klagte der frühere Freiburg-Profi am Sky-Mikrofon.

Reus kann Ärger verstehen

Selbst Dortmunds Siegtorschütze Marco Reus, der mit seinem Tor in der 120. Minute den Gastgebern den zweiten sehr späten und letztlich endgültigen Nackenschlag verpasste, konnte die entstandene Diskussion verstehen.

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"Wir nehmen natürlich alles mit. Aber aus Sicht von Greuther Fürth kann man nachvollziehen, dass sie vielleicht sauer sind. Aber das liegt nicht in unserer Macht", sagte Dortmunds Kapitän in der ARD.

Die angesprochene Macht oblag in diesem Fall Schiedsrichter Gräfe. Es war nicht das erste Mal, dass der Referee in der Schlussphase eines bedeutenden Spiels in den Fokus rückte.

In der Abstiegsrelegation 2014/2015 sprach Gräfe dem Hamburger SV in der Nachspielzeit des Rückspiels gegen den Karlsruher SC einen strittigen Freistoß zu.

Der HSV verwandelte damals, rettete sich in die Verlängerung und bezwang den KSC dann durch einen späten Siegtreffer. In Karlsruhe ist Gräfe seitdem ein rotes Tuch. Auch in Fürth werden sie ihn nicht in allerbester Erinnerung behalten.