Der SC Paderborn will den FC Bayern aus dem DFB-Pokal werfen © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago/Heinemann

München - Im Viertelfinale des DFB-Pokals empfängt Paderborn den Rekordmeister. SPORT1 nennt sechs Gründe, warum der Außenseiter es gegen den FC Bayern packen kann.

von Christopher Mallmann

Die Bayern und der DFB-Pokal. Eine Liebesbeziehung, ist man geneigt zu sagen. 18 Mal gewannen die Münchner den Pott - kein Verein holte den Pokal öfter.

Wenn der FC Bayern also am Abend in Paderborn antritt, um es dort im Viertelfinale mit dem SC aufzunehmen (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER), könnte die Favoritenrolle kaum klarer verteilt sein. 

Dennoch schöpft Paderborn  nicht völlig unbegründet Hoffnung auf eine Pokal-Sensation.

SPORT1 nennt sechs Gründe für eine Sensation.

1. Rasen noch schlimmer als in Mainz

In der Benteler-Arena herrschen Platzverhältnisse vor, die jenseits von Gut und Böse sind. Im vergangenen Drittliga-Spiel gegen die Sportfreunde Lotte offenbarte sich dieser Umstand aufs Neue.

Und auch die Bayern fürchten sich vor dem, was sie erwartet. "Ich schät­ze nicht, dass ein grü­ner Tep­pich aus­ge­rollt wird", sagte Thomas Müller ironisch. "Es könnte ähnliche Platzverhältnisse wie in Mainz geben."

Bereits darüber hatte sich Sportdirektor Hasan Sa­li­ha­mid­zic beklagt. In Paderborn wird es mutmaßlich noch schlimmer.

2. Auch Paderborn hat das Bayern-Gen

Wenn die Bayern auf Paderborn treffen, treffen sie zugleich auf drei Spieler, die einst in ihren Reihen standen. Dabei handelt es sich um Leopold Zingerle, Leon Fesser und Matthias Stingl.

Zingerle arbeitete sich von der Bayern-Jugend bis hoch zur zweiten Mannschaft, ehe er über Greuther Fürth in Ostwestfalen zur Nummer 1 wurde.

Fesser kam direkt aus der zweiten Bayern-Mannschaft zu Paderborn, Stingl aus dem U19-Team.

"Leon hat gegen Lotte zum ersten Mal von Anfang an gespielt und eine sehr gute Leistung gebracht. Matthias ist noch sehr jung, hat aber auch schon den einen oder anderen Einsatz hinter sich. Beide sind auf einem guten Weg", erklärt Paderborns Sportchef Markus Krösche.

Alle tragen das Bayern-Gen in sich und sind prädestiniert, das Spiel des Rekordmeisters zu durchschauen. 

3. Zeit für die nächste Sensation

In den vergangenen Jahren ließen sich die Münchner zwar nicht von unterklassigen Teams bezwingen. Doch dass sie gegen diese verlieren können, zeigt der Blick zurück.

Zuletzt passierte es am 4. Februar 2004, als der FCB im Viertelfinale am damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen scheiterte (1:2).

Drei Jahre später gab es an gleicher Stelle eine erneute Packung (2:4), damals war Aachen allerdings sogar für ein Jahr Bundesligist.

Am 1. November 2000 setzte es sogar eine Pleite gegen einen Oberligisten. Der 1. FC Magdeburg rang damals die übermächtigen Bayern im Elfmeterschießen mit 5:3 nieder - in der 2. Runde.

Und bereits 1990 musste der FC Bayern beim FV Weinheim (0:1) und 1994 beim TSV Vestenbergsgreuth (0:1) bittere Pokal-Blamagen verkraften.

4. Paderborner Heimstärke

Die Benteler-Arena ist zwar nicht das größte Stadion der Welt, doch kann es eine großartige Stimmung entfachen. Eine Stimmung, die den SC zum Sieg zu peitschen vermag.

Zehn Siege holten die Paderborner in der 3. Liga zu Hause, spielten einmal remis und mussten nur eine Niederlage hinnehmen.

Im DFB-Pokal warfen sie nacheinander die höherklassigen FC St. Pauli, VfL Bochum und FC Ingolstadt raus.

"Wir werden genauso selbstbewusst auftreten wie in der Liga und in den Pokalspielen davor", kündigt Sportchef Krösche bei SPORT1 an: "Wir haben nichts zu verlieren, jedes Spiel hat seine eigene Geschichte."

5. Der Hummels-Fluch

Bayerns Abwehrchef hat bereits einige schlechte Erfahrungen gegen unterklassige Gegner gemacht.

"Ich bin mal mit Dortmund in Offenbach und Osnabrück rausgeflogen. Die waren zu dem Zeitpunkt jeweils Tabellenführer in der 3. Liga", erinnert sich Hummels.

Auch Paderborn ist aktuell Erster in der 3. Liga. "Ich weiß leider, dass da was anbrennen kann", sagt der Bayern-Verteidiger.

Da die Partie um 18.30 Uhr ausgetragen wird, kann sie nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen werden.  

Die Bayern könnten dadurch weniger motiviert sein und ihr Spiel unbewusst etwas schleifen lassen. 

6. Der Trainer weiß, wie man Bayern schlägt

Gutes Omen für Paderborn: SC-Trainer Steffen Baumgart hat als Spieler mit Hansa Rostock drei Mal gegen den FC Bayern gewonnen. Nun will er mit Paderborn Sieg Nummer vier einfahren.

"Wir wollen nach vorne und offensiv spielen", kündigte Baumgart am Montag an.

"Es hat uns ausgezeichnet, den Gegner früh zu attackieren und mutig zu sein. Das wollen wir auch gegen Bayern machen."