München - Für Niklas Süle hätte die Hinserie beim FC Bayern München kaum besser laufen können. Sein Trainer hat dafür eine gute Erklärung parat.

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Den Wechsel von Niklas Süle zum FC Bayern haben viele im Sommer nicht verstanden.

Immerhin war der Verteidiger unumstrittener Stammspieler beim Vorjahresvierten 1899 Hoffenheim und Confed-Cup-Sieger mit der Nationalmannschaft.

Und dann setzt er sich freiwillig dem Konkurrenzkampf mit dem WM-Duo Mats Hummels und Jerome Boateng aus und nimmt einen Platz auf der Münchner Ersatzbank und damit das WM-Aus in Kauf?

Nach der Hinrunde kann Süle über solche Expertenurteile nur noch grinsen. Denn für den 22-Jährigen hätte das erste halbe Jahr beim deutschen Rekordmeister kaum besser laufen können.

Der 1,95 Meter-Mann kommt bisher auf 20 Pflichtspieleinsätze, weil Jupp Heynckes in der Abwehrzentrale immer wieder rotieren lässt.

Heynckes-Lob: "Ein guter Junge"

"Es ist schön, drei Klasse-Innenverteidiger zu haben", sagt der Trainer vor dem Pokalkracher gegen Borussia Dortmund (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) und lobt den 20-Millionen-Einkauf:

"Wenn Niklas gespielt hat, hat er mit kleinen Abweichungen gut bis sehr gut gespielt. Er entwickelt sich sehr gut, das sieht man dann an seinen Leistungen. Was mir vor allem gefällt ist: Wenn ich ihm etwas sage, versucht er immer, das umzusetzen. Das ist ein sehr guter Einkauf des FC Bayern. Ein guter Junge!"

Der angesichts von elf Punkten Vorsprung zur Winterpause an der Tabellenspitze schon von seinem ersten Meistertitel bei den Senioren träumen darf.

Erste Meisterschaft das erklärte Ziel

"Ich würde gerne in meiner ersten Saison die Meisterschaft holen", sagt Süle im Interview mit SPORT1. Allerdings sieht er das nach den Problemen zu Saisonbeginn keinesfalls als sicher an:

"Jetzt haben wir uns zurückgekämpft und haben ein gutes Polster, worauf wir uns aber nicht ausruhen dürfen. Deshalb müssen wir in der Rückrunde genauso weitermachen."

Auch das Double ist drin, denn vor der Weihnachtspause kann mit Borussia Dortmund noch der größte Rivale im DFB-Pokal schon im Achtelfinale rausgeworfen werden. Es ist bereits der zweite schwere Brocken nach RB Leipzig, wo die Bayern in der letzten Runde erst im Elfmeterschießen die Oberhand behielten.

"Wir hatten zwei harte Lose, das haben wir uns etwas anders gewünscht. Aber wir nehmen das so an und versuchen, in die nächste Runde einzuziehen", erklärt Süle.

"Das Ziel von Bayern München ist es, im Finale in Berlin zu sein. Es wird ein wichtiges Spiel werden für beide Teams, darauf können sich die Zuschauer freuen."

Gute Erinnerungen an Duelle mit dem BVB

Immerhin hat der 20-Millionen-Neuzugang im FCB-Trikot nur gute Erinnerungen an die Duelle mit den Schwarz-Gelben. Beim 3:1-Triumph im Signal Iduna Park Anfang November zeigte Süle über 90 Minuten eine überzeugende Vorstellung.

Beim Supercup-Finale in Dortmund im August leitete er nach seiner Einwechslung mit einem Latten-Kopfball kurz vor Schluss noch das Eigentor von Roman Bürki zum 2:2 ein und erzielte dann im Elfmeterschießen den Siegtreffer zum 5:4.

Mindestens ebenso großen Anteil an beiden Siegen hatte Torhüter Sven Ulreich, der zweimal zum großen Münchner Rückhalt avancierte und im Supercup nach Süles Tor den entscheidenden Strafstoß von BVB-Verteidiger Marc Bartra abwehrte.

Ulreich: "Natürlich ist es ein 50:50-Spiel"

Dennoch warnt Ulreich genau wie Süle vor zu großem Selbstbewusstsein, zumal die Gäste die letzten beiden Pokalkracher in der Allianz Arena in diesem Frühjahr sowie 2015 für sich entscheiden konnten.

"Natürlich ist es ein 50:50-Spiel", sagt Ulreich zu SPORT1.

"Nach dem Trainerwechsel ist Dortmund nicht mehr so berechenbar wie noch vor Wochen, sie haben ein neues System und man weiß auch nicht, wie selbstbewusst sie auftreten werden. Deshalb müssen wir da voll fokussiert sein und auf jeden Fall eine weitere Schippe drauflegen."