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Sotschi - Timo Werner trägt mit seinen ersten beiden Länderspieltoren wesentlich zum Halbfinal-Einzug des DFB-Teams bei. Dennoch fliegen ihm weiterhin nicht die Herzen der Fans zu.

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Joshua Kimmich hatte mitgelitten.

"Es war ja nicht ganz einfach für ihn", sagte der deutsche Rechtsverteidiger SPORT1 über Timo Werner, mit dem er schon in der Jugend des VfB Stuttgart gekickt hat.

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"Er hat in den ersten Spielen beim Confed Cup  nicht von Beginn an gespielt. Jetzt spielt er von Anfang an und macht zwei Butzen - überragend."

Das 2:0 (66.) und das 3:1 (71.) im entscheidenden Gruppenspiel gegen Kamerun gingen auf das Konto des Leipzigers. Es waren seine ersten beiden Länderspieltore im vierten Einsatz.

Sportlich also ist der erst 21-Jährige vor allem perspektivisch eindeutig eine Bereicherung für die DFB-Auswahl und hat in dieser Form auch Chancen auf die WM 2018.

Schwalbe gegen Schalke nicht vergessen

Doch an der Persönlichkeit Werner scheiden sich weiter die Geister, seit er Anfang Dezember im Bundesligaspiel gegen Schalke 04 eine Schwalbe produzierte, die es in dieser Art lange nicht mehr gegeben hatte.

Dass er den folgenden Elfmeter damals sogar noch selbst verwandelte, war seinen Sympathiewerten auch nicht zuträglich.

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"Ich habe mich schon sehr oft dazu äußern müssen und würde das Thema nun gerne ein- für allemal abschließen und nach vorne blicken", sagte er.

"Ich kann nur wiederholen, dass ich in dem Moment, in dem man als Spieler voller Adrenalin ist und innerhalb von Sekunden-Bruchteilen Entscheidungen trifft, einen Fehler gemacht und den auch eingestanden habe."

Er werde seine Lehren daraus ziehen. "Ich wünsche mir, dass man mir auch die Chance dazu gibt und mich das nicht länger begleitet."

Pfeifkonzerte in der Bundesliga

In deutschen Stadien blieb dieser Wunsch bislang unerfüllt. Selbst als er in Nürnberg für Deutschland gegen San Marino eingewechselt wurde, wurde er gellend ausgepfiffen. 

"Ich kann nur schwer verstehen, warum ein Moment, in dem ich einen Fehler gemacht habe und den ich auch eingestanden habe, mir so lange vorgehalten wird", meinte der Angreifer dazu.

Er ist dazu übergegangen, die negative Energie von den Rängen für sich zu nutzen - was aber auf viele Kritiker auch uneinsichtig wirkt. 

Vergleich mit Kobe Bryant

"Ich fahre irgendwohin, werde ausgepfiffen, aber ich mache mein Tor und wir gewinnen 1:0. Das ist dann Genugtuung genug", sagte er der Bild am Sonntag - und verblüffte mit einem Vergleich mit einer Basketball-Legende:

"Kobe Bryant wurde auch überall ausgepfiffen und war immer der Beste. Damit will ich nicht sagen, dass ich der Beste bin. Aber ein bisschen Ansporn ziehe ich schon daraus."

Etwas unglücklich wirkten seine Aussagen schon nach dem San-Marino-Spiel:  "Mein Ziel muss sein, dass die deutschen Fans irgendwann froh sind, mich im Nationaltrikot zu sehen. Dass sie sagen: Zum Glück haben wir den Jungen."

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In Russland kann sich Werner geschätzt innerhalb der Mannschaft und unbehelligt von den wenigen Anhängern auf den Fußball konzentrieren.

Nach holpriger erster Hälfte kam er mit seinem Doppelpack gegen Kamerun diesem Ziel deutlich näher - und wurde anschließend zum Man of the Match gekürt.

Kimmich hält sein Versprechen

Dabei profitierte er auch von der präzisen Flanke Kimmichs zum 2:0.

"Ich habe ihm schon vor dem Spiel gesagt, wenn er heute richtig investiert, dann lege ich ihm einen rein", verriet der Münchner SPORT1

"Er hat Wort gehalten, ich habe Wort gehalten", meinte Werner lachend dazu. 

Weit entfernt von den feindlichen Bundesliga-Stadien war es ein perfekter Abend für ihn.