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Deutschland steht beim FIFA Confederations Cup nach einem 4:1-Sieg gegen Mexiko im Finale. Löw ist stolz auf seine junge Truppe, die Spieler zeigen sich aber auch selbstkritisch. Die Reaktionen.

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Deutschland steht beim FIFA Confederations Cup nach einem 4:1-Sieg gegen Mexiko im Finale. Bundes Joachim Löw ist stolz auf seine junge Truppe, die Spieler zeigen sich aber auch selbstkritisch. Die Reaktionen.

Die Stimmen zum Spiel aus ARD und Mixed Zone.

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Joachim Löw: "Man erhofft es sich natürlich, aber wir konnten nicht erwarten, dass wir mit dieser Mannschaft das Finale erreichen würden. Die Jungs haben ein klasse Spiel gemacht und wir wussten auch, wie wichtig die Anfangsphase werden würde. Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir da sind und das ist uns super gelungen. Nach dem 2:0 haben wir dann nicht mehr die Ruhe und Coolness am Ball gehabt, deshalb habe ich Lars Stindl auf die rechte Mittelfeldseite gezogen. Danach haben wir wieder besser verteidigt. Die Mannschaft hat sich hier super entwickelt, schwierige Phasen überstanden und den nächsten Schritt gemacht. Das sind Erfahrungen, die man in Testspielen nicht sammeln kann.

... über Goretzkas Doppelpack: "Er hat vor allem zu Beginn grandios gespielt. Seine Wege mit Tempo in die Tiefe sind seine große Stärke, das hat er schon gegen Australien und in einigen anderen Spielen gezeigt. Er ist momentan in starker Form."

Antonio Rüdiger: "Gratulation an die Mannschaft, wir haben sehr gut verteidigt und stehen verdient im Finale. Nach dem 2:0 waren wir allerdings zu passiv, da fehlte uns die Aggressivität. Für mich war die Position im Zentrum der Dreierkette keine große Umstellung, vielleicht war ich etwas lauter als sonst. Aber jeder hat Verantwortung übernommen und zusammen haben wir die Probleme gemeistert. Gegen Chile müssen wir unsere Konter besser ausspielen und genauso eiskalt sein wie heute."

Goretzka: "Es war sehr wichtig, wie wir ins Spiel reingekommen sind. Wir hatten uns vorgenommen, in der Anfangsphase direkt da zu sein, weil wir in einigen Spielen zuvor auch Probleme hatten wie gegen Chile. Das haben wir dieses Mal sehr gut umgesetzt. Nach dem 2:0 haben wir es verpasst, den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen und sind zu passiv geworden. Wir haben immer gesagt, dass dieses Turnier eine gute Gelegenheit ist, sich zu präsentieren. Es macht Spaß in dieser sehr guten Mannschaft mit diesen sehr guten Einzelspielern, die einen gekonnt in Szene setzen können, zu spielen. Jetzt wollen wir uns für diese Arbeit belohnen und den Titel holen!"

... über seinen Doppelpack: "Mir wurde der Ball zwei Mal sehr gut aufgelegt, da gehört nicht mehr viel zu, den reinzuschießen."

... über Finalgegner Chile: "Ich persönlich freue mich darüber, nochmal gegen Chile zu spielen. In der Vorrunde hatten wir nach der zweiten Halbzeit alle das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Daran wollen wir nun anknüpfen und uns in der Anfangsphase nicht noch einmal so überrumpeln lassen."

Draxler: "Wir haben uns im Laufe des Turniers immer mehr gesteigert und an Selbstvertrauen gewonnen. Am Sonntag gegen Chile wollen wir nun alles geben, man spürt zwar die Beine nach dieser langen Saison, aber jeder wird sich nochmal gerne quälen - gerade wenn es um einen Titel geht."

... über seine Führungsrolle: "Nicht nur ich, sondern jeder übernimmt hier Verantwortung. Heute zum Beispiel war Leon von Beginn an da. Zwar bin ich einer der erfahrensten Spieler im Kader, aber ich spiele nicht mit lauter Kindern zusammen."

Werner: "Wir haben das Spiel schnell ins unsere Richtung gezogen. Nach dem guten Beginn haben wir dann etwas nachgelassen, am Ende aber unsere Chancen genutzt und verdient gewonnen. Wir sind zwar junge Spieler, aber an Qualität und Erfahrung mangelt es uns nicht. Die meisten von uns haben schließlich schon viele Bundesliga-Spiele auf dem Buckel. Wir haben etwas Großartiges geschafft, das hätte uns nicht jeder zugetraut."

... über Leon Goretzka: "In den ersten 10 Minute hat er alles zerbombt, was ihm vor die Füße kam. Ihm gebührt heute ein Sonderlob. Wer von uns beiden in der Torjägerliste am Ende nun ganz oben stehen wird, dürfte uns beiden relativ egal sein. Wir wollen das Turnier gewinnen."

Ter Stegen: "Nach dem guten Beginn sind wir eine halbe Stunde dem Gegner hinterher gelaufen und hatten viele Momente, wo wir nicht organisiert waren. Durch die Umstellung haben wir dann wieder mehr Zugriff auf den Gegner bekommen. Wir kennen Chile jetzt und wissen um deren Stärke. Und vielleicht steckt ihnen am Sonntag auch noch die Verlängerung gegen Portugal in den Beinen."

... über seinen Nummer-eins-Status: "Es ist immer gut, wenn du weißt, dass du spielst und das Vertrauen des Trainers hast. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft heute helfen konnte."

Stindl: "Wir sind durch den Doppelpack von Leon sehr gut ins Spiel gekommen, er zeigt schon das ganze Turnier tolle Leistungen. Aber nicht nur er, jeder nutzt hier ein Stück weit seine Chance, wenn er ran darf. Am Anfang wussten wir nicht, wie wir das Turnier einschätzen sollen, weil wir ein zusammengewürfelter Haufen waren. Aber wir haben gezeigt, was in uns steckt und freuen uns sehr über den Einzug ins Finale. Wir haben bereits gezeigt, dass wir gegen Chile mithalten können."

Marco Fabian (Mexiko): "Deutschland hat große Qualität und die Räume sehr gut ausgenutzt. Wir wissen, dass wir mit allen Teams auf der Welt mithalten können, aber manchmal sind wir überfordert und machen zu viele Fehler. Daraus müssen wir lernen."