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Sotschi - Zwei Jahre lang bekriegen sich die beiden Nationaltorhüter beim FC Barcelona. Im Finale des Confed Cups hat das Wiedersehen gerade für Bravo besondere Bedeutung.

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Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Sonntag im Finale (20.00 Uhr im LIVETICKER) auf Chile trifft, dann kommt es im Rahmen des Confed Cups bereits zum zweiten Mal zum Wiedersehen zweier Ex-Konkurrenten.

Marc-Andre ter Stegen und Claudio Bravo lieferten sich von 2014 bis 2016 einen extremen Konkurrenzkampf um das Tor beim FC Barcelona.

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Weil Trainer Luis Enrique auf keinen der beiden Klassekeeper komplett verzichten wollte, durfte Bravo damals in der Liga ran, ter Stegen blieben die Champions League und die Copa del Rey.

Des Binnenverhältnis der beiden Konkurrenten hat dadurch nachhaltig allerdings nicht gelitten.

Bravo zieht gegen ter Stegen den Kürzeren

„Am Anfang war das schwierig. Denn es ist wichtig für mich, immer zu spielen, im Rhythmus zu sein“, sagte ter Stegen jüngst der FAZ. "Es ist einfacher, die Dinge abzuhaken, wenn man immer spielt, weil man es dann schon drei Tage später wieder besser machen kann und muss."

Im Vorjahr zwangen der frühere Mönchengladbacher und sein chilenischer Rivale den Klub zu einer Entscheidung zwischen den Torhütern. Bravo wechselte daraufhin zu Manchester City, ter Stegen avancierte zum Stammtorwart und Leistungsträger Barcas.

Utopische Ablösesumme für ter Stegen

Die Belohnung: Unlängst verlängerten die Katalanen seinen Vertrag bis 2022 und garnierten sie mit einer Ausstiegsklausel von satten 180 Millionen Euro. "Die Zahl wollte der Verein, um sicherzugehen, dass damit meine Dienste auch für die nächsten Jahre gesichert sind", meint ter Stegen dazu. "Das ist in Ordnung für mich."

Es gehe im Fußball auch viel um Bestätigung. "Bestätigungen sind im Fußball ja eigentlich immer die Titel", sagt der 25-Jährige. "Aber dazu gehört auch das Vertrauen des Trainers."

Löw setzt in Russland auf ter Stegen

Das gab ihm Enrique im Verein. Nun bekommt er es als Nummer eins des Confed-Cup-Kaders auch von Bundestrainer Joachim Löw.

Nach ter Stegens starker Partie eben gegen Chile beendete Löw die Torwartrotation: "Es ist für einen Torhüter wichtig, dass er im Turnier mal zwei oder drei Spiele am Stück macht. Denn Torhüter ist schon eine besondere Position. Und der Marc ist auch schon ein bisschen länger bei uns als Bernd Leno oder Kevin Trapp."

Manuel Neuers Status im Nationalteam ist zementiert, soviel ist klar. Dahinter aber scheint sich nun der Ex-Gladbacher nun als klare Nummer zwei herauszukristallisieren.

Mit einer starken Leistung im Finale gegen die offensiv top-besetzten Chilenen würde ter Stegen wohl bereits ein Jahr vor Turnierstart sein Ticket für die WM in Russland buchen.

Bravo kündigt Heldentaten an

Das Vertrauen seines Nationaltrainers Juan Antonio Pizzi hat auch Bravo, und zwar als uneingeschränkte Nummer eins. Der 34-Jährige ist mit 114 Einsätzen Rekordnationalspieler.

Und war schon spätestens seit seinen entscheidenden Paraden im Elfmeterschießen der chilenischen Copa-America-Finals 2015 und 2016 ein Nationalheld.

Gegen Portugal kündigte er seinen Teamkollegen vor dem Shootout an, dass er "zwei, drei Elfer" parieren werde. Er hielt Wort. Nie zuvor war ein Elfmeterschießen auf diesem Level so früh beendet.

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"Claudio ist einer der besten Torhüter der Welt", feierte ihn Arturo Vidal. Diesen Eindruck scheint Klubtrainer Pep Guardiola inzwischen nicht mehr zu teilen.

Bravos Zukunft in Manchester fraglich

Nach Bravos von Patzern durchsetztem ersten Jahr in Manchester verpflichtete City für satte 40 Millionen Euro den 23-jährigen Brasilianer Ederson für den Platz zwischen den Pfosten.

Will Bravo spielen, muss er wohl wieder wechseln. Gegen Deutschland und den alten Rivalen ter Stegen (So., ab 20 Uhr im LIVETICKER und die Highlights ab 23 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) kann er sich mit einer weiteren Klasseleistung für einen neuen Arbeitgeber empfehlen.