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Sotschi - Kevin Trapp spricht bei SPORT1 über den Konkurrenzkampf der Torhüter im DFB-Team beim FIFA Confederations Cup und über seinen PSG-Teamkollegen Julian Draxler.

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Am Samstagmittag wollte der Bundestrainer noch nicht verraten, wer am Sonntag gegen Kamerun zwischen den Pfosten stehen wird.

"Wir müssen überlegen, ob wir die Rotation weiterführen oder ob wir uns auf einen festlegen", sagte Joachim Löw mit Blick auf das letzte Gruppenspiel des DFB-Teams beim FIFA Confederations Cup.

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Zum Auftakt gegen Australien stand Bernd Leno im deutschen Tor, gegen Chile dann Marc-Andre ter Stegen - der nun womöglich den Rest des Turniers als Nummer eins bestreitet.

Hält Löw jedoch an der Rotation fest, kommt Kevin Trapp zu seinem ersten Einsatz in Russland.

Im SPORT1-Interview spricht Trapp über den Kampf um die Plätze zwei und drei auf der Torhüterposition hinter Manuel Neuer, Bernd Lenos Fehler gegen Australien und über Julian Draxler, DFB-Kapitän beim Confed Cup und Trapps Teamkollege bei Paris Saint-Germain.

SPORT1: Herr Trapp, gehen Sie davon aus, dass Sie gegen Kamerun im Tor stehen?

Kevin Trapp: Ich habe mich wie auch in den anderen Spielen so vorbereitet, als ob ich spielen würde. Das ändert auch nicht viel. Die Vorbereitung ist immer dieselbe. Natürlich hoffe ich und habe das Ziel zu spielen. Aber am Ende ist es leider so, dass der Coach entscheidet.

SPORT1: Sie sagen, es ändert nichts an der Vorbereitung. Was ändert sich denn am Gefühl, wenn Sie spielen bzw. wenn nicht?

Trapp: Ich wurde auch nach meinem ersten Länderspiel gefragt, wie es denn war und ob es etwas anderes ist. Natürlich ist es eine große Ehre. Es war immer mein Ziel, Deutschland zu vertreten und Nationalspieler zu sein. Aber auf dem Platz ist es dasselbe, man hat dieselbe Aufgabe. Trotzdem ist es noch mal etwas anderes, mit der Nationalmannschaft zu spielen und an einem Turnier teilzunehmen.

SPORT1: Der Confed Cup ist bezüglich der Torhüterposition ein Aus-drei-mach-zwei. Wie hart ist der Konkurrenzkampf mit Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno?

Trapp: Wir spielen und trainieren alle auf demselben Niveau. Wir haben alle schon bewiesen, dass wir zu Recht dabei sind. Natürlich ist der Confed Cup wichtig für uns, für alle Spieler. Aber wenn wir jetzt über die WM reden sollten: Es ist immer noch ein Jahr bis zur WM. Wir haben alle noch eine lange Saison vor uns. Aber natürlich ist das für uns alle eine super Gelegenheit, uns bei einem Turnier anbieten zu können.

SPORT1: Bernd Leno hat im ersten Spiel nicht gut ausgesehen. Wie ist das, wenn man sieht, dass der Konkurrent patzt?

Trapp: Darüber denkt man nicht wirklich viel nach, weil das jedem passieren kann. Und es ist auch jedem schon passiert. Das ist leider Gottes so im Fußball. Am Ende ist wichtig, dass jeder Einzelne seine Leistung bringt. Das gilt für mich wie für alle anderen. Es bringt mir nichts, wenn ich auf andere schaue und meine Leistung nicht bringe. Das Wichtigste ist meine Leistung. Alles andere ist dann egal.

SPORT1: Manuel Neuer ist die Nummer eins in Deutschland, vielleicht sogar in der Welt. Was hat er, das Sie auch gerne hätten?

Trapp: Wir sind alle einer Meinung, dass Manu die unangefochtene Nummer eins und zu Recht Welttorhüter ist. Er hat eine extrem hohe Qualität, spielt seit vielen Jahren auf sehr hohem Niveau. Manu ist für mich einer der komplettesten Torhüter, die es gibt. Er ist fußballerisch sehr stark und kann - was am Wichtigsten ist - auch Bälle fangen und Tore verhindern. Manu ist eine absolute Ausnahme. Es ist etwas Tolles, mit so einem Torhüter trainieren zu dürfen oder ihn beim Training zu sehen. Natürlich gibt es da Dinge, die man sich abschauen kann.

SPORT1: Was denn konkret?

Trapp: Sein ganzes Torwartspiel. Das ist schon sehr beeindruckend. Es gibt für mich nicht wirklich ein Idol. Aber es gibt Torhüter, bei denen man sich etwas abschauen kann. Auch wenn ich meinen eigenen Stil beibehalten will. Aber man will sich immer verbessern. Und da gibt es eben Torhüter, die einem dabei helfen.

SPORT1: Julian Draxler ist seit einem halben Jahr Ihr Mannschaftskamerad bei Paris Saint-Germain. Wie gut ist Ihr Verhältnis?

Trapp: Man kannte sich natürlich schon aus der Bundesliga. Aber ich habe Jule erst richtig kennengelernt, seit er in Paris ist. Dort hat sich in den letzten fünf Monaten eine gewisse Freundschaft entwickelt.

SPORT1: Wie sehr hat er sich verändert, seit er Kapitän bei der Nationalmannschaft ist?

Trapp: Er hat sich dadurch nicht verändert. Jule ist in seinen jungen Jahren schon jemand, der viel Verantwortung übernehmen kann. Dabei spielt eine Rolle, dass er schon ein paar Jahre bei der Nationalmannschaft dabei ist und einige wichtige Spiele gespielt hat. Er kann das, er macht das gut.