Der Bundestrainer kann derzeit aus dem Vollen schöpfen
Der Bundestrainer kann derzeit aus dem Vollen schöpfen © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images
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München - Die deutsche Nationalmannschaft beeindruckt mit ihrer Zweitbesetzung die Fußball-Welt. Müller & Co. stehen unter Druck, für Löw entstehen Luxusprobleme.

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Die deutsche Nationalmannschaft ist als Perspektiv-Team zum FIFA Confederations Cup gereist. Von einer Lernerfahrung und Experimenten war die Rede, die Ergebnisse seien zweitrangig. 

Dennoch stürmt die deutsche Zweitbesetzung durchs Turnier, die jungen Spieler nutzen die Chance auf der großen Bühne, um auf sich aufmerksam zu machen. Spätestens nach dem souveränen 4:1 im Halbfinale über Mexiko wird deutlich: Deutschland beeindruckt die Fußball-Welt.

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Lobeshymnen aus aller Welt

Associated Press, die größte Nachrichtenagentur der Welt, schrieb: "Der große Pool an deutschen Talenten in Russland sollte den Teams, die den Weltmeister entthronen wollen, Sorge bereiten."

Die Tatsache, dass mehr als eine komplette Elf aus dem EM-Kader 2016 beim Confed Cup fehlt und gleichzeitig die U-21 auftrumpft, imponiert den Italienern. Tuttosport dazu: "Wenn man bedenkt, dass auch die deutsche U-21-Nationalmannschaft bei der EM in Polen im Finale ist, muss man sagen, dass Fußball-Deutschland in den nächsten Jahren wirklich lächeln kann."

"Dass selbst ihre geschwächte Mannschaft Spieler von Barcelona, Bayern, Manchester, Paris, Arsenal und Liverpool beinhaltet, zeigt die starke Tiefe im deutschen Fußball", schreibt die britische BBC neidvoll und spricht von einer "strahlenden Zukunft".

Lobeshymnen aus dem Mutterland des Fußballs und aller Welt auf Leon Goretzka und seine Kollegen.

Druck auf Müller & Co.

Diese hinterlassen nicht nur international Eindruck, sondern machen auch Druck auf die etablierten Nationalspieler, die bei der Generalprobe für die WM 2018 in Russland nicht dabei sind.

Elf EM-Teilnehmer, die nicht beim Confed Cup dabei sind (oben)
Elf EM-Teilnehmer, die nicht beim Confed Cup dabei sind (oben) © imFootball

Es lässt sich mehr als eine komplette Elf aufstellen aus Spielern, die bei der EM 2016 das Halbfinale erreichten, beim Confed Cup aber nicht am Start sind. Darunter Hochkaräter wie Manuel Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels, Toni Kroos, Mesut Özil, Thomas Müller und Mario Gomez.

Die fünf Erstgenannten sollten ihren Platz zwar sicher haben, doch ein Thomas Müller sollte sich lieber nicht erneut eine schwache Saison leisten wie 2016/'17 - denn die offensive Konkurrenz scharrt mit den Hufen. Im defensiven Mittelfeld drängt Goretzka auf den Platz von Sami Khedira.

Löw macht Hoffnungen

Bis zu drei neuen Spielern aus dem Kader des Confed Cups hatte Löw im Vorfeld des Turniers eine Chance gegeben, noch auf den WM-Zug mit aufzuspringen. Die erfrischende und gleichzeitig reife Vorstellung seiner Youngster wird Löw darüber nachdenken lassen, ob er diese Zahl nicht nach oben schrauben muss. "Ja! Ich hoffe es", sagte Löw dazu auf der Pressekonferenz nach dem Mexiko-Spiel.

Gleichzeitig stecken auch in der U-21-Mannschaft von Stefan Kuntz mit Serge Gnabry, Mo Dahoud oder Maximilian Philipp vielversprechende Namen, die nach ihren Wechseln womöglich den nächsten Schritt machen werden.

Beim häufig belächelten Confed Cup hat das deutsche Team alle Erwartungen übertroffen. Die Fußball-Welt blickt neidvoll darauf - und ist gewarnt.