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Sotschi - Joachim Löw ist nach der starken Leistung in Halbzeit zwei gegen Kamerun voll des Lobes für sein Team. Kerem Demirbay freut sich über sein Tor. Stimmen.

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Deutschland hat das Halbfinale des FIFA Confederations Cups erreicht. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw sicherte sich gegen Kamerun im letzten Gruppenspiel in Sotschi mit einem 3:1 (0:0) den Einzug in die Runde der letzten Vier (Tabelle der Gruppe B).

Am Donnerstag wird das Halbfinale gegen Mexiko ebenfalls in Sotschi gespielt.

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Kerem Demirbay (48.) und Timo Werner (66./81.) erzielten die deutschen Tore. Benjamin Moukandjo (78.) traf für Kamerun, das das Spiel nach einer Roten Karte für Ernest Mabouka (65.) zu zehnt beendete. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

SPORT1 fasst die Stimmen vom ZDF und aus der Mixed Zone zusammen:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Die Anspannung war zu spüren. Es ging darum, auszuscheiden, oder weiterzukommen. Den Druck hat man in der ersten Hälfte auch gemerkt, aber die zweite Hälfte hatten wir super unter Kontrolle. Ich habe die Mannschaft nochmal daran erinnert, was uns gegen Chile und Australien stark gemacht hat, dass wir uns an die Vorgaben halten, in die Tiefe gehen und den Mut haben, in die Tiefe zu spielen. In der ersten Hälfte war unser Spielaufbau ein bisschen langsam und vorsichtig. Am Anfang hat ein bisschen der Rhythmus gefehlt, aber Hochachtung und Riesen-Respekt für die zweite Hälfte, da war es eine Frage der Zeit, bis die Tore fallen."

...zum Halbfinal-Einzug: "Das ist außergewöhnlich, dass wir ins Halbfinale eingezogen sind. Die Spieler brauchen auch das Gefühl, dass sie nicht einfach nur dabei sind. Wenn so ein junger Spieler wie der Benni (Benjamin Henrichs, d. Red.) reinkommt und super Aktionen hat. Auch Amin (Younes, d. Red.) hatte super Aktionen. Das war für mich schon wichtig, dass jeder mal Spielpraxis sammelt."

...die Entscheidung pro Marc-Andre ter Stegen: "Mit der Entscheidung für ter Stegen haben wir eine Entscheidung für das Turnier getroffen."

Julian Draxler (Kapitän): "In der ersten Hälfte haben wir kein gutes Spiel gemacht und das in der Halbzeit angesprochen. In der zweiten Hälfte hat uns dann das frühe Tor geholfen. Kerem war schon immer ein guter Spieler, das hat er heute auch gezeigt. Es ist gut, dass wir jetzt auch das Halbfinale in Sotschi spielen. Ein Tag mehr Pause ist gut für uns und auch, dass wir nicht nach Kasan reisen müssen. Wir können jetzt hier bleiben und uns ausruhen."

Timo Werner: "Wir haben uns vorgenommen in der zweiten Hälfte besser zu spielen als in der ersten. Das war aber auch nicht schwer, weil die erste Halbzeit war schlecht. In der zweiten Hälfte hat uns das 1:0 und die Rote Karte geholfen. Wir wollten einfach den Gruppensieg und weiterkommen. Für mich war es ein schönes Gefühl, meine ersten Länderspieltore zu machen. Die zweite Hälfte hat gezeigt, dass wir richtig viel draufhaben. Wir rücken von Spiel zu Spiel weiter zusammen und jetzt freuen wir uns auf das Halbfinale."

Kerem Demirbay: "Wir wussten, dass der Gegner gut ist. Wir haben in der ersten Hälfte nicht ins Spiel gefunden. Dann kommen wir aus der Halbzeit, ich treffe ihn gut und wir gehen in Führung. Das war die Erlösung für unser Spiel, aber wir waren dann auch echt gut. Ich freue mich sehr über das Tor, aber noch mehr über das Vertrauen vom Trainer."

Marvin Plattenhardt: "Wir haben nicht richtig unseren Spielfluss gefunden, viele einfach Ballverluste, die der Gegner durch Konter genutzt haben. In der zweiten Hälfte Riesen-Kompliment an alle Spieler, wir haben uns gut reingebissen und verdient gewonnen. Ich bin sehr froh, dass ich heute die Spielminuten bekommen haben, aber letztendlich beurteile ich meine Stärken nicht. Der Halbfinaleinzug war ein hartes Stück Arbeit. Mexiko wird eine aggressive Mannschaft sein, die hart reingeht, aber auf unsere zweite Hälfte können wir aufbauen, die öffnet uns alle Tore."

...zu Bundestrainer Joachim Löw: "Er ist sehr sympathisch und spricht das an, was er haben möchte. Er kommt mit uns Jungs gut zurecht. Der erste Eindruck ist positiv." 

...zu den schnellen Offensivspielern Kameruns: "Die hatten ganz schön Tempo drauf. Das ist nicht einfach zu verteidigen. Im Verbund haben wir das sehr gut gemacht"

Amin Younes: "Es war ein schönes Gefühl, hier auflaufen zu dürfen. Ich bin sehr dankbar, einige Minute spielen zu dürfen. Ich war nah dran an meinem Premierentor. Heute Nacht werde ich mich wieder unglaublich ärgern. Kompliment an die Mannschaft und das, was wir in der zweiten Hälfte gespielt haben. Wir haben eine gute Atmosphäre und gute Trainingseinheiten. Es ist schön, hier in Sotschi bleiben zu können. Jetzt ist alles möglich. Wir stehen verdient im Halbfinale. Wenn du das Turnier gewinnen willst, musst du jeden schlagen." 

Marc-Andre ter Stegen: "Ich werde mich wieder auf das nächste Spiel vorbereiten. Ich habe dem Trainer heute durch das Spiel und durch das Chile-Spiel gezeigt, was ich kann. Ich glaube, es hat gut geklappt im Team. Wir sind weiter und das ist, was zählt. Wir haben jetzt eine gute Möglichkeit gegen Mexiko, es wird aber trotzdem ein schweres Spiel. Wir kennen einige Spieler von denen, das ist ein Vorteil. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen."

Oliver Bierhoff (DFB-Teammanager): "Für uns ist immer wichtig zu sehen, wie sich ein Spieler in schwierigen Momenten verhält: Hält er seine Position in schwierigen Situationen? Macht er das, was der Trainer von ihm fordert? Wichtig ist, dass die Spieler in der zweiten Hälfte zusammen einen Weg gefunden haben. Ich bin auch froh, dass Benni (Benjamin Henrichs, d. Red.) und Amin (Younes, d. Red.) noch reingekommen sind, die das in der kurzen Zeit sehr gut gemacht haben. Dieser Confed Cup ist für uns eine weitere Erfolgsgeschichte, die wir so nicht unbedingt erwartet haben.

Hugo Broos (Trainer Kamerun): "Das, was hier passiert ist, habe ich ein bisschen erwartet, das ist keine Überraschung für mich. Nach dem Afrika-Cup habe ich gesagt, dass wir zwar eine der besten Mannschaften in Afrika sind, aber noch einen weiten Weg zum modernen Fußball vor uns und auf diesem Niveau noch viel Arbeit haben. Das ist eine Frage der Qualität und der Ausbildung. Da müssen wir Anstrengungen unternehmen, aber wir leben noch ein bisschen in der Vergangenheit."