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Ziemlich genau vor vier Jahren schreiben Paris Saint-Germain und der FC Barcelona Champions-League-Geschichte. Barca braucht nun nichts weniger als ein neues Wunder.

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Paris St. Germain gegen FC Barcelona. Es wäre ein normales Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale (Champions League: Paris Saint-Germain - FC Barcelona, Mi., ab 21 Uhr im LIVETICKER) zwischen zwei europäischen Fußball-Größen, wäre da nicht das "Wunder vom Camp Nou".

Schon einmal nämlich, vor vier Jahren, drehte Barca gegen PSG das Duell und zog als erstes Team der Champions-League-Geschichte nach einem Vier-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel noch in die nächste Runde ein. Dies war 48 Mannschaften vorher nicht gelungen.

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Jetzt, nach dem 4:1 Hinspielsieg von Paris in Barcelona, ist die Erinnerung an das außergewöhnliche 6:1 stärker denn je. Aufgrund des unglaublichen Last-Minute Erfolges ging die Partie als "La Remontada" (span. Die Aufholjagd) in die Geschichtsbücher ein. (SERVICE: Die Statistiken der Champions League)

Am Tag des 8. März 2017 schien es zunächst nicht, als stünde ein spannender Europapokal-Abend bevor. 4:0 hatte Paris St. Germain die Spanier im Hinspiel im Prinzenpark abgefertigt. Die Franzosen fühlten sich nach dem Kantersieg schon mit einer Hand am Pott. Endlich würden sich die milliardenschweren Investitionen der Scheichs bezahlt machen. Doch es kam alles ganz anders. 

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Tatsächlich sagte Barcas Trainer Luis Enrique vor dem Spiel noch diesen Satz: "Wenn Paris im Hinspiel vier Tore geschossen hat, können wir im Rückspiel genauso gut sechs schießen." Dabei setzte der Coach auf volle Power in der Offensive, stellte im Vergleich zum Hinspiel von einem 4-3-3 auf 3-4-3 um.

Barcas Ambitionen, welche von vielen wohl eher mit einem müden Lächeln zur Kenntnis genommen wurden, bestätigte auch nochmal Superstar Neymar, damals noch bei den Katalanen, vor der Partie: "Wir werden das Spiel der Spiele machen."

Barcelona erzielt früh das erste Tor

Früh in der dritten Minute ging Barcelona dank eines Kopfballs von Luis Suárez in Führung. Das leidenschaftliche und offensive Auftreten der Katalanen machte sich direkt bezahlt. Danach passierte spielerisch länger nichts, zweimal reklamierte Barca Elfmeter, hoffte jedoch vergeblich auf den Pfiff des deutschen Referees Deniz Aytekin. In der 40. Minute stolperte PSGs Layvin Kurzawa nach einem missratenen Pass von Andrés Iniesta den Ball ins eigene Tor – es stand 2:0 zur Pause.

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Die zweite Halbzeit startete mit einer weiteren strittigen Szene. Der strauchelnde Thomas Meunier von PSG fiel im Sechzehner in den Laufweg von Neymar. Den Elfer verwandelte Lionel Messi sicher zum 3:0 – La Remontada war in greifbarer Nähe.

Doch in der 62. Minute gelang Paris mit Edinson Cavani der Treffer zum 1:3. Aufgrund der Auswärtstorregel benötigte Barca nun einen Vorsprung von fünf Toren, um noch in die nächste Runde einzuziehen. Dies hielten einige der anwesenden Barca-Fans für schier unmöglich und machten sich nach dem Gegentreffer auf den Weg nach Hause. Wären sie nur geblieben.

Neymar dreht in der Schlussphase auf

Drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit fehlten den Katalanen immer noch drei Tore, sodass die Franzosen bereits gedanklich mit dem Viertelfinale planen konnten. Barca warf jedoch alles nach vorne. Jetzt begann die Neymar-Show: mit einem traumhaften Freistoß in der 88. Minute, den der Brasilianer ins linke obere Eck schraubte, stand es 4:1.

Wenig später die Aufreger-Szene des Spiels: Barcelonas Angreifer Suárez geht in einem Laufduell mit Paris-Verteidiger Marquinhos nach einem leichten Kontakt zu Boden. Aytekin entschied auf Elfmeter – Paris verstand die Welt nicht mehr. Den Strafstoß in der ersten Minute der Nachspielzeit übernahm Neymar, wieder traf der Brasilianer gegen Torhüter Kevin Trapp.

Schließlich war es auch Neymar, der den kompletten Wahnsinn einleitete. In den letzten Sekunden der Nachspielzeit legte er den Ball über die PSG-Abwehr auf Sergi Roberto, der zum 6:1 vollendete.

Ein paar Sekunden später ertönte der Schlusspfiff. Die Remontada war geglückt, Luis Enrique hatte recht behalten und das ganze Stadion sprudelte über vor Emotionen. Freudentränen bei den Fans und Spielern von Barca, Niedergeschlagenheit auf Pariser Seite.

Bis heute haben die Scheichs mit ihren investierten Summen für Neymar und Co. den Champions-League-Traum von PSG noch nicht verwirklicht. Soll es dieses Mal klappen, muss PSG erstmal ein erneutes Barca-Wunder verhindern und darf nicht mit 0:4 verlieren. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass dies durchaus möglich ist.