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Dortmund - Borussia Dortmund steht nach einem Remis gegen Sevilla im Viertelfinale der Champions League. Im Mittelpunkt steht neben dem Videoassistenten einmal mehr Erling Haaland.

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Der BVB steht im Viertelfinale der Champions League!

Die Mannschaft von Trainer Edin Terzic spielte in einem umkämpften Achtelfinalrückspiel 2:2 (1:0) gegen den FC Sevilla und steht dank des 3:2-Hinspielsiegs in der nächsten Runde. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Mann des Tages war Erling Haaland, der einen Doppelpack (35., 54./Foulelfmeter) erzielte. Vor seinem zweiten Treffer herrschten zunächst fünf Minuten totale Verwirrung inklusive doppeltem Videobeweis. Für Sevilla traf Youssef En-Nesyri (68., 90.+5) doppelt. Mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit ließ der Marokkaner die Dortmunder noch mal gehörig zittern. Für die Dortmunder ist es die erste CL-Viertelfinalteilnahme seit 2017. (Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

Terzic: "Am Ende gibt es keine Regeln mehr"

"Um ehrlich zu sein, war ich vor dem zweiten Elfmeter ein bisschen nervös. Als der Keeper nach dem ersten in mein Gesicht schrie, dachte ich, dass es umso schöner wäre, einen weiteren Treffer zu erzielen", erklärte Matchwinner Erling Haaland nach dem Spiel bei Sky. Zum Disput mit Sevilla-Keeper Yassine Bounou, dem er nach dem Treffer etwas zurief, sagte er: "Ich weiß nicht, was es bedeutete. Es war das gleiche, was er mir beim ersten Elfmeter zurief. Vielleicht gibt es Karma auf dieser Welt." (Die Stimmen zum Spiel)

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Terzic hatte den VAR-Wirbel den Disput von Haaland und Bounou nicht mitbekommen. "Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist. Ich war einfach nur glücklich, dass Erling getroffen hat. Es war eine turbulente Szene, die insgesamt fast fünf Minuten gedauert hat. Wir waren glücklich, dass wir da das wichtige zweite Tor machen konnten." 

Das Gefühl des Sieges beschrieb er so: "Es fühlt sich ganz cool an. Wir sind total glücklich. Es war für uns in den vergangenen Jahren nicht selbstverständlich, soweit zu kommen. Wir zählen zu den besten acht Mannschaften Europas und sind die ersten, die im Viertelfinale stehen." Dass Dortmund am Ende zittern musste, war ihm egal. "Das sind K.o-Spiele, da gibt es am Ende keine Regeln mehr. Die einzige Regel ist, weiterzukommen. Das haben wir geschafft, wir sind extrem glücklich darüber."

Sevilla startet stark - BVB mit Problemen

Sevilla stürmte in Erwartung anfänglicher Dortmunder Zurückhaltung ohne Kompromisse los. Schon nach 120 Sekunden gab Lucas Ocampos unter dem Jubel der erstaunlich lauten andalusischen Delegation den ersten gefährlichen Schuss ab. Jeder Pass der Gäste war mit Zug gespielt, der BVB wurde eingeschnürt. Es war ein Stresstest: Suso brachte Torhüter Marwin Hitz ins Fliegen (18.). (Die Einzelkritik der BVB-Stars)

Das Offensivspiel der Dortmunder war über weite Strecken der ersten Hälfte relativ harmlos. Mit der ersten guten Chance erzielten die Dortmunder gleich die Führung: Thomas Delaney eroberte in der 35. Minute den Ball in der gegnerischen Hälfte, über Nico Schulz kam der Ball zu Mahmoud Dahoud, der Kapitän Marco Reus mit dem Außenrist die linke Seite hinunterschickte. Reus legte von der Grundlinie auf den lauernden Haaland zurück, der aus kurzer Distanz einschob.

Damit traf der BVB im 34. Pflichtspiel in Folge, was einen neuen Vereinsrekord im Profifußball bedeutete.

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Haaland trifft nach VAR-Wahnsinn

In der zweiten Hälfe agierten die Dortmunder zu Beginn wacher – und hatten wenige Sekunden nach Wiederanpfiff gleich eine gute Chance. Haaland bediente Thorgan Hazard, der den Ball aus zentraler Position am Tor vorbeischoss.

Dann wurde es kurios. In der 48. Minute traf Haaland zum vermeintlichen 2:0. Schiedsrichter Cüneyt Cakir gab den Treffer nach Videostudium allerdings nicht – und pfiff Elfmeter für Dortmund. Diesen verwandelte Haaland - allerdings erst im zweiten Versuch. Sevilla-Keeper Yassine Bonou parierte den ersten, hatte sich dabei aber zu früh von der Linie bewegt.

Nach fünf Minuten totaler Verwirrung stand es in der 53. Minute also 2:0 für Dortmund. Es war nicht nur ein äußerst kurioser, sondern auch ein historischer Treffer.

Mit seinem 20. CL-Treffer löste Haaland Ole Gunnar Solskjaer als norwegischen Rekordtorschützen in der Königsklasse ab. Zudem ist Haaland der erste Spieler der CL-Geschichte, der in vier aufeinanderfolgenden Partien mindestens doppelt getroffen hat. Auch ist er der jüngste Spieler, der 20 Treffer in der Königsklasse aufzuweisen hat. Und der schnellste mit 20 Treffern ist er auch. Haaland benötigte nur 14 Spiele dafür. Bisher war Harry Kane mit 20 Treffern nach 24 Spielen der Rekordhalter gewesen.

"Erling ist herausragend. Es macht uns Stolz, dass er den Rekord in unserem Trikot weiterführt. Wir sind froh, dass wir ihm noch zwei weitere Champions-League-Spiele in dieser Saison besorgen konnten, dass er noch weiter treffen dar", schwärmte Terzic.

Wenige Minuten nach dem Tor machte Sevilla die Partie wieder spannend – unter Dortmunder Mithilfe. Emre Can schubste Luuk de Jong im BVB-Strafraum zu Boden, in der 68. Minute brachte En-Nesyri den Andalusiern neue Hoffnung. Eine Minute vor dem Abpfiff traf der Marokkaner ein zweites Mal. Doch Dortmund zitterte das Ergebnis über die Zeit.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)