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München - Bayern-Trainer Hansi Flick überrascht gegen Atlético Madrid mit einigen Talenten in der Aufstellung. SPORT1 zeigt, wer das Potenzial für mehr hat.

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Die Nachfragen nach den vielen Talenten waren Hansi Flick sichtlich unangenehm.

"Ich muss jetzt ein bisschen vorsichtig sein", sagte der Trainer des FC Bayern nach dem 1:1 bei Atlético Madrid. "Für mich ist immer die Mannschaft wichtig. Man darf nicht vergessen, dass zwei Spieler, die von Anfang an gespielt haben, 17 Jahre alt sind."

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Gemeint waren Jamal Musiala, der erstmals in der Champions League in der Startelf stand, und Bright Arrey-Mbi, für den es sogar das Profidebüt im Bayern-Trikot war.

In Angelo Stiller (19) feierte ein weiterer Teenager sein Champions-League-Debüt. Dazu wurden im zweiten Durchgang auch noch Chris Richards (19) und Joshua Zirkzee (20) eingewechselt. SPORT1 beleuchtet, wer das Potenzial für mehr Einsätze bei den Profis hat.

Jamal Musiala

Im Mittelfeld war der quirlige U21-Nationalspieler einer der Aktivposten bei den Bayern, sein Schuss nach mutigem Solo im ersten Durchgang verfehlte das Tor nur um wenige Zentimeter.

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"Jamal hat mir sehr gut gefallen", sagte Flick und fügte hinzu: "Jamal spielt in München bei einer Mannschaft mit wirklichen Topspielern. Er ist auch bei diesen Spielern sehr hoch geschätzt, weil er eine enorme Ruhe und Qualität am Ball hat. Im Dribbling, im Eins-gegen-Eins ist er schwer zu stoppen."

Sein großes Potenzial hat Musiala, der 2019 aus der Jugend des FC Chelsea zu den Bayern stieß, schon in sechs Bundesliga-Einsätzen, in denen er zwei Tore erzielte, angedeutet. Flick will das Juwel weiter schleifen: "Er muss körperlich noch etwas zulegen, aber da arbeiten wir dran. Was rein fußballerisch zu sehen ist, da kann der FC Bayern München sehr zufrieden sein."

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Musiala dürfte daher weiterhin seine Einsatzzeiten bekommen.

Bright Arrey-Mbi

Nach seinem überraschenden Debüt, bei dem Arrey-Mbi Musiala als jüngsten Bayern-Spieler in der Champions League ablöste, sicherte sich der Defensivspieler nach dem Spiel das Trikot von Atléticos Youngster Joao Félix.

Bright Arrey-Mbi sicherte sich das Trikot von Joao Félix
Bright Arrey-Mbi sicherte sich das Trikot von Joao Félix © Imago

Arrey-Mbi, der zusammen mit Musiala im vergangenen Sommer von den Blues kam, zahlte bei Félix' Tor allerdings Lehrgeld als er nach einem Einwurf Vorlagengeber Marcos Llorente entwischen ließ.

Flick nahm den Teenager, der als Linksverteidiger in der Fünferkette auflief, aber in Schutz: "Bei Bright muss man dazu sagen: Er ist ein gelernter Innenverteidiger. Er hat seine Aufgaben, die wir ihm gegeben haben, auch erfüllt. Damit waren wir am Ende zufrieden."

Vor dem Spiel charakterisierte er Arrey-Mbi als physisch starken Spieler, der über eine gute Geschwindigkeit verfügt. Sein Potenzial hat er bei seinem Profidebüt phasenweise angedeutet, dennoch war der Respekt vor dem Gegner noch etwas zu groß. Seine Erfahrungen wird er weiterhin auch in der zweiten Mannschaft der Bayern in der 3. Liga sammeln können.

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Angelo Stiller

Der gebürtige Münchner ist seit Anfang des Jahres der Denker und Lenker im defensiven Mittelfeld der Drittliga-Mannschaft. Nachdem er im DFB-Pokal gegen den 1. FC Düren bereits eine Halbzeit lang Profi-Luft schnuppern durfte, debütierte Stiller nun in der Champions League.

In der Schlussphase überzeugte der 19-Jährige, zu dessen Vorbildern Xabi Alonso und Toni Kroos zählen, als unaufgeregter Ballverteiler im Mittelfeld. "Nachdem er reingekommen ist, hat er seine Sache gut gemacht", lobte Flick. "Er hat die Bälle gut verteilt und das gemacht, was wir ihm vorgegeben haben."

Auch angesichts der Sorgen auf der Sechs durch die Verletzung von Joshua Kimmich sowie den zuletzt immer wieder angeschlagenen Corentin Tolisso und Javi Martínez könnte Stiller schon bald weitere Bewährungschancen auch in der Bundesliga bekommen.

Chris Richards

Der gelernte Innenverteidiger kam in Madrid nach gut einer Stunde ins Spiel und rückte für den enttäuschenden Bouna Sarr auf die Rechtsverteidigerposition. Der US-Amerikaner, der in der Dallas Academy ausgebildet wurde und seit Januar 2019 fester Bestandteil der U19 des FCB ist, erledigte seine Aufgabe souverän und nahezu fehlerlos.

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Zwei Mal stand er in dieser Saison sogar schon in der Startelf, in der Bundesliga beim 4:3 gegen Hertha BSC bereitete er als Rechtsverteidiger ein Tor vor, beim 3:1 in der Champions League gegen Salzburg in der vorherigen Woche agierte er links hinten in der Viererkette. Außerdem half er beim Liga-Start gegen Schalke noch als Innenverteidiger aus.

Sein Plus ist die Vielseitigkeit, mit einer Größe von 1,88 Meter verfügt er zudem über Kopfballstärke. In puncto Robustheit hat Richards allerdings noch Nachholbedarf. Als verlässlicher Defensiv-Backup hat sich der Youngster aber bereits empfohlen.

Joshua Zirkzee

In Madrid durfte Zirkzee mal wieder für vier Minuten ran. Vor knapp einem Jahr feierte der Niederländer unter Flick sein Champions-League-Debüt. Es folgten starke Kurzeinsätze in der Bundesliga mit einigen Toren: Am Ende kam der Stürmer auf vier Treffer in neun Einsätzen.

Ein Leihgeschäft mit Feyenoord Rotterdam platzte kurz vor Schließung des Transferfensters im Oktober. Aktuell ist er im Angriff hinter Robert Lewandowski und Neuzugang Eric Maxim Choupo-Moting nur die Nummer drei. In seinen drei Liga-Einsätzen blieb er torlos.

Flick hatte Zirkzee Ende Oktober in die Pflicht genommen. "Wir wissen, dass er ein großes Talent ist, aber Talent alleine reicht nicht immer. Deswegen ist es wichtig, dass man an sich arbeitet und den nächsten Schritt gehen kann", sagte Flick.

"Es ist wichtig, dass ich komplette Partien spiele", sagte Zirkzee zuletzt dem Algemeen Dagblad. "Ich versuche, fit zu bleiben, und wenn ich während der Winterpause per Leihe wechseln kann, ist das vielleicht eine Option." Der 1. FC Köln, der sich schon im Sommer mit Zirkzee beschäftigte, könnte laut Bild im Winter einen neuen Anlauf starten.