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Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach hat den ersten Matchball in der Champions League gegen Inter Mailand vergeben. Es kommt zum Endspiel gegen Real Madrid.

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Es herrschte Redebedarf!

Gleich vier Gladbacher belagerten unmittelbar nach Schlusspfiff den niederländischen Schiedsrichter Danny Makkelie. Erst ließ Matthias Ginter seinem Ärger freien Lauf, dann beschwerten sich Doppel-Torschütze Alassane Pléa, Marcus Thuram und Florian Neuhaus.

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Anschließend redete noch Trainer Marco Rose mit wilden Gesten intensiv auf den Referee ein. "Ich habe ihm - in den Emotionen des Spiels - frohe Weihnachten gewünscht", sagte Rose ein wenig angefressen auf DAZN.

Unschön: Nach dem Spiel zofften sich Gladbach-Profi Neuhaus und Inter-Spieler Nicolo Barella im Mittelkreis. Kopf an Kopf standen sich die beiden Gegenspieler gegenüber. Nur unter Eingreifen der Teamkollegen konnten die beiden Streithähne, die sich auf dem Weg in die Kabine noch etwas zuriefen, zurückgehalten werden.

Gladbach muss zum Endspiel gegen Real Madrid

Hintergrund der hochkochenden Emotionen: Borussia Mönchengladbach hat den ersten Matchball zum erstmaligen Einzug ins Achtelfinale der Champions League verspielt.

Die Mannschaft von Trainer Rose unterlag dem italienischen Vizemeister Inter Mailand in einem aufregenden und temporeichen Spiel 2:3 (1:1) und reist am kommenden Mittwoch zum "Endspiel" in der "Hammergruppe" B bei Real Madrid. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Dort reicht den Fohlen, die durch die überraschende 0:2-Niederlage der Königlichen bei Schachtjor Donezk trotzdem Tabellenführer bleiben, ein Punkt zum Weiterkommen. Matteo Darmian (17.) brachte Inter in Führung, kurz vor der Pause glich Alassane Plea (45.+1) für die Fohlen aus. Dann schlug Mailands Torjäger Romelu Lukaku (64./73.) zweimal zu. Plea (76.) gelang ebenfalls mit seinem zweiten Treffer noch der Anschluss.(Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

Schiedsrichter nimmt Gladbach-Ausgleich zurück

Das vermeintliche 3:3 von Plea in der Schlussphase nahm der Schiedsrichter dann allerdings wegen einer vermeintlichen Abseitsstellug zurück. "Die Sache ist, dass ich nicht finde, dass er krass in der Sicht des Torwarts steht. Er hält ihn so oder so nicht", sagte Mittelfeldspieler Christoph Kramer nach der Partie bei DAZN. "Es ist schwer zu sagen, aber mit meiner Gladbach-Brille sage ich, dass es kein Abseits war."

"Wir spielen gegen eine Top-Mannschaft, die es gut versteht tief zu verteidigen. Es gab kaum Lücken, wir haben es aber gut gemacht", führte Kramer weiter aus. "Wir haben das verdiente 1:1 gemacht und hatten dann auch eine Phase, in der wir dran waren. Aber dann hat Inter einen Ballverlust eiskalt bestraft. Wie sie es dann verteidigen, das ist es eine Weltklasse-Mannschaft."

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Rose bot nach der Rotation beim 4:1 gegen Schalke wieder sein bestes Team auf. Kapitän Lars Stindl, Stefan Lainer und Christoph Kramer kehrten in die Startelf zurück, Nico Elvedi fiel kurzfristig wegen einer Muskelverletzung aus.

Der Inter-Tross hingegen hatte eine unruhige Nacht verlebt: Vor dem Hotel der Lombarden brannten nach Polizeiangaben Unbekannte gegen 4.00 Uhr morgens mehrere Feuerwerksbatterien und anderes pyrotechnisches Material ab.

Gladbach mutig - Inter Mailand kontert

Gladbach presste von Beginn an früh. Die aggressive Herangehensweise nutzte Inter jedoch, um im Umschaltspiel gefährlich zu werden.

Erst blockte Toni Jantschke zweimal gegen Lautaro Martinez, ehe der Argentinier Sekunden später das Außennetz traf (6.). Nachdem ein Schuss von Routinier Ashley Young (15.) ungefährlich geblieben war, ließ Darmian zwei Minuten später Gladbach-Keeper Yann Sommer aus kurzer Distanz mit einem Beinschuss ganz schlecht aussehen.

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Auch nach dem Führungstreffer zeigten die Gäste weiter Spielfreude, Gladbach hingegen wirkte zunächst etwas angeknockt. Nicolo Barellas Distanzschuss ging knapp über das Tor. Erst nach einer knappen halben Stunde zeigte Gladbach Zug zum Tor: Stindl versuchte es aus schwieriger Position per Freistoß direkt (31.), Lazaro bekam Augenblicke später bei seinem Abschluss keinen Druck auf den Ball.

Unbeeindruckt von den ersten offensiven Lebenszeichen der Fohlen zeigte Inter weiter seine Konter-Qualitäten. Bei Martinez' zweiter Chance war Sommer dann aber auf dem Posten.

Pléa macht Gladbach wieder Hoffnung

Bei nasskalten Bedingungen im Borussia Park entwickelte sich eine sehr temporeiche Partie, in die auch Gladbach immer besser reinkam. Bei der besten Doppelchance der Borussia war Inter-Torhüter Samir Handanovic gegen den Distanzschuss von Lainer und den Kopfball von Stindl zur Stelle (36.).

Noch besser machte es Handanovic nur Sekunden später beim Flachschuss von Thuram, den er mit den Fingerspitzen glänzend abwehrte. Dann nickte Plea nach gefühlvoller Hereingabe von Lazaro eiskalt per Kopf ein.

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Lukaku-Doppelpack besiegelt Gladbach-Pleite

Beflügelt vom Ausgleich kam Gladbach besser aus der Pause. Die Umstellung auf ein offensiveres 3-5-2 tat den Gastgebern zunächst gut. Bei der Riesenchance zur Führung rutschte Thuram der Ball über den Kopf (51.). In der Folge hatten die Fohlen bei Lukakus Pfostentreffer aus dem Nichts noch Glück - dann netzte der belgische Nationalspieler in typischer Manier ein.

Rose setzte alles auf eine Karte und brachte mit Breel Embolo einen weiteren Stürmer. Die Hoffnungen zerschlug Lukaku freistehend mit seinem Doppelpack. Plea sorgte in der Schlussphase nochmal für Hoffnung, die vom Schiedsrichter aber zunichte gemacht wurde. 

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)