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München - Der FC Bayern deklassiert Atlético Madrid. Die spanische Presse fällt ein klares Urteil - und Diego Simeone erlebt ein bitteres Jubiläum.

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Sein 100. Europapokalspiel als Trainer von Atlético Madrid hat sich Diego Simeone sicherlich anders vorgestellt.

Mit 0:4 ging seine Mannschaft zum Start der Champions League beim FC Bayern unter. Als "eine seiner schlimmsten Niederlagen" bezeichnete El Mundo Deportivo die deutliche Pleite gegen den Titelverteidiger. "Die Reise nach Deutschland war ein Albtraum."

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Es war Simeones höchste Niederlage als Trainer - zusammen mit dem 0:4 gegen Borussia Dortmund vor fast genau zwei Jahren in der Königsklasse. "In seinem 100. Europapokalspiel als Trainer war er genauso machtlos wie seine Spieler", schrieb El Mundo Deportivo weiter. "Simeone fand nicht den Schlüssel, um den Verlauf des Spiels zu ändern." Das ernüchternde Urteil betrifft die gesamte Mannschaft, sie sei "nicht für Gala-Abende gemacht".

Spanische Presse: "Atlético ist der Gewalt der Bayern ausgeliefert"

Und die AS titelte: "Der Champion fegt über Atleti hinweg." Kingsley Coman, Thomas Müller, Corentin Tolisso, Robert Lewandowski und Co. hätten gezeigt, warum sie die Favoriten auf die Titelverteidigung seien. "Atlético ist der Gewalt der Bayern ausgeliefert."

Die Marca schrieb von einem Spaziergang der Bayern und einer Deklassierung: "Der Champion ist einfach zu gut." Eine halbe Stunde lang hätte Simeones Team mithalten können, dann sei es "mit der Realität konfrontiert worden".

El País bemühte noch eine Metapher aus dem Kampfsport: "Die Angriffe von Simeones Team verursachten ein paar Schrammen, die von Hansi Flicks Bayern waren klare K.o.-Schläge."

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Atlético-Trainer Simeone: "Ergebnis tut weh"

Simeone, dessen laute Anweisungen in der leeren Allianz Arena verhallten, gestand hinterher: "Das Ergebnis tut weh. Aber es gibt wichtige Dinge, die wir für die Zukunft mitnehmen können."

Die Einstellung seiner Mannschaft habe ihm gefallen. "Wir haben bis zum Ende versucht, ein Tor zu erzielen und hätten es fast geschafft, wenn wir kaltschnäuziger gewesen wären."

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Der einzige Treffer der Gäste durch Joao Félix kurz nach der Pause wurde nach Videobeweis aberkannt, da Luis Suárez im Abseits stand und Bayern-Torhüter Manuel Neuer die Sicht nahm.

Suárez seit 22 Auswärtsspielen in der Champions League torlos

Überhaupt Suárez: Der Neuzugang vom FC Barcelona blieb mit nur 28 Ballkontakten und abgesehen von einem Torschuss blass und wurde nach 76 Minuten ausgewechselt. Damit setzte der Uruguayer seine Auswärtsflaute auch im Trikot der Colchoneros fort: Suárez wartet jetzt seit 22 Auswärtsspielen in der Champions League auf einen Treffer.

Diesen Fluch sollte Suárez schnellstmöglich überwinden, sonst droht auch Atléticos nächste Reise in der Königsklasse Anfang November nach Moskau zu einem Albtraum zu werden.