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Dortmund - Im BVB-Trikot erlebt Ciro Immobile nicht die beste Zeit seiner Karriere. Nun empfängt er mit Lazio Rom seinen Ex-Klub. Michael Zorc warnt vor dem Knipser.

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Er holte sich den Goldenen Schuh - und könnte am Dienstag in der Champions League seinem Ex-Klub Borussia Dortmund (Champions League: Lazio Rom - Borussia Dortmund, Dienstag ab 21 Uhr im LIVETICKER) so richtig wehtun.

Die Rede ist von Europas Top-Torjäger der vergangenen Saison: Ciro Immobile. Mit 36 Liga-Toren sicherte sich der Stürmer von Lazio Rom 2019/2020 den Goldenen Schuh vor Bayern-Ass Robert Lewandowski (34) und Juve-Star Cristiano Ronaldo (31).

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BVB-Sportchef Michael Zorc warnt seine Mannschaft vor Immobile. Im Gespräch mit SPORT1 sagt der 58-Jährige: "Er trifft in Italien wie am Fließband. Wir freuen uns auf das Wiedersehen. Ciro hat eine enorme Abschlussstärke. Lazio hat insgesamt eine sehr gute Mannschaft, aber natürlich ist er ein Schlüsselspieler. Wir müssen ihn in den Griff bekommen."

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Wie das gehen soll? "Du musst ihn am Abschluss hindern und am besten gar nicht erst die Bälle zu ihm kommen lassen", weiß Zorc.

Kann Dortmunds Not-Abwehr Immobile stoppen?

Auf die Dortmunder Abwehr wartet in Rom Schwerstarbeit - doch die ist personell arg gebeutelt. In 2014er Weltmeister Mats Hummels steht nur ein gelernter Innenverteidiger zur Verfügung.

Für Manuel Akanji, der noch bis einschließlich Samstag in häuslicher Quarantäne weilte, Dan-Axel Zagadou, Marcel Schmelzer und Nico Schulz kommt das Spiel wohl zu früh. Emre Can muss zudem eine Rotsperre aus dem Paris-Spiel absetzen. Ein Fragezeichen steht außerdem hinter dem Einsatz von Lukasz Piszczek, der sich beim 1:0-Sieg am Samstag in Hoffenheim am Auge verletzte.

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Nach SPORT1-Informationen fliegt der Pole, dessen Auge am Sonntagmorgen noch Blut unterlaufen war, zwar mit nach Rom, wird aber noch final untersucht.

Immobiles Zahlen sind beeindruckend: In 181 Pflichtspielen für Lazio erzielte der 42-malige Nationalspieler 126 Treffer. "Mich überrascht es nicht, dass er mittlerweile so erfolgreich spielt", sagt Zorc. "Wir haben ihn damals ja schon als Torschützenkönig Italiens geholt. Er hatte zu jener Zeit schon getroffen wie ein Wilder."

Immobile: "Zu ungünstigem Zeitpunkt nach Dortmund gewechselt"

Beim BVB floppte der heutige Lazio-Kapitän allerdings total. Mitte 2014 holten ihn die Schwarz-Gelben als Torschützenkönig (22 Treffer) für 18,5 Millionen Euro vom FC Turin. Mit dem Pott-Klub und der Stadt wurde er, der seinerzeit den zum FC Bayern abgewanderten Robert Lewandowski ersetzen sollte, aber nie so richtig warm.

"Ich glaube, dass ich einfach zu einem ungünstigen Zeitpunkt nach Dortmund gewechselt bin, was die Mannschaft betrifft. Der BVB wurde mit Jürgen Klopp 2011 und 2012 Meister und danach zweimal Zweiter. Vielleicht war dann die Luft raus", sagte der 30-Jährige kürzlich der Sport Bild.

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Für den BVB erzielte Immobile in 24 Bundesliga-Spielen nur drei Tore, netzte in der Königsklasse immerhin vier Mal in sechs Spielen. Zur Saison 2015/2016 wechselte der Italiener dann zum FC Sevilla.

Zorc sagt rückblickend: "Ciro kam während einer schwierigen Phase zu uns. Das war das letzte Klopp-Jahr. Wir haben uns in einem Umbruch befunden und standen zwischenzeitlich sogar auf dem letzten Platz. Es ist klar, dass man sich da schwerer tut. So ist das manchmal im Leben. Dass er aber Tore schießen kann, das war uns immer schon klar."

BVB-Wiedersehen mit Immobile sorgt für "besondere Würze"

Am Dienstag kommt es zum Wiedersehen, "auf das wir uns sehr freuen", wie BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sagt. Das gebe "dem Los Lazio Rom eine besondere Würze".

In Rom hat Immobile nun sein Glück gefunden. Mit den Biancocelesti ("Die Weiß-Himmelblauen") holte er 2017 und 2019 die Supercoppa, wurde 2019 Pokalsieger und schoss sich zwei Mal (2018 und 2020) zur Torschützenkrone in der Serie A. Seinen Vertrag bei Lazio hat er kürzlich bis 2025 verlängert.

Gut für den BVB: In der neuen Saison läuft es für Immobile und Lazio noch nicht ganz so rund. Nach drei Serie-A-Spielen sind die Römer nur Tabellen-14. Immobile schoss nur ein Tor und flog zudem vor zwei Wochen gegen Inter Mailand vom Platz.