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Dortmund - Raphael Guerreiros Statistiken der Vorsaison sind überragend. Im Revierderby knüpft er erstmals an diese an. Nur ein Tor ist ihm bisher nicht vergönnt.

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Beim 3:0 im Derby gegen Schalke war er der heimliche Held. Zwei Treffer bereitete Raphael Guerreiro vor. Die Zahlen waren auch sonst beeindruckend: Der Portugiese war an sechs der 17 BVB-Torschüsse beteiligt und hatte mit 153 Ballkontakten die meisten aller Spieler. 

Auch heute Abend will der Europameister im Champions-League-Heimspiel gegen Zenit St. Petersburg auf der linken Seite wieder für Furore sorgen. Was ihm in dieser Saison bislang aber noch fehlt: ein eigener Treffer. (Champions League: Borussia Dortmund - Zenit St. Petersburg ab 21 Uhr im LIVETICKER)

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An die starken Leistungen aus der Vorsaison konnte Guerreiro bislang noch nicht anknüpfen. Der 26-Jährige erzielte in 38 Pflichtspielen (so viele wie noch nie) acht Tore und gab fünf Vorlagen. Den Start in die neue Saison verpasste er allerdings wegen einer Zerrung. In nur zwei von acht möglichen Pflichtspielen konnte Guerreiro über 90 Minuten gehen.

Der starke Auftritt im Derby dürfte ihm nun Selbstvertrauen geben.

Guerreiro ist Fan der Dreierkette

Egal ob Dreier- oder Viererkette - in den Gedankenspielen von Trainer Lucien Favre wird Guerreiro stets eine tragende Rolle zuteil. Favre ist ein großer Fan des vielseitigen Linksfußes, der als klassischer Linksverteidiger aber auch als offensiver Flügelspieler zu überzeugen weiß.

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Im Sommer-Trainingslager in Bad Ragaz sagte Guerreiro zur Systemfrage: "Bei der portugiesischen Nationalmannschaft trainieren und spielen wir ausschließlich immer mit Viererkette." Grundsätzlich gefalle ihm das System mit einer Dreierkette aber am besten.

"Es gibt mir Raum, um nach vorne zu gehen - und ich weiß, dass immer einer hinter mir ist, der mir Rückendeckung gibt. In der Viererkette ist es schwieriger nach vorne zu gehen, weil man unsicherer ist, ob nicht vielleicht eine Lücke hinten entsteht."

Der Auftritt gegen harmlose Schalker, den man sicher nicht überbewerten darf, zeigt jedenfalls, dass es Guerreiro auch in einer Viererkette kann.

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Mit dem BVB ist der 44-malige Nationalspieler nun in seine fünfte Saison gegangen. Im Sommer 2016 war der gebürtige Franzose für rund zwölf Millionen Euro vom FC Lorient in den Pott gekommen. Im vergangenen Jahr gab es immer wieder Wechsel-Gerüchte um den 1,70-Meter-Mann. Paris Saint-Germain um Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel und der FC Barcelona sollen Interesse gezeigt haben.

Guerreiro: Ich habe Hoffnung auf einen Titel

Guerreiro gestand vor der Saison: "Ich habe, um ehrlich zu sein, zwischendurch überlegt, den Verein zu verlassen. Ich glaube, dass auch der Verein mal darüber nachgedacht hat." Vor ziemlich genau einem Jahr einigten sich beide Seiten dann aber nach langem Hin und Her auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2023. Guerreiro nannte das rückblickend ein "befreiendes Ereignis. Zu wissen, dass man auf mich setzt und dass ich hier eine Zukunft habe, das hat mir sehr geholfen."

Das zwischenzeitliche "Heimweh nach Paris", wo Guerreiro aufgewachsen ist, sei mittlerweile verfolgen. Er sei glücklich im Revier. "Die Familiensituation hat mich auch dazu bewegt, hier zu bleiben", sagt er. "Ich habe mich sehr gut eingelebt. Meine beiden Kinder fühlen sich wohl, gehen zur Schule und sprechen fließend Deutsch."

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Mit dem BVB hat Guerreiro nun Großes vor. Ein Titel soll endlich her. "Wir haben ein sehr gutes Niveau im Team. Wir haben ganz klar die Ambitionen, einen Titel zu holen. Das ist uns leider seit einiger Zeit nicht gelungen. Ich habe Hoffnung."

Am Mittwochabend will der "Hidden Champion" des Revierderbys in der Champions League nachlegen und einen persönlichen Bann brechen. In 25 Spielen in diesem Wettbewerb gelangen ihm sechs Tore und drei Vorlagen. Der letzte Treffer liegt aber fast zwei Jahre zurück. Am 11. Dezember 2018 traf Guerreiro gegen Monaco doppelt.

Es wäre an der Zeit, die Durststrecke zu beenden.