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David Alaba zeigt gegen Sevilla ungewohnte Schwächen. Macht ihm der Vertrags-Poker zu schaffen oder ist er noch nicht richtig fit?

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Was ist bloß mit David Alaba los?  

Zwar hatte der Österreicher mit einem Volley-Schuss in Richtung Sevilla-Keeper Bono dafür gesorgt, dass Javi Martínez zum 2:1-Siegtreffer gegen Sevilla einköpfen konnte. In den 103 Minuten zuvor wirkte Hansi Flicks Abwehrchef im Finale des UEFA Supercups ansonsten aber wenig souverän. 

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Beispiele gefällig? 

10. Minute: Im Fünfmeterraum geht er ungestüm gegen Ivan Rakitic zu Werke. Der Kroate nimmt den Rempler gerne an. Es folgt ein Strafstoß, den man geben kann, aber nicht muss. Sevilla geht 1:0 in Führung. 

87. Minute: Nach einem Alaba-Querschläger vor dem gegnerischen Strafraum kontern die Andalusier und erzielen durch Youssef En-Nesyri fast das 2:1. Aber nur fast, weil Manuel Neuer überragend hält.  

92. Minute: Wieder ist es En-Nesyri, der sich links im Strafraum gegen Alaba durchsetzt und abzieht. Erneut rettet Neuer, lenkt den Ball an den linken Pfosten ab. 

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FC Bayern will verlängern - Alaba zögert

Beim Bundesliga-Auftakt gegen Schalke 04 fehlte der 28-Jährige aufgrund muskulärer Probleme im linken Oberschenkel. Gegen Sevilla stand er wieder in der Startelf und strauchelte. Zudem brachte keiner seiner sonst gefährlichen Freistöße aus guten Positionen Keeper Bono ins Schwitzen.

Seit Monaten zögert das Eigengewächs, den 2021 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Wie SPORT1 bereits rund um das Champions-League-Finale in Lissabon exklusiv berichtet hatte, wollen beide Seiten langfristig verlängern. 

Eine Unterschrift des Österreichers ist aber noch nicht in Sicht, weil sein Management um Berater Pini Zahavi weitaus mehr Gehalt fordert als die Bayern dem Defensiv-Allrounder derzeit bieten.

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Schwankende Leistungen in der Champions League

Parallel zum Vertrags-Wirbel ist Alaba aber schon wieder sportlich gefragt, denn für die Bayern geht es Schlag auf Schlag.  

Zwar lobte Hansi Flick seine Abwehrreihe nach dem Sieg gegen Sevilla ausdrücklich. Doch auch dem Cheftrainer wird nicht entgangen sein, dass Alaba zuletzt nicht immer sattelfest gewirkt hat. 

Beim 8:2 im Achtelfinale gegen den FC Barcelona unterlief ihm in Lissabon in der 7. Minute ein Eigentor, wenngleich er im weiteren Spielverlauf ein sicherer Rückhalt war.

Gegen Olympique Lyon im Halbfinale (3:0) spielte er gut.  

Im Finale gegen Paris Saint-Germain wirkte er unsicher. Unbedrängt und von ihm ungewohnt spielte er kurz vor dem Pausenpfiff im eigenen Strafraum einen Querpass in die Füße von Kylian Mbappé, der nach einem Doppelpass mit Ander Herrera zum Abschluss kam. Neuer parierte und hielt das 0:0 fest.  

Alaba erhält Rückendeckung von Flick

Um seinen Stammplatz muss sich Alaba vorerst keine Sorgen machen. Flick zählt auf seinen Abwehrboss und lobte ihn in den vergangenen Monaten zuhauf.  

Im SPORT1-Interview Anfang August sagte Flick: "David ist für mich sehr wichtig. Er hat in den letzten Monaten richtig starke Leistungen gebracht und ist zu einem Führungsspieler geworden. Es ist wichtig, dass wir Spieler haben, die die Mannschaft prägen und auf dem Platz lautstarke Kommandos geben. Da ist er mit dabei."

Umso mehr wird Alaba ein Interesse daran haben, dass sich seine Zukunft zeitnah klärt und er sich wieder voll auf das Tagesgeschäft konzentrieren kann.  

Zuletzt sah sich der Österreicher sogar genötigt, sich in der Öffentlichkeit selbst zu Wort zu melden, nachdem Ex-Präsident Uli Hoeneß im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 Zahavi als "geldgierigen Piranha" bezeichnet hatte. 

Bei Bild gab der Verteidiger zu, dass ihn "Aussagen und Berichte der letzten Wochen verwundert und durchaus auch verletzt" hätten. Heißt im Umkehrschluss: Alaba verfolgt sehr wohl die Berichterstattung zum Vertrags-Hickhack. Zudem stellte der 28-Jährige klar, dass er sich eine "zeitnahe Lösung" wünscht.  

Hernández als Alaba-Alternative?

Wann und ob sich Alaba und die Bayern einigen, ist derzeit völlig offen. Nach SPORT1-Informationen weilt sein Berater Zahavi derzeit im Urlaub. Zwischen ihm und den Bayern-Verantwortlichen gibt es zudem keinen vereinbarten und zeitnahen Termin für ein weiteres Treffen.

Die Alaba-Seite wartet auf ein verbessertes Angebot seitens der Bayern, aber Präsident Herbert Hainer betonte auf der Veranstaltung "BILD100 Sport" abermals: "Wir haben ihm ein faires und wettbewerbsfähiges Angebot gemacht. Es liegt an ihm, ob er es annimmt." Laut Bild bieten ihm die Bayern elf Millionen Euro Grundgehalt und bis zu sechs Millionen Euro an Prämien. Im Gespräch ist ein neuer Fünfjahresvertrag.  

Sollte Alaba die Bayern noch in diesem Sommer verlassen (unwahrscheinlich) oder ablösefrei nach seinem Vertragsende 2021 (wahrscheinlicher im Falle seiner Nicht-Verlängerung), haben die Bayern bereits Alternativ-Pläne in der Schublade. 

Eine davon könnte Lucas Hernández sein. Als Linksverteidiger lieferte er gegen Sevilla eines seiner besten Spiele im Bayern-Dress ab, dabei wurde er eigentlich als Innenverteidiger holt. 

Alaba, wie Hernández ein Linksfuß, ist sein Hauptkonkurrent und ließ den 80 Millionen Euro teuren Franzosen aufgrund zahlreicher Top-Leistungen bislang nie an sich vorbeikommen.