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München - Die Zukunft von Manchester City wird zur Gegenwart: Pep Guardiola vollzieht gegen Real Madrid den nächsten Schritt mit Englands Verheißung Phil Foden.

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Die Botschaften, die Pep Guardiola versendet, sind nicht immer ganz leicht zu entschlüsseln.

Öffentliches Lob, das er verteilt, ist bekanntermaßen mit Vorsicht zu genießen, so exzessiv wie er es einsetzt, auch für Spieler, die in seinen Planungen tatsächlich nur am Rande eine Rolle spielen.

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Ein eindeutigere Sprache sprechen seine Taten, seine Aufstellungsentscheidungen bei wichtigen Spielen. Als Leroy Sané im vergangenen Jahr in beiden Champions-League-Viertelfinals gegen Tottenham auf der Bank saß, war das eine Misstrauensbekundung, aus der Sané mit seinem Wechsel zum FC Bayern München die Konsequenzen zog.

Umgekehrt hat Guardiola am Freitagabend nun ein ebenso eindeutiges Signal an einen jungen Spieler verschickt - eines, auf das viele sehnsüchtig gewartet hatten. Der 20 Jahre alte Phil Foden, die vielleicht größte Zukunftshoffnung des englischen Fußballs, ist in der Gegenwart angekommen.

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Phil Foden bestreitet wichtigsten Startelf-Einsatz

Beim 2:1-Sieg im Achtelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid stand Foden als Mittelstürmer in der Startelf, zum ersten Mal in einem wichtigen K.o.-Spiel (dem gegen Basel vor zwei Jahren, in dem Foden spielte, war ein 4:0 im Hinspiel vorausgegangen).

Mit einem Tor oder einer Vorlage konnte sich der in der 67. Minute gegen Bernardo Silva ausgetauschte Foden zwar nicht verewigen, dennoch ist sein Einsatz eine Ansage, die nachhallt.

Seit dem Pflichtspieldebüt des damals 17-Jährigen ist das Projekt Foden eines der am meisten beachteten im englischen Fußball - aufgrund der großen Zukunft, die ihm prophezeit wird. Aber auch wegen seiner Vergangenheit.

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Pep Guardiola: "Er ist Manchester City"

Foden, geboren am 28. Mai 2000 im nahe Manchester gelegenen Stockport, spielt seit seinem achten Lebensjahr bei City, dem Klub, als dessen Fan er aufgewachsen ist.

Das 1,71 Meter große Eigengewächs, das in der Offensive vielseitig einsetzbar ist, entwickelte sich zu einem der heißesten Talente des Landes, durchlief seit der U16 sämtliche Jugendnationalteams Englands, wurde von Guardiola schon kurz nach dessen Engagement 2016 an die erste Mannschaft herangeführt und seitdem behutsam gehegt und gepflegt.

Weltmann Guardiola weiß, dass Fodens Wert als Kind der Stadt und kommende Identifikationsfigur weit über das rein Sportliche hinausgeht.

In dem Buch "Pep's City: The Making of a Superteam" formulierte Guardiola ein regelrechtes Foden-Manifest. "Er ist der einzige Spieler, der unter gar keinen Umständen verkauft werden darf", wird er darin zitiert: "Nicht einmal für 500 Millionen Euro. Phil geht nirgendwohin. Er ist Manchester City."

Feste Größe seit dem Re-Start

Zwar gibt es Kritiker, die finden, dass Guardiola Fodens Etablierung noch schneller hätte vorantreiben können, dass er sie vernachlässigt hat, kann man ihm aber nicht vorwerfen.

Ähnlich wie zuvor in München mit Joshua Kimmich wählte er das Tempo, das er für passend hielt und versicherte Foden auch dann stets seiner Wertschätzung, wenn er nicht spielte.

Zuletzt passierte das schon deutlich seltener: Seit dem Neustart nach der Corona-Pause fehlte Foden - der zuletzt auch körperlich zugelegt hat - nur in einem von zehn Premier-League-Spielen, schoss in 23 Saisonspielen fünf Tore, bereitete zwei weitere vor.

Bald Debüt in der Nationalmannschaft?

In der kommenden Saison wird Foden noch mehr Raum zur Entfaltung bekommen: Neben Sané geht auch der langjährige Offensiv-Pfeiler David Silva. Und Guardiola hat ausdrücklich vermerkt, dass er für letzteren keinen Ersatz verpflichten will - wegen Foden, der von Beobachtern mit dem jungen Paul Gascoigne, gar mit Lionel Messi verglichen wird.

Der Jungstar selbst - seit Januar 2019 schon junger Vater, nachdem Freundin Rebecca einen Sohn zur Welt brachte - fällt nicht durch großspurige Wortmeldungen auf. Angesprochen auf seine Ziele für die kommende Saison sagte er zuletzt, dass er seine Tor- und Vorlagenbilanz schlicht "weiter verbessern" wolle.

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Guardiola hat mehr als deutlich gemacht, dass er Foden für bereit hält, den nächsten Schritt zu gehen - was ihm auch außerhalb des Klubs neue Türen öffnet: Gareth Southgate, der englische Nationalcoach, hatte im Juni betont, dass Foden bei City erst regelmäßig spielen müsse, um bei ihm eine realistische Chance zu haben.

Foden erfüllt diese Forderung inzwischen. Womöglich noch zum rechten Zeitpunkt vor der auf 2021 verschobenen EM.