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München - Finalverlierer Paris Saint-Germain streicht in der Champions League offenbar mehr ein als Triple-Sieger FC Bayern. Die TV-Gelder sind ausschlaggebend.

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Ein großer Trost wird es nicht sein für Thomas Tuchel, Neymar und die Klub-Verantwortlichen von Paris Saint-Germain - aber eine bemerkenswerte Kuriosität wäre es schon.

Obwohl PSG das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern verloren hat, soll der französische Hauptstadt-Klub noch mehr Geld als der Sieger aus München eingestrichen haben.

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134 Millionen Euro hätte PSG durch die Königsklasse umgesetzt, die Bayern "nur" 130 Millionen: Das ist das Ergebnis einer Berechnung des britischen, in der Schweiz lebenden Bloggers Kieron O'Connor, der sich als "Swiss Ramble(r)" vielfach mit kenntnisreichen Analysen der geschäftlichen Aspekte der Branche hervorgetan hat.

Wie das sein kann? SPORT1 vollzieht die Rechnung nach und ordnet ein.

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- Die Startprämie:

Jeder Klub, der es in die Gruppenphase der Champions League schafft, wird mit einem fixen Geldbetrag belohnt. Im vergangenen Jahr betrug dieser nach offiziellen UEFA-Angaben 15,25 Millionen Euro. O'Connor legt ihn auch für diese Saison zugrunde, einen Unterschied macht er im Vergleich beider Teams logischerweise nicht.

PSG: 15,25 Millionen - FC Bayern: 15,25 Millionen

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- Die Leistungsprämien:

Der für beide Teams größte Einnahmeposten sind die leistungsabhängigen Auszahlungen für das sportliche Abschneiden in der Saison.

Für Bayern sieht die Rechnung auf Grundlage der Zahlen des vergangenen Jahres wiefolgt aus: 2,7 Millionen Euro für jeden der sechs Siege in der Gruppenphase – 9,5 für das Erreichen der K.o.-Runde, 10,5 fürs Viertel-, 12 fürs Halbfinale, 15 für das Erreichen des Endspiels, 4 Millionen extra für den Sieg.

Hinzu kommen noch einmal 1,6 Millionen Euro aus einem Geldpool, in dem die Prämien für Unentschieden in der Gruppenphase an alle Teams verteilt werden (auch an die, die nie unentschieden gespielt haben - es ist etwas verstrickt).

PSG kassiert etwas weniger Leistungsprämien, weil es in der Gruppenphase ein Remis gegen Real Madrid gab, zudem fehlt natürlich der Vier-Millionen-Bonus für den Sieg.

PSG: 63 Millionen - FC Bayern: 69 Millionen

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- Das Koeffizienten-System:

Die 2018 eingeführte Zehn-Jahres-Wertung der UEFA dient dazu, sportliche Konstanz und den Wert vergangener Erfolge in der Abrechnung zu berücksichtigen – das Prinzip ist ähnlich wie das der Fünfjahreswertung, anhand der die Anzahl der Champions-League-Plätze pro Land vergeben werden.

Der Klub, der in der Zehn-Jahres-Wertung vorn liegt, erhält das 32-Fache eines festgelegten Geldbetrags, die Nummer 2 das 31-Fache, die Nummer 3 das 30-Fache - und so weiter.

Im vergangenen Jahr lag dieser zu multiplizierende Betrag bei 1,108 Millionen Euro. Der FC Bayern als Drittplatzierter der Zehn-Jahres-Wertung bekäme ihn also 30 Mal (33 Millionen), PSG als Nummer 7 26 Mal (29 Millionen).

PSG: 29 Millionen Euro - Bayern: 33 Millionen Euro

- Die TV-Gelder:

Bislang war Bayern in jeder Kategorie vorn, die Fernseheinnahmen jedoch stellen alles auf den Kopf: O'Connor setzt hier - wiederum auf Grundlage der Zahlen des vergangenen Jahres - 14 Millionen mehr für PSG an.

Wie das sein kann? Im Vergleich mit den vier anderen europäischen Top-Ligen (England, Spanien, Italien, Frankreich) haben die Bundesligisten aktuell den am wenigsten umfangreichen TV-Deal. Die neuen, deutlich lukrativeren Verträge mit DAZN, Amazon Prime und dem ZDF - in denen der bisherige Hauptrechtenehmer Sky außen vor ist - treten erst ab 2021 in Kraft.

Hinzu kommt: PSG muss sich die über einen komplizierten Schlüssel an die einzelnen Klubs vergebenen TV-Gelder nur mit zwei anderen Ligue-1-Klubs teilen, Bayern mit drei.

PSG: 27 Millionen Euro - FC Bayern: 13 Millionen Euro

- Fazit:

O'Connor selbst räumt ein, dass in seiner Erhebung einige Unbekannte sind, vor allem bei der Vorausberechnung der TV-Geldanteile, die durch die Sondersituation mit der Coronakrise nochmal diffiziler geworden ist.

Die offiziellen Zahlen wird die UEFA schließlich selbst bekanntgeben, im letzten Jahr passierte das etwa eineinhalb Monate nach dem Finale. Die Bayern sollten dann aber nicht überrascht sein, wenn sich die detaillierte Prognose bestätigt.