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Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge blickt stolz auf die Saison zurück. Er verrät, was ihn nach dem Triple besonders gefreut hat und verneigt sich vor zwei Spielern.

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"Dieser Erfolg ist die Krönung seines Schaffens beim FC Bayern!"

Große Worte der Anerkennung, ausgesprochen von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Der Empfänger: Karl-Heinz Rummenigge.

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Seit mittlerweile 19 Jahren ist der ehemalige Nationalspieler Vorstandsvorsitzender der Münchner. Seit vergangenen Sonntag ist die Ära Rummenigge um ein weiteres Triple reicher.

"Er (Watzke, de. Red.) hat mir auch telefonisch gratuliert. Ich habe geantwortet: Vielen Dank für die Rosen, ich gebe sie alle an den Klub weiter", sagte Rummenigge nun in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

"Denn dieser Erfolg war eine fantastische Teamarbeit. Beim FC Bayern wird wirklich gut, harmonisch und loyal zusammengearbeitet".

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Bayern-Boss: Dieser Glückwunsch hat mich am meisten bewegt

Als vor einer Woche im Estadio da Luz in Lissabon der Abpfiff ertönte und der Triumph in der Champions League feststand, habe er schlicht den Moment genossen und sich für den ganzen Klub gefreut.

"Wenn man sieht, wie Robert Lewandowski nach dem Abpfiff weint. Wie David Alaba in Ekstase über den Rasen läuft… Wir haben in der Finalnacht ausgiebig gefeiert", berichtet Rummenigge.

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Wenig überraschend erreichten den ehemaligen FCB-Torjäger unzählige Glückwünsche. Eine habe ihn dabei besonders bewegt.

"Ich kenne an sich keinen Neid, aber ich habe immer ein bisschen bewundernd zu Real Madrid rübergeschaut", verrät Rummenigge.

"Reals Präsident Florentino Perez ist ein guter Freund von mir, er hat mir eine WhatsApp-Nachricht geschrieben, die mich besonders gefreut hat. Er hat sich quasi verneigt vor dem ganzen Klub."

Auch ein alter Bekannter der Münchner meldete sich: Pep Guardiola, der sich den großen Traum vom Henkelpott mit den Münchnern nie erfüllen konnte.

"Ja, er schickt immer Sprachnachrichten. Ich finde es gut, dass er sich mit uns freut", betont Rummenigge. Guardiola schicke seine Nachrichten immer auf Englisch und wisse aufgrund seiner Trainer-Jahre in München genau, "was es für unseren Klub bedeutet, mal wieder auf den Thron gestiegen zu sein."

Rummenigge: Lewandowski hat sich verändert

Einen ganz besonderen Stellenwert hat der Titel in der Königsklasse auch für Robert Lewandowski. Der Pole hat die Saison seines Lebens gespielt und sich endlich mit dem Pokal belohnen können, nachdem er jahrelang lechzte.

"Robert lebt Bayern München", stellt Rummenigge fest. "Früher habe ich gedacht, er sieht uns vielleicht etwas als Durchgangsstation, um eines Tages bei Real Madrid zu landen, seinem damaligen Lieblingsklub. Das hat sich verändert."

Der 32-Jährige sei immer besessen vom Champions-League-Pokal gewesen. "Als er ihn endlich in den Armen hatte war er wahrscheinlich der glücklichste Mensch in Lissabon und Polen."

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Dass er nach der Erfüllung seines Traums nun einen Ganz zurückschalte, ist für Rummenigge kein denkbares Szenario.

"Robert ist vielleicht der beste Profi, den ich hier erlebt habe. Seine Ernährung, sein Lifestyle - alles ist auf den Erfolg ausgerichtet. Wenn ich manchmal in der Kabine bin und seinen Oberkörper sehe - er ist wie Adonis. Besser geht es nicht", schwärmt der FCB-Boss und wagt einen mutigen Vergleich.

"Die Frage ist, ob Robert mit 35 sogar noch besser sein wird als Cristiano Ronaldo mit 35!"

Rummenigge adelt Manuel Neuer

Während bei CR7 die Meinungen auseinandergehen, ob der Portugiese vielleicht sogar der beste Fußballer der Geschichte ist, hat Rummenigge seine Antwort in Bezug auf die Torhüterposition bereits gefunden.

"Ich glaube, ja", antwortete er auf die Frage, ob Manuel Neuer der beste Torhüter in der Geschichte des Fußballs sei.

"Er steht vor dem Gegner wie eine Wand. Neuer the Wall, den Namen trägt er zurecht. Ich habe den Eindruck, er ist nach seiner Verletzung noch besser geworden. Manuel ist nochmal auf ein neues Niveau gekommen und hat das Torwartspiel auf eine andere Stufe gebracht."

Der beste Torhüter der Geschichte, ein Stürmer, der mit 35 vielleicht sogar noch besser ist als Ronaldo: ist der FC Bayern nun auf Jahre hinaus unschlagbar?

"Jetzt bewundert uns ganz Europa, vorher war es der FC Liverpool, davor Real Madrid. International eine Ära lange fortzusetzen ist sehr schwierig. Ab sofort sind wir in gewisser Weise Vorbild, aber auch diejenigen, die gejagt werden", dämpft Rummenigge die Erwartungen.

"Wir sind jetzt die Benchmark in Europa. Dadurch haben wir eine große Verantwortung uns selbst gegenüber, aber auch gegenüber dem deutschen Fußball."