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Lissabon - Die Bayern müssen für das Champions-League-Finale gegen PSG die Abwehr stabilisieren, warnt Oliver Kahn. SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg pflichtet bei.

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"Wenn wir gegen Paris den Ball verlieren, dann geht die Post ab. Wenn diese Spieler eine Chance haben, knallt es meistens."

Oliver Kahn hat gesprochen. Besonnen, stolz, aber auch warnend und mahnend äußerte sich das Vorstandsmitglied an Tag eins nach dem Finaleinzug.

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8:2 gegen Barcelona, 3:0 gegen Lyon. Im gesamten Kalenderjahr ist der FC Bayern noch ungeschlagen und nun, im großen Finale einer denkwürdigen Saison, wartet im Champions-League-Finale Paris Saint-Germain.

Super-Trio vs. totale Dominanz

Jener Verein, der in den vergangenen neun Jahren über eine Milliarde Euro in Neuzugänge investiert hat. Nur, um irgendwann den Henkelpott in den Händen zu halten. Jene Truppe, die sich vor allem über drei Spieler definiert: Neymar, Kylian Mbappé und Ángel Di Mariá.

Was dieses Dreigestirn in der Offensive zu leisten im Stande ist, hat RB Leipzig schmerzvoll ertragen müssen.

Am Sonntag trifft dieses Offensiv-Trio auf die Bayern. Ihres Zeichens geprägt von Ballbesitzfußball mit dem Ziel der totalen Dominanz. Geprägt von einer Gier nach Titeln und Toren. Angeschoben von einer hochstehenden Viererkette, die sich in Lissabon, im Zweifel, auf die Schnelligkeit von Alphonso Davies oder David Alaba verlässt. Auf ein routiniertes Stellungsspiel von Jérôme Boateng oder auf den Ehrgeiz und den Biss von Joshua Kimmich.

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Viererkette gegen Lyon verletzlich

Es ist aber auch die Viererkette, die gegen Lyon offenbart hat, dass sie verletzlich sein kann. Insbesondere über die Außenverteidiger-Positionen und dann, wenn im Zentrum zu läppisch gespielt wird und Bälle leichtsinnig verloren werden. Ein Abwehrquartett, das einen derart großen Raum hinter sich lässt, dass Manuel Neuer kaum noch in Sichtweite zu sein scheint.

Chelsea wurde dominiert, Barcelona auch. Lyon hätte den Bayern wehtun können, tat es aber nicht. Und Paris? Die sind für Kahn "eine andere Hausnummer". Neymar ist abgezockt, Mbappé trickreich und schnell, Di Mariá ohnehin mit allen Wassern gewaschen.

Flick weiß das, Kahn auch. Alle wissen das.

Dass nun ausgerechnet der Titan öffentlich davor warnt, was am Sonntag auf die Bayern-Defensive zurollen könnte, ist richtig und wichtig.  

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Kahn schärft die Sinne

Kahn schärft mit seiner Rede zur Nation die Sinne - die von Fußball-Deutschland und die der eigenen Spieler. Kahn schwächt die vermeintliche Favoritenrolle seiner Bayern ab, die man automatisch innehat, wenn man Barcelona acht Tore einschenkt.

Die Mannschaft möchte offensiv verteidigen. Flick gewährt ihnen diese taktische Marschroute, denn er vertraut seiner Elf. Es sei nicht der Stil der Bayern, "sich zurückzuziehen und den Gegner kommen zu lassen", erklärte Kahn.

Unwahrscheinlich, dass Flick ausgerechnet im letzten Spiel einer langen Saison die Taktik auf den Kopf stellt, wenngleich er bereits angekündigt hat, die Defensive "etwas anders organisieren" zu wollen.

Die Flick-Bayern jagen Tore, Rekorde, Punkte und Titel. Sie stürmen, sie dominieren, aber agieren manchmal etwas zu sorglos in der Defensive. Man könne im Eifer des Offensivspektakels schon mal vergessen, dass Paris vorne schnelle Leute habe und gefährlich werden könne, prophezeite Kahn: In diesem Fall "brennt es richtig".

Das darf den Bayern am Sonntag nicht passieren. Andernfalls könnte dem Rausch der vergangenen Tage und Wochen ein böses Erwachen folgen.