Lucas Hernández (u.) knipst Bilder von Jivi Martínez in der leeren Münchner Arena
Lucas Hernández (u.) knipst Bilder von Jivi Martínez in der leeren Münchner Arena © Florian Plettenberg
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München - Nach dem letzten Champions-League-Heimspiel der Saison kehrt Javi Martínez noch einmal in die leere Allianz Arena zurück. Ein Fingerzeig für seine Zukunft?

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Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte. Auch im Fall von Javi Martínez? 

Es ist 23.25 Uhr, als der 31-jährige Baske am Samstagabend frisch geduscht und zur Heimfahrt bereit mit Lucas Hernández auf den Platz der Allianz Arena zurückkehrt.

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Allerdings gehen die beiden nicht direkt in Richtung des Mannschaftsbusses, sondern halten kurz an, denn Martínez hat einen ganz besonderen Wunsch: Fotos der Stille im Schmuckkästchen seines FC Bayern.  

Hernández zögert nicht lange, Martínez bringt sich in Pose und schaut gedankenversunken in Richtung der leeren Tribünen. So, als wolle er sich letzte Schnappschüsse aus seinem sportlichen Wohnzimmer sichern.

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Der Grund läge auf der Hand: Der Triple-Held von 2013 steht in diesem Sommer zum Verkauf, und mit dem Königsklassen-Turnier in Lissabon endet die Saison der Bayern - auch für Martínez, dessen bis 2021 gültiger Vertrag nicht verlängert wird. Zuletzt soll Stade Rennes Interesse gezeigt haben. Die Franzosen spielen nächste Saison in der Champions League.  

Martínez sagt leise "Servus"!

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Im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea (4:1) hatte ihn Cheftrainer Hansi Flick in der 81. Minute für Serge Gnabry eingewechselt. Der Defensiv-Allrounder fügte sich wie immer nahtlos ins Spiel der Münchner ein und half gegen Ende hin sogar in der Innenverteidigung aus.  

Kein Platz für Martínez im Mittelfeld

Martínez weiß, dass die Aussichten auf einen Startelfeinsatz derzeit mau sind, und im Zentrum Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Thiago gesetzt sind. Hinzukommt, dass der 18-malige spanische Nationalspieler oft mit muskulären Problemen zu kämpfen hat. An seiner Einstellung und seiner guten Laune ändert all das aber nichts.  

Beispielhaft schnappte sich Martínez Minuten vor seinem symbolträchtigen Foto und unmittelbar vor den Fitnessläufen der Reservisten das Stadionmikro. Martínez sagte ein paar Wörter auf Spanisch, während viele seiner Mitspieler Interviews an den TV-Stationen gaben und dadurch kurz abgelenkt wurden. Die Lacher waren auf seiner Seite.

238 Pflichtspiele hat Martínez bisher für den FC Bayern absolviert. Dabei gelangen ihm 13 Tore und neun Assists. Unvergessen bleibt aus Bayern-Sicht, wie er in der Triple-Saison 2013 im defensiven Mittelfeld an der Seite von Bastian Schweinsteiger begeisterte.

Rummenigge: Martínez-Deal "ein Meilenstein"

Ein Jahr zuvor war er für eine damalige Rekordablöse von Athletic Bilbao nach München gekommen. "40 Millionen Euro damals wären heute ungefähr 120. Diese Summe war ein Meilenstein", sagte Karl-Heinz Rummenigge zuletzt im SPORT1-Interview.

"Die Diskussion über Martínez wurde bei uns über Monate geführt. Irgendwann mussten wir eine Entscheidung fällen. Dann haben wir Jupp Heynckes gefragt, ob das ein Spieler ist, der den FC Bayern ein Stück weiter bringt, da er ihn durch seine Kenntnis des spanischen Fußballs am besten beurteilen konnte. Er hat 'Ja' gesagt. Dann haben wir das hohe Investment getätigt, und im Jahr danach haben wir das Triple gewonnen - auch dank Javi." 

Seinen Anteil hätte Martínez auch an einem möglichen Triple 2020. Nach seinem Abschiedsfoto wäre es das passende Abschiedsgeschenk.