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München - Am Freitag erfolgt der Restart der Champions League. Der FC Bayern träumt vom Triple. SPORT1 beleuchtet die aktuelle Form aller verbliebenen Teilnehmer.

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Die Jagd auf den Henkelpott beginnt wieder!

In der Champions League rollt ab Freitag endlich der Ball. Zunächst werden die restlichen vier Viertelfinalisten ermittelt, ehe am Mittwoch 12. August das Final 8 in Lissabon steigt.

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Das Ziel aller Träume: Das Estádio da Luz, in dem am 23. August das Endspiel angesetzt ist. Erfüllt sich der FC Bayern dann den Traum vom Triple? Welche Konkurrenten müssen die Münchner am ehesten fürchten? Wem droht der K.o.?

SPORT1 präsentiert den Formcheck der Champions League.

Platz 12: FC Chelsea

Ein 0:3 muss Frank Lampards Team im Achtelfinal-Rückspiel bei den Bayern aufholen. Allerdings plagen die Blues enorme Personalsorgen.

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Bei der 1:2-Niederlage im FA-Cup-Finale gegen den FC Arsenal verletzten sich Christian Pulisic, Kapitän Cesar Azpilicueta und Pedro. Wegen seiner Roten Karte im Hinspiel fehlt zudem Marcos Alonso. Und Neuzugang Timo Werner ist noch nicht spielberechtigt.

Mit überzeugenden Auftritten - beispielsweise ein 2:1-Sieg über Manchester City - sicherte sich Chelsea in der Premier League zwar die erneute Teilnahme an der Königsklasse, die vielen Verletzten und die klare Hinspiel-Niederlage sind aber eine zu große Hypothek.

Platz 11: SSC Neapel

Mit dem Gewinn der Coppa Italia feierte Napoli im Juli den ersten großen Titel seit 30 Jahren.

Ansonsten schloss das Team von Gennaro Gattuso die Serie A auf einem eher enttäuschenden siebten Platz ab. Mit einem 3:1-Sieg gegen den Vierten Lazio Rom feierte Neapel immerhin einen versöhnlichen Abschluss.

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In der Königsklasse kämpfen Dries Mertens und Co. um den Einzug ins Viertelfinale - und ein mögliches Duell mit den Bayern. Das 1:1 im Hinspiel zuhause sieht Gegner FC Barcelona allerdings etwas im Vorteil.

Platz 10: Olympique Lyon

Ende Februar verschaffte Lucas Tousart mit seinem goldenen Tor zum 1:0 Olympique Lyon im Achtelfinale gegen Favorit Juventus Turin eine glänzende Ausgangsposition. Dann legte die Corona-Pandemie den Spielbetrieb lahm.

Tousart ist mittlerweile Geschichte bei OL, der 23-Jährige startete unlängst mit seinem neuen Klub Hertha BSC in die Vorbereitung. Und während Gegner Juve in Italien den neunten Scudetto in Folge holte, wurde die Saison in Frankreich abgebrochen.

Einziges Pflichtspiel für Lyon seit Beginn des Corona-Lockdowns war das Finale im Coupe de la Ligue gegen Paris Saint-Germain am Freitag. Immerhin hielt OL 120 Minuten ein 0:0, ehe man sich doch im Elfmeterschießen geschlagen geben musste. Aufgrund der fehlenden Spielpraxis ist schwer abzuschätzen, wo Lyon momentan wirklich steht.

Platz 9: RB Leipzig

Das Ticket für das Viertelfinale hat die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann bereits in der Tasche. Der Gegner auf dem Weg ins Halbfinale heißt Atlético Madrid.

Das 1:1 im Testspiel zuletzt gegen den VfL Wolfsburg offenbarte noch Nachholbedarf bei den Sachsen, vor allem bezüglich der zahlreichen Torchancen. "Daraus müssen wir in der Folge mehr Tore erzielen. Das gilt dann auch für die anstehenden Spiele", sagte Nagelsmann.

Mit dem zum FC Chelsea gewechselten Timo Werner fehlt RB allerdings der Toptorjäger der abgelaufenen Saison.

Platz 8: FC Barcelona

Mit Punktverlusten gegen Sevilla, Celta Vigo und Atlético Madrid verspielte Barca nach dem Restart in La Liga frühzeitig alle Titelträume. Der Tiefpunkt war aber die peinliche 1:2-Niederlage gegen CA Osasuna am vorletzten Spieltag.

"Ich sage, wenn wir auf diese Art weitermachen, werden wir in der Champions League nicht weiterkommen. Und wir waren nicht gut genug, um den Titel in La Liga zu verteidigen", schlug Lionel Messi bei Movistar+ Alarm. "Wir müssen viele Dinge ändern, wenn wir liefern wollen. Wir haben den Titel durch unsere Patzer verloren und nicht wegen den Sachen, die Real Madrid tat, wie viele Menschen behaupten."

Auch Trainer Quique Setién geriet in den vergangenen Wochen verstärkt in die Kritik. In der Königsklasse müssen die Katalanen nun liefern. Das 1:1 in Neapel ist eine passable Ausgangslage für das Erreichen des Viertelfinales - nicht mehr und nicht weniger. Dann droht aber ein Duell mit den Bayern.

Platz 7: Paris Saint-Germain

Das Triple hat Thomas Tuchel schon in der Tasche - nun will PSG auch die Chance aufs Quadruple wahren. Doch trotz Titelgewinn in der Ligue 1 nach Saisonabbruch und den Siegen im Coupe de France und Coupe de la Liga zuletzt herrscht etwas dicke Luft in Paris.

"Sie müssen ja immer etwas Negatives suchen", reagierte Tuchel gereizt auf eine kritische Reporterfrage nach dem Liga-Pokalsieg: "99 positive Dinge, aber Sie suchen nach dem 100. und einzig negativen Punkt." Anlass der Kritik: PSG erzielte in beiden Pokalendspielen zuletzt nur ein Tor aus dem laufenden Spiel heraus.

Zudem droht Kylian Mbappé für das Viertelfinale gegen Überraschungsteam Atalanta Bergamo auszufallen. "Die Zeit wird sehr knapp, das ist klar. Jeder Tag zählt, um ein Wunder geschehen zu lassen", so Tuchel.

Platz 6: Juventus Turin

In der Serie A sicherte sich die "Alte Dame" souverän den neunten Scudetto in Folge. Die letzten beiden Ligaspiele gingen allerdings verloren.

"Wir müssen unsere mentalen und physischen Batterien wieder aufladen", sagte Coach Maurizio Sarri nach dem 1:3 gegen die AS Roma bei Sky Italia. Mit Blick auf das Achtelfinal-Rückspiel gegen Lyon müsse man das Gefühl zurückerlangen, dass es ein echtes Spiel mit wirklichen Konsequenzen ist.

Leistungsträger Paulo Dybala (17 Pflichtspieltreffer, 14 Assists) droht allerdings mit einer Oberschenkelverletzung auszufallen. Superstar Cristiano Ronaldo wurde zuletzt geschont, stand bei der Niederlage gegen die Roma nicht im Kader.

Platz 5: Real Madrid

Dank einer beeindruckenden Siegesserie, allerdings begleitet von Diskussionen um zweifelhafte Elfmeter sicherte sich Real in La Liga den Titel.

Kapitän Sergio Ramos glänzte seit dem Restart mit sechs Treffern in ungewohnter Rolle als Torjäger. In der Königsklasse fehlt Ramos allerdings wegen einer Rotsperre. Zudem muss das Team von Trainer Zinédine Zidane ein 1:2 aus dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Manchester City wettmachen.

In der Vorbereitung auf die Partie sorgte zudem der positive Coronatest bei Mariano Diaz für zusätzlichen Wirbel. Auch das Theater um Gareth Bale bestimmte zuletzt die Schlagzeilen und überlagerte das sportliche Geschehen in Madrid.

Platz 4: Atalanta Bergamo

Am Ende verpasste die Überraschungsmannschaft aus der Lombardei die Vizemeisterschaft in der Serie A nur knapp. Die 0:2-Niederlage im Topspiel gegen Inter Mailand am Samstag war allerdings die erste Pleite für Gian Piero Gasperinis Team seit dem Liga-Restart im Juni.

"Das war die beste Vorbereitung auf die Champions League", sagte Gasperini anschließend bei DAZN. "Wir haben in den vergangenen Wochen etwas den Fuß vom Gas genommen, aber wir haben erkannt, dass wir gegen solche Teams nicht so spielen können."

Die Mannschaft um den deutschen Außenverteidiger Robin Gosens beeindruckte vor allem in der Offensive, die 100-Tore-Marke verpasste "die Göttin" nur um zwei Tore. Am 32. Spieltag hatte Atalanta Meister Juventus beim 2:2 am Rande einer Niederlage. Im Viertelfinale gegen PSG ist Gasperinis Team eine Überraschung durchaus zuzutrauen.

Platz 3: Atlético Madrid

Diego Simeone hat nach der Coronapause die Colchoneros zurück zu alter Stärke geführt. Seit Wiederbeginn der spanischen Liga blieb Atlético in elf Spielen ungeschlagen, dem FC Barcelona trotzte man ein 2:2 ab.

Allerdings konnte Sorgenkind Joao Félix weiterhin die an seine Verpflichtung geknüpften hohen Erwartungen nicht erfüllen. Im Saisonendspurt bremste den 20-Jährigen eine Knöchelverletzung aus, am letzten Spieltag feierte er als Joker sein Comeback.

Im Viertelfinale bekommt es Atléti in einem einzigen K.o.-Duell mit RB Leipzig zu tun. Die größere Erfahrung und die Abgezocktheit spricht hier für Simeones Truppe. Die Vorbereitung verlief allerdings nicht nach Plan, denn Atlético fand keinen Testspielgegner.

Platz 2: Manchester City

Der Titel in der Premier League war aufgrund der Dominanz des FC Liverpool frühzeitig futsch, dennoch legte Pep Guardiolas Team nach dem Restart teils beeindruckende Auftritte hin, wie etwa beim 4:0 gegen Liverpool.

Seit Wochen liegt der volle Fokus daher auf der Königsklasse. Guardiola selbst setzte sich zuletzt zusätzlich unter Druck. "Wenn ich die Champions League nicht gewinne, bin ich gescheitert", sagte der 49-Jährige im DAZN-Interview. "Aber das Wichtigste ist, es zu versuchen."

Mit dem 2:1-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel bei Real Madrid stehen die Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale gut. Seine Mannschaft sollte aber "nicht zu viel über den Vorteil nachdenken, den wir haben, denn dann werden wir Schwierigkeiten bekommen", warnte Guardiola. Stürmer Sergio Agüero droht wegen einer Knieverletzung auszufallen.

Platz 1: FC Bayern

In der Bundesliga stürmte der FC Bayern unaufhaltsam zum achten Titel in Serie, in den neun Spielen seit dem Restart feierten die Münchner neun Siege. Zudem machte Hansi Flicks Mannschaft mit dem 4:2-Sieg im DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen das Double perfekt.

Beim 1:0-Sieg im Testspiel gegen Olympique Marseille feierte zudem Niklas Süle nach überstandenem Kreuzbandriss sein Comeback. Der Ausfall von Benjamin Pavard zwingt Flick zum Umbau seiner Erfolgself. Es zeichne eine Mannschaft aus, "wenn sie einen solchen Ausfall auch immer wieder kompensieren kann", sagte Flick.

Gegen den geschwächten FC Chelsea gilt es nun am kommenden Samstag, den 3:0-Vorsprung aus dem Hinspiel zu verteidigen. Und den Traum vom zweiten Triple der Klubhistorie nach 2013 am Leben zu halten. Auch Flick weiß: "Bei solchen Turnieren muss man zum Punkt da sein."