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Lissabon - Erstmals seit Monaten spricht Jérôme Boateng spricht vor dem Spiel gegen Olympique Lyon über seinen Formanstieg, die Titel-Ambitionen des FC Bayern und Alphonso Davies.

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Jetzt spricht Jérôme Boateng!

In einer Medienrunde stellte sich der 31-jährige Innenverteidiger am Sonntagnachmittag den Fragen ausgewählter Medienvertreter.

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SPORT1 war dabei und fasst die wichtigsten Fragen und Antworten des Leistungsträgers zusammen.

SPORT1: Spürt er als Triple-Held von 2013, dass die Mannschaft in dieser Saison ganz besonders nach dem Henkelpott lechzt und der Titel drin ist?

"Das habe ich ehrlich gesagt schon vom ersten Tag an gemerkt. In der Champions League weit zu kommen, das war diese Saison unser großes Ziel. Gerade auch wegen des Ausscheidens im letzten Jahr waren wir sehr motiviert. Wir haben die Spiele in der Champions League auf einem sehr hohen Niveau bestritten. Wir haben dort oft besser gespielt als am Anfang in der Bundesliga. Wir wussten von Anfang an, dass wir eine sehr hohe Qualität und gute Mannschaft haben. Aber man muss es auf den Platz bringen. Wir waren die ganze Zeit extrem gierig. Das hat man in den Spielen gesehen."

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Warum ist die Mannschaft so intakt?

"Wir kommen immer mal wieder zusammen. Ob zum Grillen oder in ein Restaurant. Wir haben zurzeit eine sehr gute Stimmung in der Kabine. Alle verstehen und respektieren sich, aber es ist auch klar, dass nicht alle beste Freunde sind. Wir wissen, wann wir fokussiert und konzentriert sein müssen und wir auch mal einen Spaß machen können. Es ist auch sehr familiär. Auf dem Platz sieht man, dass jeder für den anderen da ist."

Gibt es zwischen dem 7:1 bei der WM 2014 gegen Brasilien und dem 8:2 gegen den FC Barcelona Parallelen?

"Das sind beides sehr unterschiedliche Spiele gewesen. Wir hatten auch eine andere Taktik. Gegen Brasilien haben wir das Spiel nicht so ultra-kontrolliert wie gegen Barcelona. Wir haben gut gepresst und Barcelona nicht atmen lassen."

Wie ist es zu erklären, dass Sie sich wieder in Topform befinden?

"Dazu gibt es mehrere Details. Wichtig ist, dass man das Vertrauen vom Trainer bekommt, Spaß am Fußball hat und sich wohlfühlt. Das ist alles gegeben. Ich habe wieder Spaß und bekomme mehr Minuten auf dem Platz. Ich kann wieder zeigen, was ich kann. Ich genieße jede Sekunde und jede Reise mit dem FC Bayern. Es ist ein unheimlich tolles Gefühl. Das Trainerteam pusht uns auch. Es macht Spaß, ein Teil des FC Bayern zu sein. Deswegen läuft es für mich seit dem Wechsel auch wieder besser."

Haben auch taktische Umstellungen mit Ihrem Formanstieg zu tun?

"Die ganze Mannschaft profitiert von einem klaren Plan unter Hansi Flick und seinem Trainerteam. Nicht nur ich. Wir alle kennen unsere Taktik aber schon von früher unter Pep Guardiola. Von daher ist es nichts Neues."

Warum sind die Spieler des FC Bayern trotz der Corona-Pausen so fit?

"Der Schlüssel ist, dass wir so früh wie möglich angefangen haben. Ein ganz großes Lob auch an Dr. Holger Broich (Fitness-Chef, d. Red.) und das Trainerteam, die uns super aufgebaut haben. Wir sind physisch sehr gut drauf. Das ist ganz wichtig. Wir können noch was drauflegen, wenn andere Teams hinten raus müde werden."

Wie haben Sie den Sieg von Lyon gegen Manchester City verfolgt?

"Ein paar haben es zusammen geschaut, ein paar auf den Zimmern. Wir waren über das Ergebnis überrascht. Lyon war eiskalt. Sie spielen sehr diszipliniert. Das wird eine schwere Aufgabe. Sie haben nicht umsonst auch Juventus Turin rausgeschmissen. Uns ist es aber egal gegen wen wir spielen. Wir wollen einfach ins Finale."

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Ihnen wurde von Uli Hoeneß vergangenes Jahr ein Wechsel nahegelegt. Wir haben Sie das wahrgenommen und wie konnten Sie jetzt so zurückkommen?

"Das ist Vergangenheit, darüber möchte ich nicht mehr reden. Ich konzentriere mich auf das Hier und Jetzt. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir als Team erfolgreich sind. Ich habe nie aufgegeben und immer weiter Gas gegeben und gekämpft. Das ist das Wichtigste."

Was sagen Sie zum Dribbling von Alphonso Davies gegen den FC Barcelona?

"Zu seinem Solo sage ich: 'Wow'. Das war Weltklasse! So eine Entwicklung gibt es nicht so oft. Dass ein so talentierter Junge so explodiert und seine Position gefunden hat. Das freut mich riesig für ihn. Er ist auch neben dem Platz sehr sympathisch, auf dem Boden geblieben und überhaupt nicht abgehoben. Er will noch besser werden und weiterlernen. Es ist eine Freude, ihm dabei zuzuschauen wie er das macht. Da ist noch so viel Potential. Es ist ja auch nicht seine Stammposition gewesen. Man kann von ihm noch viel erwarten. Er wird noch viel besser."

Wie hat sich Hansi Flick als Person entwickelt?

"Er hat sich absolut positiv entwickelt. Mir hat er schon immer viel geholfen, viel mit mir geredet und oft Einzeltraining mit mir gemacht. Hansi war für mich auch schon in der Nationalmannschaft ein wichtiger Ansprechpartner. Jetzt als Cheftrainer macht er es auch sehr gut. Er behandelt uns Spieler alle gut, da kann sich keiner beschweren. Alle ziehen super mit. Seine Ansprachen sind sehr gut, das Training macht Spaß. Vom Verhalten her ist er aber nicht distanzierter geworden. Er ist immer noch ein toller Mensch, mit dem man auch über Privates und andere Themen sprechen kann. Er kommt bei den Spielern sehr gut an und ist ein absoluter Gewinn für die ganze Mannschaft."

Was sind die Unterschiede zwischen Benjamin Pavard und Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger?

"Benji hat diese Position sehr gut gespielt. Jetzt ist er leider verletzt. Josh hat es dort über viele Jahre auch sehr gut gemacht. Josh hat offensiv aber mehr Drang nach vorne. Er interpretiert die Position anders als Benji. Aber beide sind dort auf ihre Art und Weise sehr stark. Man kann sich nicht beschweren, wenn man auf rechts solche Möglichkeiten hat. Ich fühle mich mit beiden sehr gut auf dem Platz. Wir ergänzen uns gut."