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Frankfurt am Main - Die CL-Endrunde ist von deutschen Teams und Trainern geprägt. Eintracht Frankfurts Fredi Bobic kann die Erfolge während der Corona-Zeit gar nicht genug würdigen.

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Es ist schon ein paar Jahre her als sich die Wege von Fredi Bobic und Thomas Tuchel kreuzten: Zwischen 1992 und 1994 spielten beide für die Stuttgarter Kickers.

Bobic wechselte anschließend zum VfB und stieg zum Nationalspieler auf, ist inzwischen Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt.

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Tuchels Fußballerkarriere wurde früh durch eine schwere Verletzung ausgebremst, er schlug den Weg als Trainer ein. Am Abend steht er mit PSG im Finale der Champions League gegen den FC Bayern – und vor der Krönung seiner Laufbahn. (Champions League: Paris Saint-Germain - FC Bayern, ab 21 Uhr im LIVETICKER)

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Für Bobic ist Tuchels Werdegang keine Überraschung. "Thomas wollte immer schon Trainer werden. Er hat alles von der Pike auf gelernt, ist Schritt für Schritt gegangen und hat sich super entwickelt", sagte Bobic im Gespräch mit SPORT1.

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Tuchel könne "Vorbild sein für viele andere Fußballer, die es nicht ganz auf das hohe Niveau geschafft haben".

Bobic: Tuchel nicht nur Laptoptrainer

Tuchels Trainer-Werdegang passt ins Bild, sagt Bobic: "Dass er kopfgesteuert und intelligent ist, hat man auch schon in jungen Jahren gemerkt."

Ihn auf diese Eigenschaften zu reduzieren, würde Tuchel aber nicht gerecht. "Er wird ein bisschen unterschätzt. Er ist nicht nur der Laptoptrainer. Er kann auch Emotionalität entfachen und vorleben", sagte Bobic und fügte hinzu: "Thomas ist gar nicht so anders als unser anderer Übertrainer."

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Gemeint ist Jürgen Klopp. Die Karrieren von Klopp und Tuchel weisen erstaunliche Parallelen auf. Beide agierten als Fußballer nicht auf allerhöchstem Niveau, fanden als Trainer über den FSV Mainz 05 den Weg zu Borussia Dortmund. 

Klopp gewann im Vorjahr mit dem FC Liverpool die Champions League. Nun könnte Tuchel Klopp erneut nacheifern.

Das aktuelle Finale wertet Bobic als Erfolg für den gesamten deutschen Fußball: "Dass zwei deutsche Trainer im Finale stehen und zwei deutsche Mannschaften im Halbfinale waren, kann uns trotzdem stolz machen. Am Ende des Tages wäre es für den deutschen Fußball einfach gut, wenn Bayern München die Champions League gewinnt. Da sollte man patriotisch sein."

Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs standen mit Tuchel, Hansi Flick (FC Bayern) und Julian Nagelsmann (RB Leipzig) sogar drei Trainer aus einem Land im Halbfinale der Königsklasse.

"Man muss sich nicht dafür schämen"

Das Finale bildet den Abschluss einer von Corona gezeichneten Saison. Die nationalen Ligen wurden teils unterbrochen, teils wie in Frankreich abgebrochen. Die europäischen Vereinswettbewerbe wurden in Turnierform und ohne Zuschauer fortgesetzt.

Dass die Wertigkeit der Titel dadurch gesenkt wurde, findet Bobic nicht.

"Man muss sich nicht dafür schämen, dass man die Champions oder Europa League in so besonderen Zeiten gewinnt. Man muss sogar sagen, dass es historisch ist. Man muss keinesfalls verzichten, sich darüber zu freuen", stellte der 48-Jährige klar.

Seine Frankfurter waren im Achtelfinale der Europa League am FC Basel gescheitert. Der FC Sevilla hat sich am Freitagabend mit einem 3:2-Sieg gegen Inter Mailand den Titel geschnappt.