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München - Beim FC Chelsea könnten die hochtrabenden Pläne durchkreuzt werden. Die Blues bangen um die Champions League - und damit auch um den Transfer von Kai Haverz.

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Die Premier League sucht nach der frühzeitigen Meisterschaft des FC Liverpool einen anderen Spannungsbogen. 

Blickt man allerdings auf den Abstiegskampf, so scheint auch dieser entschieden. Mit dem schon feststehenden Absteiger Norwich City, Aston Villa und dem AFC Bournemouth liegt ein Trio abgeschlagen im Keller. 

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Doch der Kampf um die Champions League löst in England noch einen Adrenalinkick aus. Mit dem FC Chelsea, Leicester City und Manchester United kämpfen drei Teams noch um zwei Fahrkarten. Die anderen beiden Tickets für die Königsklasse sind für Meister Liverpool und den Tabellenzweiten Manchester City reserviert.

Die Guardiola-Elf darf nun doch in der Königsklasse starten, nachdem der CAS am Montag die zweijährige Verbannung Citys aus dem Europapokal aufhob

Abramovich plant Chelsea-Angriff auf Europa

Vor allem für die Blues hängt viel von einer Champions-League-Teilnahme ab - denn an der Stamford Bridge träumt man von einer Rückkehr an die europäische Spitze. Während andere Teams in der aktuellen Krisenzeit penibel auf ihre Finanzen achten müssen und sich teure Transfers verkneifen, scheint Chelseas Investor Roman Abramovich keinerlei Zurückhaltung zu kennen.

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Mit Timo Werner, der für 53 Millionen Euro nach London wechselt und Hakim Ziyech (40 Millionen Euro) haben die Blues schon zwei Top-Transfers eingetütet - und das soll erst der Anfang sein. Neben Nicolas Tagliafico (Ajax Amsterdam) und Alex Telles (FC Porto) hat sich Chelsea-Coach Frank Lampard auch Kai Havertz ausgeguckt, den Bayer Leverkusen nur für eine dreistellige Millionenablöse ziehen lässt. 

Dass Havertz, der in Leverkusen noch einen Vertrag bis 2022 hat, überhaupt die Werkelf verlassen will, liegt an der verpassten Qualifikation für die Champions League.

Der deutsche Jungstar könnte trotz der Coronakrise einer der ganz wenigen Spieler in diesem Sommer werden, für den eine astronomische Summe bezahlt wird. Auch Real Madrid gilt als potenzieller Abnehmer, allerdings müsste sich die Königlichen erst von einigen Profis trennen, um sich Havertz leisten zu können.

Es sieht demnach nach einem Zweikampf zwischen Chelsea und Real aus, wobei die Engländer derzeit vorne liegen. 

Pleite in Sheffield könnte Champions League kosten

Rosa Wolken also über der Stamford Bridge? Nicht wirklich, denn der desolate Auftritt am Samstag bei Sheffield United hat die Laune mächtig verhagelt. Mit 0:3 ging die Lampard-Elf beim Überraschungs-Aufsteiger baden.

"Wir waren zu langsam mit dem Ball, wir haben nicht einmal unsere Flügelspieler ins Spiel gebracht", ärgerte sich Lampard nach dem Debakel. "Dabei sind unsere Flügelspieler in den letzten Wochen fantastisch." Dieses Mal aber kamen Willian, der seit dem Re-Start vier Tore erzielt hat, und Christian Pulisic (drei Treffer) nicht zur Entfaltung.

Jetzt blickt Chelsea plötzlich wieder sorgenvoll auf die enge Tabellenkonstellation.

Zwar liegen die Blues (60 Punkte) noch immer auf Platz 3, doch ihr Vorsprung auf Leicester (59) und ManUnited (58) ist hauchdünn. Zwar patzte Leicester am Sonntag gegen Abstiegskandidat Bournemouth, United kann mit einem Sieg am Montag gegen den FC Southampton vorbeiziehen.

Sollten am Saisonende Red Devils und Foxes vor Chelsea stehen und ManCity doch in der Königsklasse starten - für die Blues bliebe dann als Fünfter nur die Europa League.

Havertz-Personalie am seidenen Faden

Für das Lampard-Team könnte die Niederlage gegen Sheffield also weitreichende Folgen haben - schließlich hängt nicht nur die Champions-League-Teilnahme am seidenen Faden, sondern als Folge auch die Havertz-Personalie. 

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Allgemein wird erwartet, dass der 21-Jährige seinem DFB-Kollegen Timo Werner nur dann an die Stamford Bridge folgen würde, wenn sich Chelsea für die Königsklasse qualifiziert. 

Havertz dürfte also die letzten drei Meisterschaftsspiele der Blues genau verfolgen.