Marco Rose von Borussia Mönchengladbach gestikuliert
Marco Rose belegt mit Borussia Mönchengladbach aktuell den vierten Tabellenplatz © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten

München - Bei einem Saisonabbruch erwägt die UEFA, den Fünfjahreskoeffizienten als Qualifikationsbasis für Champions- und Europa League heranziehen. Mit weitreichenden Folgen.

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Eine Idee innerhalb der Europäischen Fußball Union könnte zu einem Sturm der Entrüstung führen!

Für jene nationale Ligen, die ihre Spielzeiten wegen der Coronakrise nicht zu Ende bringen können, könne der Fünfjahreskoeffizient aus den europäischen Wettbewerben als Qualifikationskriterium für die kommende Saison der Champions- und Europa League herangezogen werden. Ein solcher Vorschlag sei Bestandteil einer Videokonferenz mit den Generalsekretären der 55 Mitgliedsverbände gewesen, berichtet die Sun in England.

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Wie SPORT1 aus UEFA-Kreisen erfuhr, wird dieses Szenario - neben anderen - tatsächlich in Betracht gezogen. Es ist eines mit erheblicher Sprengkraft.

Schaut Gladbach in die Röhre?

Die Bundesliga hofft zwar weiter darauf, die Saison zu Ende zu spielen und steuert derzeit auf einen Neustart am 9. Mai zu. Falls dies nicht gelingt, hätten die Planspiele innerhalb der UEFA aber auch Auswirkungen auf die Qualifikation der deutschen Klubs.

Profiteure wären die derzeitigen Tabellenfünften und -sechsten Bayer Leverkusen und Schalke 04, die neben dem FC Bayern und Borussia Dortmund eine Teilnahme an der Champions League sicher hätten. RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach fielen demnach durch das Raster.

Besonders bitter wäre die Entscheidung für Gladbach. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose hätte nicht einmal die Qualifikation für die Europa League sicher. Die beiden fixen Plätze würden Leipzig und Wolfsburg einnehmen.

"Aus unserer Sicht wäre das tatsächlich absurd und würde dem Gedanken eines fairen sportlichen Wettbewerbs widersprechen", sagte Gladbachs Mediendirektor Markus Aretz zu SPORT1.

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Leicester und Chelsea als Opfer in England

Auch in der englischen Premier League gäbe es Opfer. Der aktuelle Überraschungsdritte Leicester City müsste ebenso wie der FC Chelsea mit der Teilnahme an der Europa League vorlieb nehmen. Der FC Arsenal hätte dagegen einen Platz in der Champions League sicher, obwohl die "Gunners" derzeit nur Platz neun in der Tabelle belegen.

UEFA-Präsident Alexander Ceferin soll nach Informationen der Sun kein Freund des Vorschlags sein. Er hatte schon nach dem Abruch der belgischen Liga darauf hingewiesen, dass es Probleme bei der Benennung der Europacup-Teilnehmer für die kommende Saison geben könnte. Da sich in mehreren Ländern, unter anderem den Niederlanden, ähnliche Entwicklungen wie in Belgien abzeichnen, könnten neue Lösungen schon bald nötig sein.

In einem kurzen Statement auf der eigenen Homepage verkündete die UEFA lediglich, dass es eine Empfehlung gegeben habe, die nationalen Wettbewerbe zu Ende zu bringen. Für "Spezialfälle", in denen dies nicht möglich sei, erarbeite der Verband gerade Richtlinien für die nationalen Verbände. Diese sind letztlich dafür verantwortlich, wie die Startplätze besetzt werden.

Eine Wildcard-Regelung - dass also Vereine rein aufgrund ihres klangvollen Namens einen Startplatz bekommen - wird es nach SPORT1-Informationen allerdings nicht geben.

Möglicherweise fällt schon am Donnerstag eine Entscheidung. Dann trifft sich das UEFA-Exekutivkomitee zu seiner nächsten Sitzung.