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München - Thiago und Philippe Coutinho sind unter Hansi Flick beim FC Bayern nur Ersatz. Stattdessen besinnt sich der Interimstrainer auf alte Tugenden.

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Den Samstags-Kracher gegen Borussia Dortmund wollte Hansi Flick vor seiner Premiere als Interimstrainer des FC Bayern eigentlich in den Hintergrund stellen.

"Das sind für mich zwei Spiele", stellte der 54-Jährige vor der Partie gegen Olympiakos Piräus (2:0) in der Champions League klar. Er schaue nur von Spiel zu Spiel. Doch dann ließ er einen Satz folgen, den sich einige Spieler wohl ganz genau angehört haben dürften.

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"Heute ist es mir wichtig, dass wir uns einspielen – auch für das Wochenende. Deswegen sieht auch die Viererkette so aus. Aber mir war auch das Mittelfeld wichtig", kündigte er vor dem Spiel an. (Bundesliga: FC Bayern München – Borussia Dortmund, ab 18.30 Uhr im LIVETICKER)

Martínez rückt in die Innenverteidigung

Mit diesen drei Sätzen dürfte Flick bereits auf seine Aufstellung im Spitzenspiel am Samstagabend gegen den BVB vorgegriffen haben. Die glanzlose aber dennoch geglückte Premiere gegen den griechischen Rekordmeister dürfte ihn darin bestärkt haben.

Trotz der schweren Verletzungen von Niklas Süle (Kreuzbandriss) und Lucas Hernández (Innenbandriss) verzichtete er auf einen Einsatz von Jérôme Boateng, der gegen die Schwarz-Gelben aufgrund seiner Roten Karte im Spiel gegen Eintracht Frankfurt fehlen wird. Stattdessen setzte er auf das Innenverteidiger-Duo David Alaba und Javi Martínez.

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Der Baske, der unter Niko Kovac in dieser Saison einen schweren Stand hatte und zuvor lediglich einmal über die vollen 90 Minuten zum Einsatz gekommen war, ist somit der erste Profiteur des Trainerwechsels. Gegen Piräus sorgte er mit Alaba für Sicherheit, wurde aber auch kaum gefordert. Davies scheint als neuer Linksverteidiger auch gesetzt, Benjamin Pavard sieht Flick auf der Außenbahn derzeit stärker als in der Zentrale. 

Damit stellt sich die Abwehr der Münchner am Wochenende beinahe von selbst auf. Über Davies sagte Flick: "In der Defensive hat er es sehr gut gemacht. Er hat eine enorme Geschwindigkeit. In der zweiten Halbzeit hat er angedeutet, welche Qualitäten er in der Offensive haben kann." Flick sagte aber auch, dass der 19 Jahre alte Kanadier noch Luft nach oben habe.

Müller und Goretzka statt Coutinho und Thiago

Ebenfalls für das Topspiel gesetzt ist nach SPORT1-Informationen erneut Thomas Müller, der schon unter Kovac - nach dessen öffentlicher Diskreditierung - zuletzt wieder mehr Spielzeit bekommen hatte, und dessen Bedeutung Flick schon vor dem Spiel heraushob. Gegen Piräus spielte Leon Goretzka neben dem Ur-Bayer. 

"Ich war mit allen sehr zufrieden und das zentrale Mittelfeld mit Leon Goretzka und Thomas Müller hat seine Sache sehr gut gemacht", lobte der Interimstrainer nach dem Spiel sein Mittelfeld-Duo.

Zugleich war die Aufstellung aber auch eine Ansage an Philippe Coutinho und Thiago, die gegen Piräus beide nicht in der Startelf standen.

Während der Brasilianer erst in der Nachspielzeit für Kingsley Coman eingewechselt wurde, saß Thiago sogar die vollen 90 Minuten auf der Bank – statt des Spaniers kam Corentin Tolisso acht Minuten vor dem Ende für Goretzka auf den Platz und bereitete den 2:0-Endstand vor.

In der sportlich schwierigen Situation scheint Flick aktuell eher auf die deutschen Tugenden der Zweikampfhärte, des Willens und des Kampfes zu setzen, anstatt auf kreative Feingeister, auf Sambakünstler wie Coutinho und Thiago. Die Kreativzentrale des Rekordmeisters legte Flick zumindest am Mittwochabend kurzerhand aufs Eis - für ein Spiel, in dem er selbst sich nach SPORT1-Informationen für einen Cheftrainerposten bis Saisonende empfehlen kann.

Im Geheimtraining am Donnerstag ließen sich beide aber nicht hängen. Coutinho und Thiago trainierten nach SPORT1-Informationen beide hochmotiviert.

Flick macht Ersatzspielern Hoffnung: "Jeder kann in Startelf kommen"

"Ich habe keinen Grund für frühzeitige Auswechslungen gesehen, weil die Mannschaft in der Defensive sehr gut gestanden hat. In der Offensive haben wir uns immer wieder Chancen herausgespielt", rechtfertigte sich Flick nach dem Piräus-Spiel für seine späten Wechsel.

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Der Frage, warum er auf Thiago und Coutinho verzichtet habe, wich er dagegen ein wenig aus. "Ich muss mich für eine Elf entscheiden und ich glaube, dass sie es gut gemacht haben. Ich habe schon immer gesagt, dass die Mannschaft eine unglaubliche Qualität hat und jeder Spieler, der auf der Bank sitzt, kann auch in die Startelf kommen", erklärte er lediglich.

Wieder so ein Satz, den sich einige Spieler wohl ganz genau angehört haben dürften. Allen voran Thiago und Coutinho.