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München - Atlético Madrid gegen Juventus - das ist auch das Duell zwischen Joao Félix und Cristiano Ronaldo. SPORT1 vergleicht die beiden portugiesischen Superstars.

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Am Mittwochabend treffen nun erstmals Cristiano Ronaldo und Joao Félix in einem direkten Duell aufeinander.

Ausgerechnet auf der großen Fußball-Bühne. Unter Flutlicht, wenn die berühmt-berüchtigte Hymne der Champions League ertönt, kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen Atlético Madrid und Juventus (Champions League: Atlético Madrid - Juventus Turin ab 21 Uhr im LIVETICKER).

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Auf der einen Seite steht der fünfmalige Weltfußballer, CR7, der sein Land zum EM-Titel 2016 und zum Sieg in der Nations League 2019 geführt hat. Ronaldo, der auf Vereinsebene alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Der portugiesische Superstar und "König von Portugal".

Auf der anderen sein Kronprinz, Joao Félix, das Mega-Juwel, das in die großen Fußstapfen seines Idols treten will.

SPORT1 vergleicht die beiden Portugiesen und findet einige Parallelen.

- Zahnspange

In der vergangenen Saison der Europa League spielte sich ein Junge mit zerzauster Frisur und Zahnspange ins Rampenlicht - sein Name: Joao Félix.

Das Sturm-Juwel erzielte im Viertelfinale beim 4:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt einen Hattrick und stellte mit 18 Jahren einen neuen Torrekord auf. Kein Spieler war zuvor jünger und traf dreimal in einer Partie.

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Plötzlich war Joao Félix in aller Munde. Und jeder kannte auf einmal das Benfica-Talent mit der Zahnspange.

Eine Zahnspange trug 2004 auch ein anderer Portugiese, der sich von Madeira aus aufmachte, um die Welt zu erobern. Seinen Namen kennt auf dem Erdball heutzutage (fast) jeder: Cristiano Ronaldo.

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- Lissabon

1997 wechselte Ronaldo von UD Nacional in die Jugendakademie von Sporting Lissabon und wurde der erste Jugendliche, der innerhalb einer Saison für die U16-, U17-, U18-, die Reserveauswahl und für das Profiteam der Löwen zum Einsatz kam.

Dabei debütierte er am 29. September 2002 gegen Sporting Braga und erzielte bereits im zweiten Spiel für Sporting am 7. Oktober 2002 gegen Moreirense zwei Tore zum 3:0-Sieg.

Am Ende der Spielzeit 2002/03 kam der damals 17-Jährige in 30 Spielen auf fünf Tore und einen Assist. Das fiel auch den europäischen Top-Klubs auf - dazu später mehr.

Joao Félix hingegen versuchte sein Fußballer-Glück erst im Nachwuchszentrum des FC Porto (2008-2015), wurde dort aber aussortiert, weil er für zu leicht und zu schmächtig befunden wurde. Zudem plagte ihn stets das Heimweh, weil seine Eltern im 130 Kilometer entfernten Geburtsort Viseu lebten, was ihn beinahe dazu verleitete, mit dem Fußball aufzuhören.

Auch CR7 stand kurz davor: Hänseleien wegen seines Madeira-Dialekts in Sportings Talentschmiede, Wachstumsschübe und eine Herzrhythmusstörung hätten ihn beinahe gestoppt. Doch seine Mutter ermutigte Ronaldo, nicht aufzugeben.

Bei Joao Félix war es der Vater, der ihn überzeugte, weiterzumachen - und so führte sein Weg mit 15 Jahren zu Benfica nach Lissabon. Ein Jahr später debütierte das Sturm-Juwel bereits in der 2. Liga Portugals für die Reserve und war mit 16 der Jüngste, dem das gelang. Zudem führte Joao Félix Benficas A-Junioren mit sechs Toren ins Youth-League-Finale 2016/17.

- Statistiken und Wechsel

In der Saison 2018/19 rückte Joao Félix in Benficas Profi-Mannschaft auf, erzielte als 18-Jähriger in 43 Spielen 20 Tore und legte elf weitere auf. Vor allem in der Europa League sorgte er für Aufsehen, sodass Atlético Madrid im Sommer 2019 für das Wunderkind 126 Millionen Euro an Benfica überwies.

Ronaldos erstes Profi-Jahr war statistisch nicht annähernd so stark wie das von Joao Félix, trotzdem war sein unfassbares Talent unbestritten. Nach der Saison 2002/03 und nach nur 30 Spielen, fünf Toren und einem Assist für Sporting Lissabon wechselte der 18-Jährige für 19 Millionen Euro zu Manchester United.

- Trikotnummer 7

Im ersten Jahr auf der Insel absolvierte Ronaldo bei den Red Devils 40 Spiele und kam auf sechs Tore und neun Assists. Während er bei Sporting 2003/04 noch die Trikotnummer 28 trug, übernahm Ronaldo bei ManUnited die 7 von David Beckham. Eine legendäre Trikotnummer, da zuvor auch Vereinslegenden wie George Best, Bryan Robson und Eric Cantona die 7 trugen.

Als er 2009 für 94 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte, wurde der Stürmer-Star mit der Trikotnummer 9 vorgestellt, weil Raúl noch die 7 in Beschlag nahm. Ab 2010/11 bekam der Portugiese aber seine 7 wieder - und trägt diese selbstredend auch bei Juventus, das ihn 2018 für 117 Millionen Euro aus Madrid loseiste.

Joao Félix dagegen lief in seiner einzigen Saison bei Sporting mit der 79 auf. Bei den Colchoneros von Atlético, für die er in vier Spielen bislang ein Tor schoss und eines vorbereitete, trägt auch er die 7, die zuvor Antoine Griezmann auf seinem Rücken stehen hatte. Große Fußstapfen, die es zu füllen gilt.

- Cristiano Ronaldo über Joao Félix

Ronaldo aber zweifelt keineswegs daran, dass Joao Félix in der spanischen La Liga ähnlich erfolgreich sein wird, wie er einst bei Real Madrid: "Ich glaube das, weil er ein exzellenter Spieler mit viel Potenzial ist, der sich weiterentwickeln kann."

Was die beiden Portugiesen nun auch verbindet, ist die Stadt. Schließlich ist CR7 in der spanischen Hauptstadt zum Superstar aufgestiegen. "Er hat mir bei der Nationalmannschaft erzählt, dass er Madrid sehr mag", erzählte Atléticos Neuzugang bei seiner Vorstellung von einem Gespräch mit Ronaldo.

- João Félix über Cristiano Ronaldo

Natürlich wurde der 19-Jährige dabei auch direkt zu seinem großen Idol befragt. "Er ist ein großartiger Spieler, momentan ist er der Beste der Welt, vielleicht der Beste aller Zeiten", schwärmte Joao Félix und machte klar, dass er mit ähnlich großen Ambitionen nach Madrid gekommen sei wie einst Ronaldo.

"Ich bin hier, um meine Geschichte zu schreiben, damit man sich an Joao Félix erinnert. Cristiano ist Cristiano und ich bin Joao Félix", sagte das Sturm-Juwel treffend.

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- Fazit

Und das ist auch gut so. Auch wenn einige Parallelen deutlich zu sehen sind, sind Vergleiche mit dem fünfmaligen Weltfußballer (noch) unangemessen.

Das sieht auch der einstige Förderer von Joao Félix und heute Benfica-Coach Bruno Lage so: "Es ist unfair, Joao, der gerade am Anfang seiner Karriere steht, gleich mit einem der größten und besten Fußballer aller Zeiten zu vergleichen", sagte Lage bei CNN: "Ich möchte, dass Joao sich selbst treu bleibt und die Attribute beibehält, die ihn von den anderen unterscheiden. Er muss sich nicht mit Ronaldo vergleichen."

Ähnlich sieht es auch der ehemalige Leiter der Nachwuchsakademie von Benfica, Rodrigo Magalhaes: "Wir wissen nicht, ob er Ronaldo übertrumpfen wird, aber wir wissen, dass er daran arbeiten wird, der Beste zu sein", sagte er bei Business Insider. "Joao Félix wird seinen eigenen Weg gehen - und wir werden auf seinen Erfolg warten."