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München - Bei PSG war Lucas Moura Opfer des Transferrauschs, bei Tottenham Hotspur im Schatten von Harry Kane: Nun hat er sich spektakulär ins Rampenlicht geschossen.

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Er war Teil eines gigantischen Projekts, die Fußball-Herrschaft über Europa zu erobern.

Dann fiel er durchs Raster, wechselte den Klub und ist diesem Ziel plötzlich viel näher, als es seine alten Kollegen je waren.

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Mit einem Hattrick drehte Lucas Moura für Tottenham Hotspur das Halbfinal-Rückspiel gegen Ajax Amsterdam, schoss die Spurs ins Finale der Champions League.

"Das war das emotionalste Spiel meines Lebens", berichtete Moura hinterher unter Freudentränen. Der 26 Jahre Brasilianer ist der unvermutete "Super-Superheld" (Trainer Mauro Pocchetino) eines magischen Abends. Ein Abend, nach dem sich auch Mouras Ex-Klub Paris Saint-Germain verzehren würde (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER).

Lucas Moura fiel bei PSG durchs Raster

Moura spielte von 2013 bis 2018 bei PSG, war seinerzeit Teil einer der ersten großen Transfer-Wellen nach der Übernahme des Klubs durch die reichen Gönner aus Katar.

Der damals als Top-Talent gehandelte Rechtsfuß kam in derselben Saison wie Zlatan Ibrahimovic, Thiago Silva oder Marco Verratti und kostete 35 Millionen Euro - was damals noch eine halbwegs außergewöhnliche Summe für einen Spieler in seinem Alter war.

In fünf Jahren schoss er 46 Tore in 229 Pflichtspielen für PSG, doch seine Zeit war abgelaufen, als der Klub im Sommer 2017 die nächste Stufe zündete.

Nach dem 222-Millionen-Transfer von Neymar und der ähnlich spektakulären Verpflichtung von Kylian Mbappé spielte der ebenfalls auf den Außenbahnen beheimatete Moura kaum noch. Als er im ersten Halbjahr 2017/18 nur noch zu fünf Joker-Einsätzen kam, zog er weiter an die White Hart Lane.

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Für Neymar ein "Bruder"

Obwohl der Abgang aus Mouras Sicht zwangsläufig war, bedauerte ausgerechnet Offensiv-Konkurrent Neymar ihn als "traurig" und "unfair", er hätte den Landsmann aus Sao Paulo als "Bruder" empfunden. Dass nun Moura - der in Brasiliens Nationalteam seit Jahren unberücksichtigt geblieben ist - sein Team in ein Königsklassen-Endspiel führt: Wer hätte es damals gedacht? Wer hätte es gestern gedacht?

Moura ist kein Spieler, der sich außerhalb des Platzes über die Maßen in den Vordergrund drängt, in Interviews gibt er nicht den Lautsprecher, in sozialen Medien präsentiert der gläubige Christ sich als solider junger Familienvater - 2016 heiratete er Freundin Larissa Saad, im November 2017 brachte sie das erste gemeinsame Kind Miguel zur Welt.

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Auch bei Tottenham ist ja eigentlich nicht der Topstar, es ist Harry Kane, den Moura in der Rolle als Mittelstürmer vertrat.

Bevor Kane sich im Viertelfinal-Hinspiel gegen Pep Guardiolas Manchester City verletzte, lief die Saison für Moura eher wechselhaft.

Nach Ausfall von Harry Kane im Zentrum

Der schnelle und technisch starke Angreifer bestritt nur neun Spiele über die volle Distanz, wurde auf den Positionen hin- und hergeschoben, war ein flexibler Edel-Lückenfüller.

Nach Kanes Verletzung rückte er ins Zentrum, verdiente sich schon für seine Vorstellungen gegen City viel Experten-Lob, weil er als konstanter Unruheherd wesentlich dazu beitrug, Guardiolas Abwehr auszuhebeln - auch wenn die Tore in dem nicht minder dramatischen Schlagabtausch andere schossen.

Gegen Ajax war er nun der entscheidende Faktor und kann es auch im Finale werden. Jürgen Klopp, Trainer von Gegner FC Liverpool, muss gewarnt sein.