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München - Ole Gunnar Solskjaer hat aus einem darbenden englischen Rekordmeister wieder ein erfolgshungriges Manchester United geformt. Und selbst PSG zittert.

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Ole Gunnar Solskjaer sieht sich aktuell den immer gleichen Fragen ausgesetzt.

Ob es zu einfach sei, sich mit zwei überzeugenden Siegen gegen Paris Saint-Germain und den FC Liverpool ein dauerhaftes Engagement als Trainer von Manchester United zu sichern, wurde Solskjaer vor dem Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale gefragt (Champions League: Manchester United - Paris Saint-Germain, 21 Uhr im LIVETICKER, alle Infos dazu auch ab 20.15 Uhr im Fantalk im TV auf SPORT1).

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"Ja, das ist zu einfach", entgegnete Solskjaer - und scherzte: "Es gibt so viele Arten, diese Fragen zu stellen. Sie müssen Ihr Drehbuch ändern."

Solskjaers Ernennung zum Nachfolger von Jose Mourinho im Dezember hat sich rückblickend als Plot-Twist herausgestellt, der eine drohende Katastrophensaison für den englischen Rekordmeister doch noch in eine erfolgreiche Spielzeit umwandeln könnte.

ManUnited unter Solskjaer ungeschlagen

Von den elf Pflichtspielen unter seinem Interimstrainer, der eigentlich zur kommenden Saison wieder bei Molde FK als Chefcoach unter Vertrag steht, hat ManUnited keines verloren. Einzig beim 2:2 gegen den FC Burnley ging Solskjaers Team nicht als Sieger vom Platz.

Bevor Solskjaer den Erfolg zurück ins Old Trafford brachte, gab es erstmal Schokolade.

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Schon als Spieler von Manchester United machte der Norweger nach Heimataufenthalten mit mitgebrachten Süßigkeiten den Angestellten auf der Geschäftsstelle eine Freude. Auch jetzt kümmerte er sich zunächst um die Personen, deren Arbeit sonst nicht so im Fokus steht.

Seit Solskjaers Rückkehr herrscht ein anderes Klima, das unter Mourinho in den letzten Tagen seiner zweijährigen Amtszeit zunehmend abgekühlt war, vor allem durch seine wiederholte öffentliche Kritik an einzelnen Spielern.

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Das sei nicht seine Art, sagte Solskjaer bei seiner Antrittspressekonferenz, doch einen "Haarfön", wie Sir Alex Fergusons Wutreden in der Kabine bezeichnet wurden, habe er auch im Repertoir. Englischen Medienberichten zufolge soll er auch schon zum Einsatz gekommen sein. Der feine Unterschied zu Mourinho: Solche Vorfälle bleiben intern.

Pogba blüht unter Solskjaer auf

Und so blüht vor allem einer auf, der mit Mourinho zuvor zunehmend öffentlich im Clinch lag: Paul Pogba.

In den neun Premier-League-Spielen unter Solskjaers Leitung blieb der französische Weltmeister nur in einer Partie ohne Torbeteiligung. Seine Bilanz in den übrigen acht Spielen: acht Tore und fünf Vorlagen.

"Pogba ist ein unglaublicher Spieler, er ist ein Schlüsselspieler und gefährlich im Strafraum", sagt Thomas Tuchel.

Als im Dezember die K.o.-Runde der Königsklasse ausgelost wurde, waren die Rollen klar verteilt - doch mittlerweile haben sich für den Trainer von Paris Saint-Germain die Vorzeichen geändert.

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Tuchel mit großem Respekt vor ManUnited

"Sie strotzen vor Selbstvertrauen und Energie, es wird eine große Herausforderung. Es wird ein 50:50-Spiel im Old Trafford", sagt Tuchel, der sich in seiner Vorbereitung nur United-Spiele unter Solskjaer angeschaut hat: "Ich habe sie nicht unter Mourinho analysiert, weil das so lange her ist."

Vor gerade einmal zwei Monaten hat Mourinho nach einer 1:3-Niederlage gegen Liverpool seinen Platz für den frühere United-Stürmer räumen müssen, der in seinen zehn Jahren im United-Trikot häufig als Joker von der Bank kam und für frischen Wind sorgte.

"Wenn dich Manchester United anruft und um Hilfe bittet, dann nimmst die Chance wahr", sagt Solskjaer und klingt dabei, als wenn ihm Sir Alex gerade gesagt hätte, er solle sich für eine Einwechslung bereit machen.

Mit Fergusons Philosophie wieder erfolgreich

Mit Solskjaer ist auch ein großes Stück von Fergusons Philosophie ins Old Trafford zurückgekehrt.

So holte der Norweger als erste Amtshandlung Mike Phelan, Fergusons langjährige rechte Hand, als Co-Trainer zurück. Und auch taktisch pflegt er einen deutlich offensiveren Stil, der ihm jüngst die Auszeichnung zum Trainer des Monats in der Premier League einbrachte - als erstem United-Trainer seit Ferguson 2012.

"Ich glaube an die Art und Weise, wie ich die Dinge angehe", sagt Solskjaer - das gilt vor allem für das Duell mit PSG: "Wir könnten für dieses Spiel kaum in einer besseren Verfassung sein."