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Liverpool - Im zweiten Teil des exklusiven SPORT1-Interviews spricht Xherdan Shaqiri über sein Karriereende, Besonderheiten seiner bisherigen Trainer, einen geplanten Indien-Trip und gibt viel Privates preis.

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Für Liverpool-Star Xherdan Shaqiri ist das Achtelfinale der Champions League gegen den FC Bayern eine ganz besondere Partie.

Zweieinhalb Jahre spielte der 27-Jährige bei den Münchnern (2012 bis 2015) und avancierte dort zum Publikumsliebling.

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Vor dem Hinspiel an der Anfield Road (Champions League: FC Liverpool - FC Bayern München ab 21 Uhr im LIVETICKER, alle Infos dazu auch im Fantalk ab 20.30 Uhr im TV auf SPORT1) empfing der Schweizer die SPORT1-Reporter Florian Plettenberg und Florian Mesner zum exklusiven Interview bei sich zu Hause in der Nähe von Manchester. 

Hier geht es zu Teil 1 des Interviews

SPORT1: Herr Shaqiri, Sie haben schon unter vielen renommierten Trainern gespielt. Wer hat Sie am meisten geprägt?

Xherdan Shaqiri: Ottmar Hitzfeld. Er hat mir sehr viel geholfen. Auch als ich noch sehr jung war. Mit 17 hat er mich schon in die A-Nationalmannschaft geholt und mir viel beigebracht. Aber klar, Jupp Heynckes und Jürgen Klopp sind auch weit vorne mit dabei. Ich habe sehr viel Respekt vor Ihnen. Pep Guardiola war auch ein sehr guter Trainer, den ich sehr schätze. Auf dem Platz ist er einer besten der Welt, zusammen mit Jürgen.

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SPORT1: Sie sprechen Ihren Trainer an. Hätte Jürgen Klopp das Potenzial, eines Tages den FC Bayern zu trainieren?

Shaqiri: Jürgen will sicher erstmal mit Liverpool erfolgreich sein. Er hat den Klub auch wieder zu einem Weltklub gemacht. Er könnte Bayern aber definitiv trainieren. Jürgen kann jedes Team der Welt trainieren.

SPORT1: Wie ist eigentlich die Kommunikation mit Ihrem Trainer.

Shaqiri: Sehr gut. Wenn wir etwa bei den Nationalmannschaften sind, schreibt er jedem Spieler direkt nach Abpfiff und fragt, wie es ihm geht. Das ist sehr wichtig.

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SPORT1: Haben Sie in der Mannschaft eine WhatsApp-Gruppe?

Shaqiri: Klar haben wir eine. Als wir vergangene Woche im Kurztrainingslager waren, hieß sie dann "Marbella". Bei uns ist aber weniger los. Es ist ruhig in diesem Chatroom. Ab und zu schickt mal jemand ein GIF (lacht).

Xherdan Shaqiri empfing die SPORT1-Reporter Florian Plettenberg und Florian Mesner (v.l.) bei sich zu Hause © SPORT1

SPORT1: Ruhig wirkt es auch in Ihrem Haus. Man sieht wenig Luxusgegenstände.

Shaqiri: Ich war schon immer ein bodenständiger Junge und versuche, das auch in Zukunft zu bleiben. Klar, Fußballer bedienen Klischees mit teuren Autos oder Uhren. Ich bin da aber relativ bescheiden und zurückhaltend. Das heißt aber nicht, dass ich mein Leben nicht genieße. Ich bin aber kein Show-Man, der alles zeigen muss. Ich komme ja auch aus einer Familie, die nicht reich war. Von daher weiß ich, wie es ist, nicht viel Geld zu haben. Wir verdienen mit dem Fußball zwar viel Geld, aber ich denke, ich kann damit sehr gut umgehen.

SPORT1: Die Familie spielt auch beruflich ein Rolle bei Ihnen. Ihr Bruder Erdin ist Ihr Berater. Funktioniert das?

Shaqiri: Ja (lacht). Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir verstehen uns blind. Er weiß, was ich will. Und ich weiß, wie er denkt. Wir hatten auch schon schwierige Gespräche. Das gehört aber dazu, wenn man im Fußball sein Ziel erreichen will. Wir haben zusammen jedenfalls schon viel erlebt.

SPORT1: Ganz andere Frage. Es heißt, Sie planen einen Urlaub in Indien.

Shaqiri: Ja, weil es mir wichtig ist, auch mal in solche Länder zu gehen. Auch mal andere Sachen zu sehen und sich nicht nur die vermeintlich schönsten Reiseziele herauszupicken. Für den Kopf ist das gut, denn das lässt mich auf dem Boden bleiben. Für mein zukünftiges Leben helfen mir solche Reisen.

SPORT1: Sie treffen heute Abend auf den FC Bayern. Zu Ihrer Zeit in München nannte man sie einst "Kraftwürfel". Welchen Spitznamen haben Sie in Liverpool?

Shaqiri: Hier nennen sie mich "Big Shaq". Wie der Rapper. Die meisten rufen mich aber "Shaq".

SPORT1: Wie sind Sie eigentlich zum "Kraftwürfel" geworden?

Shaqiri: Ich war schon immer so. Mein Vater hat eine ähnliche Statur. Ich bin auch fast nie im Fitnessraum. Wenn ich das wäre, könnte ich mich nicht mehr bewegen und wäre nicht mehr wendig. Ich bin einfach mit guten Genen ausgestattet.

Nach dem Interview zeigt Xherdan Shaqiri SPORT1-Reporter Plettenberg (l.) ein Youtube-Video
Nach dem Interview zeigt Xherdan Shaqiri SPORT1-Reporter Florian Plettenberg (l.) ein Youtube-Video © SPORT1

SPORT1: Sie sind im Sommer von Stoke City nach Liverpool gewechselt. Vor Ihnen spielten nur zwei Schweizer bei den Reds. Stephane Henchoz, der 205 Pflichtspiele für Liverpool absolvierte, und Philipp Degen mit 13 Einsätzen.

Shaqiri: Genau. Über Henchoz sprechen sie hier heute noch, er genießt hier einen hohen Stellenwert. Fast eine Legende eigentlich, dass sie nach so vielen Jahren immer noch so positiv über ihn sprechen. Ich wünsche mir, diesen Stellenwert bei diesem speziellen Verein auch zu erreichen. Das wäre sehr schön. Über Degen kann ich nichts sagen, weil ihn hier niemand kennt.

SPORT1: Das sollte klappen, wenn Sie mit Liverpool Meister werden sollten. Für viele Fans ist es der wichtigste Titel.

Shaqiri: Es wird ein enges Rennen bis Ende der Saison. Sollten wir Meister werden, wird die Stadt definitiv explodieren.

SPORT1: Machen Sie sich eigentlich schon Gedanken darüber, wo Sie mal Ihre Karriere beenden wollen?

Shaqiri: Das lasse ich mir derzeit völlig offen. Aber klar, es wäre schön, nochmal nach Hause zum FC Basel zurückzukehren. Das wäre eine spezielle Angelegenheit für mich. Ich schließe aber auch nicht aus, nochmal nach Amerika oder China zu gehen. Ich liebe es, neue Länder und Kulturen kennenzulernen. Aber ist definitiv ein Traum, nochmal nach Basel zurückzukehren.

SPORT1: Abschließend gefragt, denn heute Abend spielen Sie ja in der Champions League: Wie würden Sie es finden, wenn die Auswärtstor-Regelung abgeschafft würde? Darüber wird derzeit debattiert.

Shaqiri: Es würde den Wettbewerb langweiliger machen. Schießt eine Mannschaft ein Auswärtstor, dann weiß man, dass man zwei schießen und man offensiver spielen muss. Das ist doch viel interessanter für die Fans und den Fußball, oder? Daher sollte diese Regel bleiben, ansonsten gibt es nicht mehr so viel Action.