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Marc-Andre ter Stegen hält seit Wochen überragend. Auch im Champions-League-Achtelfinale glänzt der Nationaltorhüter. Trotzdem muss er mit Barca bangen.

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Journalisten, die den FC Barcelona begleiten, sind allerbestens darin erprobt, sich Woche für Woche neue Superlative aus den Fingern zu saugen.

Lionel Messi ist mal Außerirdischer, mal König, Kaiser, Genie, Magier oder alles zusammen. Jedoch: Auch bei Marc-Andre ter Stegen kommen sie langsam an ihre Grenzen.

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"Und schon wieder der heilige Marc-Andre!", jubelte Marca nach dem enttäuschenden 0:0 bei Olympique Lyon in Wiederaufnahme einer älteren Schlagzeile.

Ter Stegen, der "heilige" deutsche Nationaltorhüter (in Anlehnung an "San Iker" Casillas, Anm.d.Red.), hält seit Wochen überragend - so war es auch am Dienstagabend in der Champions League.

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Ter Stegen und seine Fingerspitzen

In der neunten Minute hatte Olympiques Linksaußen Martin Terrier im Achtelfinal-Hinspiel die Querlatte im Groupama Stadium mit einem Donnerschlag von Fernschuss zum Erzittern gebracht. Erst in zweiter Zeitlupe war zu sehen: Ter Stegen hatte den Ball entscheidend abgelenkt - der Ball stieg von der Latte hoch in die Luft und fiel ihm vor die Füße. Wenn es läuft, läuft es eben.

Über diese Glanztat und eine weitere gegen Houssem Aouar (5.) wollte der 26-Jährige danach jedoch gar nicht groß reden. "Ich bin froh, dass wir hier kein Tor kassiert haben", sagte er bei Sky. "Denn dann wäre es ein anderes Spiel gewesen, und wir hätten hinterherlaufen müssen."

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Immerhin das blieb Barcelona erspart, doch der spanische Doublegewinner berannte das gegnerische Tor 90 Minuten lang vergeblich. Das Rückspiel am 13. März wird recht unverhofft eine knifflige Aufgabe. (SERVICE: Spielplan der Champions League)

"Wir müssen uns ans Limit bringen"

Das weiß auch der große Rückhalt im Tor, den Fans in Fotomontagen meterhoch durchs Stadion fliegen ließen.

"Wir haben alle Chancen, mit unseren Fans im Rücken wird es einfacher gehen als auswärts", vermutet ter Stegen. Er mahnte: "Wir müssen uns ans Limit bringen. Natürlich haben wir zu 100 Prozent die Qualität, in die nächste Runde einzuziehen. Aber wir müssen gut verteidigen."

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Und: das Tor treffen. 25 Schüsse standen mit Abpfiff in der Statistik des klaren Favoriten, nur fünf davon gingen auch aufs Tor. Messi war größtenteils ausgeschaltet, und Luis Suarez ist seit 16 Auswärtsspielen in der Champions League ohne Treffer, was für einen Stürmer seiner Klasse beinahe unglaublich ist.

"Ohne Tor keine Champions", kommentierte Marca. Ter Stegen befand: "Am Ende war es ein gerechtes Ergebnis."

Barcas straffes Programm - Vorspielen für Löw

Der Kampf um den zwölften Viertelfinal-Einzug der Katalanen in Serie wird jedoch ein hartes Stück Arbeit. Lyon hat in der Königsklasse zum sechsten Mal in Serie unentschieden gespielt - ein siebtes Remis würde ausreichen, sofern die Franzosen im Camp Nou ein Tor erzielen.

Barca kann sich nicht erlauben, seine Aufmerksamkeit schon auf das Rückspiel zu richten: Zuvor warten das Ligaduell beim Tabellenvierten FC Sevilla sowie zwei Clasicos in Pokal und Meisterschaft bei Real Madrid. Ein mächtiges Programm.

Ter Stegen wird Gelegenheit bekommen, sich weiter auszuzeichnen und energisch bei Joachim Löw anzuklopfen. Der Bundestrainer hält bislang eisern an Manuel Neuer von Bayern München fest.