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Liverpool - Der FC Bayern nimmt aus der Anfield Road ein Unentschieden mit nach München. Im Achtelfinal-Hinspiel überragen die Münchner gegen Liverpool in der Defensive.

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Der FC Bayern hat sich vom Mythos Anfield Road nicht einschüchtern lassen.

Nach einem couragierten Achtelfinal-Hinspiel beim FC Liverpool besitzt der deutsche Rekordmeister gute Chancen auf ein Weiterkommen in der Champions League. Der FC Bayern trennte sich nach einer insgesamt sehr ansprechenden Vorstellung von Jürgen Klopps Mannschaft mit 0:0 und hat damit eine günstige Ausgangslage, um zum neunten Mal in Folge ins Viertelfinale der Königsklasse einzuziehen.

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In einem attraktiven Kampfspiel im englischen Dauerregen gelang es den Münchnern mit vereinten Kräften und großer Leidenschaft häufig, die gefürchtete Reds-Angriffsmaschine mit Mohamed Salah, Sadio Mane und Roberto Firmino auszubremsen.

Das Rezept: eine geschlossene Mannschaftsleistung. "Sepp Herberger hätte heute seine helle Freude gehabt", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, "einer für alle, alle für einen". Es war also das Motto der Musketiere, das den Teilerfolg in Anfield brachte. 

"Ich finde, dass wir es klasse gemacht haben", sagte auch Trainer Niko Kovac bei Sky. "Wir waren taktisch gut eingestellt und waren körperlich und mental präsent. Jeder war für den anderen da." (Stimmen zum Spiel)

"Wir haben unser Ziel erreicht"

"In diesem Stadion braucht man positiv Bekloppte", sinnierte der frühere Frankfurt-Coach. "Wir haben unser Ziel erreicht und ein Unentschieden. Jetzt wollen wir zuhause alles klar machen."

Auch Manuel Neuer war mit dem Auftritt der Münchner größtenteils zufrieden: "Wir haben gut zusammen verteidigt und standen sehr kompakt", sagte der FCB-Keeper. "Wir haben vorne auch die Null, das ist ein bisschen schade. Alle haben mitgemacht und gearbeitet. Dadurch hat das eine oder andere Prozent vorne gefehlt."

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Von der Atmosphäre im ausverkauften Stadion an der berühmten Anfield Road ließen sich die Münchner nicht aus der Fassung bringen, zeigten sich im mit Spannung erwarteten Teil eins des Showdowns defensiv deutlich verbessert und haben nun im Rückspiel am 13. März in München einen Vorteil. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Coman kann spielen - Goretzka fällt aus

Verhältnismäßig selten kam auch das herausragende Liverpooler Tempo zur Geltung. Selbst wurde der FC Bayern beim ersten Anfield-Auftritt seit 38 Jahren immer wieder gefährlich, es mangelte aber lange am letzten Quäntchen Gier im Abschluss und im zweiten Abschnitt auch an der absoluten Risikobereitschaft. Daher reichte es nicht zum ersten Sieg einer deutschen Mannschaft bei den Reds, und der Ausfall von Liverpools Abwehrchef Virgil van Dijk fiel nicht zu sehr ins Gewicht.

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Gut für den FC Bayern war, dass der zuletzt am Sprunggelenk verletzte Franzose Kingsley Coman fit genug wurde, schlecht hingegen, dass Leon Goretzka wegen einer Sehnenreizung am rechten Knöchel passen musste. (SERVICE: Spielplan der Champions League)

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Die Münchner versuchten, mit längeren Ballbesitzphasen auch die Emotionen im legendären Fußball-Tempel herunterzukühlen. Es gelang ihnen überzeugend, denn Liverpool, das bis zum Kracher gegen Bayern in dieser Saison nur ein Pflichtspiel zu Hause verlor, hatte Anlaufschwierigkeiten.

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Kimmich verpasst Rückspiel

Von den 140 Prozent, die das Team laut Klopp auf den Platz bringen könnte, war zunächst nichts zu sehen. Das gefürchtete Pressing versandete, der FC Bayern kontrollierte das Geschehen, die Reds reagierten oftmals nur. Die erste Möglichkeit hatte dennoch Salah (12.) nach einem Steilpass. Aber die Bayern antworteten sofort: LFC-Keeper Allison Becker wehrte nur mit Glück nach einer Flanke von Serge Gnabry ab (13.). 

Der Plan der Bayern ging bis dahin auf, auch defensiv stand die Kovac-Elf weitgehend stabil, weil die Mannschaft anders als zuletzt geschlossen nach hinten arbeitete. Ein ungeschicktes Foul beging dann jedoch Joshua Kimmich (28.), sah Gelb und fehlt damit gesperrt im Rückspiel in drei Wochen. In der Folge wurde Liverpool etwas stärker, Mane (32.) hatte prompt die Führung auf dem Fuß. Die Bayern erlaubten sich in dieser Phase zu viele Ballverluste, es wurde zeitweise haarig.

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Neuer hält Bayern das Zu-Null fest

Der zweite Durchgang war dem ersten zunächst sehr ähnlich. Beide Mannschaften taten sich schwer, zu ganz klaren Gelegenheit zu kommen.

Nach einer Rettungsaktion von Niklas Süle (54.) hatten die Bayern einmal großes Glück. Gnabry (59.) probierte es vergeblich aus der Distanz, ehe Neuer in der Schlussphase bei einem Kopfball von Mane auf dem Posten war.