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Dortmund - Gegen Atletico Madrid besteht auch Abdou Diallo die Feuertaufe mit Bravour. Der Verteidiger zahlt Dortmunds hohe Kapitalanlage mit starker Leistung zurück.

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Es war Mitte der ersten Halbzeit, Abdou Diallo rutschte mit dem Ball am Fuß aus und ein Raunen ging durch den prall gefüllten Signal Iduna Park. Diallo war der letzte Mann, sein Gegner Diego Costa nicht weit. Was machte Diallo? Er rappelte sich schnell auf, umspielte Costa, umspielte zwei weitere Madrilenen und passte den Ball zielsicher nach vorne.

Es ist ja nicht so, dass Diallo ein Haudegen ist. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund ist 22 Jahre jung. Doch er tritt schon auf wie ein alter Hase. (SERVICE: Champions-League-Spielplan)

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Von einer Reifeprüfung für den jungen, neuen BVB war die Rede vor dem Spiel gegen Atletico. Von einer Feuertaufe. Nach dem glanzvollen 4:0 gilt auch für Diallo: mit Bravour bestanden.

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Selbst von einer frühen Gelben Karte, als ihn Lukasz Piszczek mit einem Fehlpass in Bedrängnis brachte, ließ sich Diallo nicht aus der Ruhe bringen. Der Franzose hatte Costa auch danach stets im Griff. Von SPORT1 bekam Diallo die Note 1,5.

Zweitteuerster BVB-Transfer

Dabei hatten sich die Verantwortlichen des BVB bei der Verpflichtung durchaus ein paar hämische Kommentare anhören müssen. 28 Millionen Euro hatte die Borussia an den 1. FSV Mainz 05 transferiert, damit ist Diallo die zweitteuerste Verpflichtung der BVB-Geschichte. Sehr viel Geld für einen 22-Jährigen.

"Wir mussten eine Grundsatzentscheidung treffen", erklärte Sportdirektor Michael Zorc nach dem Wechsel: "Sind wir bereit, so viel Geld nicht nur in gestandene Profis, sondern auch in einen sehr jungen Spieler zu investieren? Abdou passte genau in unser Anforderungsprofil."

Zorcs Einschätzung scheint sich zu bewahrheiten. Diallo zahlt das Vertrauen und die Kapitalanlage mit starken Leistungen zurück.

Diallo ist Favres Wunschspieler

Für Trainer Lucien Favre, der schon lange in die Transferplanungen mit eingebunden war, stand ohnehin fest: Diallo oder keinen. Favre schätzt ihn nicht nur wegen seiner Zweikampfführung, sondern auch wegen seines umsichtigen und sicheren Spielaufbaus. Dabei hätte sich Diallo beinahe für Olympique Lyon und eine Rückkehr in sein Heimatland entschieden.

Mit 18 absolvierte Diallo die ersten Einsätze als Profi bei AS Monaco. In der Saison 2015/2016 lief er leihweise beim belgischen Erstligisten SV Zulte Waregem auf. In der darauf folgenden Spielzeit feiert Diallo mit Monaco die französische Meisterschaft, kam allerdings nur in fünf Ligaspielen zum Einsatz. Im Anschluss schnappte Mainz zu, ehe Diallo den Weg nach Dortmund fand. Frankreichs U21 führt er als Kapitän an.

Erinnerungen an Hummels und Subotic

In Dortmund lassen Diallo, Nebenmann Dan-Axel Zagadou und der zurzeit verletzte Manuel Akanji Erinnerungen an die erfolgreichen Jahre mit Mats Hummels und Neven Subotic in der Abwehrzentrale aufsteigen. Die damals ebenfalls blutjungen Innenverteidiger hatten maßgeblichen Anteil an der Meisterschaft 2011, dem Double-Sieg 2012 sowie dem Einzug ins Champions-League-Finale 2013.

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Mit der neuen Bubi-Abwehr wirkt der BVB bereits wesentlich gefestigter als im Vorjahr. In der vergangenen Saison kassierte die Borussia 47 Gegentreffer, zehn mehr als Vizemeister Schalke 04 und sogar 19 mehr als Bayern München. In dieser Saison sind die Dortmunder in der Champions League noch ohne Gegentreffer. Auch ein Verdienst von Diallo.

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