München - Pep Guardiola ist in der Champions League gesperrt. Hilflos muss er mit ansehen, wie Manchester City zum Auftakt verliert. Spott kassiert der Trainer auch noch.

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Dieses eine Mal, zumindest für 90 Minuten, hätte sich Pep Guardiola wohl am liebsten gewünscht, er sei Diego Simeone. 

Es gibt ja wahrlich nicht viel, was die beiden vom Typ her eint. Und doch tun sich dieser Tage verblüffende Parallelen auf zwischen diesen Welt-Trainern. 

Beide, Guardiola und Simeone, sind in der Champions League gesperrt. Wegen verbaler Entgleisungen gegenüber Schiedsrichtern. Laster der vergangenen Saison. 

Beim Viertelfinal-Aus gegen Liverpool im April war Guardiola in der Halbzeit erbost auf Referee Antonio Mateu Lahoz zugestürmt und hatte ihn noch auf dem Platz zur Rede gestellt. 

Guardiola gegen Lyon auf der Tribüne

Die Aktion brachte ihm zwei Spiele Sperre ein. Am Mittwochabend wurde er von seinem Ausraster eingeholt. 

Allein, fernab seiner Mannschaft, hockte der Coach auf der Tribüne. Pep Guardiola musste hilflos mit ansehen, wie City einen krassen Fehlstart in die Königsklasse hinlegte. 1:2 gegen Olympique Lyon.

Gesperrter Simeone macht es Guardiola vor

Mit jeder Minute, mit der die Niederlage näher rückte, nahm Guardiolas Miene finsterere Züge an. Irgendwann war der Zeitpunkt gekommen, da hätte ihm wenn überhaupt nur noch der Spirit Simeones geholfen. 

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Simeone, Trainer von Atletico Madrid, kennt das Schicksal seines Kollegen nur zu gut. In der vergangenen Europa-League-Saison hatte der Argentinier einen Unparteiischen mal mit derart unflätigen Beleidigungen traktiert, dass ihn die UEFA gleich für vier Spiele aus dem Verkehr zog. 

Seitdem tigert Simeone auf der Tribüne vor den Logen auf und ab, wenn Atletico spielt. Der einzige Unterschied zu Guardiola: Atletico gewinnt seine Spiele - auch ohne Trainer an der Seitenlinie. 

Beim 2:1-Auftaktsieg in Monaco fehlte Simeone wettbewerbsübergreifend bereits zum dritten Mal. Drei Mal hat seine Mannschaft gewonnen. 

"City fehlt der Einfluss des Super-Trainers"

Eine Statistik, von der Pep Guardiola nur träumen kann.

Gegen Lyon verlor der teuerste Kader der Champions League bereits das vierte Spiel nacheinander in diesem Wettbewerb. Keine sonderlich gute Bilanz für einen Klub, der Ansprüche auf den Titel hegt.

"Es war offensichtlich, welche talismanische Figur Manchester City fehlte", kommentierte die Daily Mail. "Der Mann war in der Tribüne eingesperrt und sah genauso verloren aus wie seine Schützlinge. Diese Niederlage war ein Beweis für den Einfluss des modernen Super-Trainers."

Zu allem Überfluss musste der gesperrte Guardiola auch noch Spott ertragen. 

Toures Berater verspottet Guardiola

Dimitry Seluk, der Berater seines ehemaligen Spielers Yaya Toure, veröffentlichte auf Twitter eine Grafik, die Guardiola piesacken sollte. Im wahrsten Sinne des Wortes. 

Guardiola hatte Yaya Toure in Manchester das zweite Mal aussortiert. Schon zu gemeinsamen Zeiten beim FC Barcelona hatte er den Ivorer für nicht gut genug befunden.

Spätestens seit der Ausbootung im Sommer schlägt dem Trainer vonseiten des Spielers und seiner Entourage eine herzliche Abneigung entgegen. Am Mittwochabend wurde sie mal wieder für alle Welt sichtbar.

Die Einzige, die Mitleid hatte mit Guardiola, war seine Tochter. Die kleine Valentina saß auf dem Schoß ihrer Mutter und weinte bitterlich im Angesicht der Niederlage. Nach dem Abpfiff eilte ihr Vater herbei, um sie zu trösten. 

Zumindest in diesem Moment gab es für Pep Guardiola etwas Wichtigeres als Fußball.