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München - Julian Nagelsmann kommt nicht allein nach München. Aus Leipzig wechselt mit ihm Dayot Upamecano - und außerdem kennt der baldige Bayern-Coach noch zwei FCB-Akteure.

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Einsam wird sich Julian Nagelsmann wohl nicht fühlen, wenn er im Sommer seinen Umzug nach München vollzieht. 

Zunächst einmal erscheint sein Wechsel zum FC Bayern wie eine Rückkehr in die Heimat - obwohl er noch nie an der Säbener Straße tätig war. Immerhin wechselt Nagelsmann, der in Landsberg am Lech - 50 Kilometer Luftlinie von München - geboren wurde, zu seinem Herzensklub. 

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Außerdem nimmt der 33-Jährige mit Videoanalyst Benjamin Glück und Teammanager Timmo Hardung zwei treue Begleiter und gute Freunde mit in die bayerische Landeshauptstadt. 

Und dann ist da ja noch Dayot Upamecano, der ebenfalls von RB Leipzig zum deutschen Rekordmeister wechselt. Ach ja, der Franzose ist nicht der einzige Spieler bei den Bayern, mit dem Nagelsmann bereits zusammengearbeitet hat. 

Da drängt sich die Frage auf: Gibt es einen Startvorteil für seine alten Bekannten? 

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Upamecano sieht keinen Vorteil 

"Das war nicht vorhersehbar, als ich mich im Februar für den Wechsel entschied", hatte Upamecano jüngst über den Wechsel seines derzeitigen und zukünftiges Coaches nach München verraten. Er sei "glücklich" über Nagelsmanns Entscheidung, sagte der 22-Jährige: 

"Es ist schön, weil ich seine Spielphilosophie und seine Art kenne. Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten, er versteht das Spiel und weiß genau, was gefragt ist. Ich habe große Fortschritte unter ihm gemacht, vor allem im taktischen Bereich hat er mir sehr geholfen".

Upamecano hat sich unter Nagelsmann tatsächlich zu einem der vielversprechendsten Innenverteidiger der Welt entwickelt, der längst auch sein Debüt in der französischen Nationalmannschaft feierte. Einem Innenverteidiger, der den Bayern 42,5 Millionen Euro wert ist. 

Julian Nagelsmann (L) und Dayot Upamecano wechseln im Sommer beide nach München
Julian Nagelsmann (L) und Dayot Upamecano wechseln im Sommer beide nach München © Imago

Seinem Schützling hat Nagelsmann in Leipzig immer vertraut - bislang stellte er ihn in 75 Pflichtspielen auf. Ein paar Spiele werden mit Sicherheit noch hinzukommen. Auch menschlich sprach er von dem zurückhaltenden jungen Mann stets in den höchsten Tönen. Daher ist es nur logisch, dass Upamecano ein gutes Standing bei Nagelsmann hat, das ihm helfen könnte, beim großen FC Bayern sofort Fuß zu fassen. 

Er selbst glaubt allerdings nicht an einen Vorteil: "Trotzdem starte ich bei null, wie alle anderen Spieler auch."

Auch Süle ein alter Bekannter von Nagelsmann

Ein direkter Konkurrent von Upamecano ist in München Niklas Süle. Der Verteidiger ist allerdings derzeit alles andere als unumstritten. 

In dieser Saison spielte Süle nicht oft eine Hauptrolle, stand mal auf dem Rasen, saß mal auf der Bank und fällt nun mit einem Muskelfaserriss aus. Auch seine Ernährung und Einstellung machen immer wieder Schlagzeilen. Dieses Themengebiet dürfte Nagelsmann nicht neu sein. 

"Er brauchte was zwischen die Hörner", hatte der ambitionierte Coach während seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim einmal gesagt. Die beiden verbindet eine erfolgreiche Vergangenheit. 

Süle und Nagelsmann trafen bereits in der Jugendabteilung von 1899 aufeinander. Später war Nagelsmann dann eineinhalb Jahre lang der Coach des Verteidigers bei den Profis von Hoffenheim. In 47 Pflichtspielen lief Süle unter Nagelsmann auf, sie feierten zusammen den Klassenerhalt und dann den vierten Rang in der Spielzeit 2016/17. Dann hatte der Weg von Süle zu den Bayern geführt. 

Julian Nagelsmann und Niklas Süle in einer innigen Umarmung zu Hoffenheimer Zeiten
Julian Nagelsmann und Niklas Süle in einer innigen Umarmung zu Hoffenheimer Zeiten © Imago

Dort ist seine Zukunft allerdings nicht sicher. Der Vertrag des 25-Jährigen läuft im Sommer 2022 aus. Bislang kam eine Verlängerung nicht zu Stande. Vielleicht hilft die baldige Ankunft von Nagelsmann, der Süle in guter Erinnerung haben dürfte. (Transfermarkt Die heißesten Gerüchte im Transferticker)

Der Trainerwechsel von Hansi Flick zu Nagelsmann könnte sich für Süle als Glücksfall erweisen. Doch mit Upamecano kommt der zukünftige Abwehrchef und ein ein Rechtsverteidiger soll kommen. Diese Position hatte Süle zuletzt oftmals eingenommen.

Süle könnte durchaus auch für den ersten Krach zwischen den Bayern und Nagelsmann führen. Im Sommer würde ein Abschied zum Gesprächsthema werden, wenn der Vertrag nicht verlängert wird. 

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Gnabry als dritter im Bunde

Auch Serge Gnabry und Nagelsmann verbindet eine gemeinsame Zeit - und zwar ebenfalls bei der TSG Hoffenheim.

Wie hoch die Meinung des Bayern-Stars bezüglich seines ehemaligen und zukünftigen Trainers ist, das wurde in den letzten Jahren immer wieder überdeutlich. 

"Er ist nie zufrieden, versucht immer, seine Spieler positiv zu pushen. Er ist ein Fanatiker, das färbt auf seine Spieler ab. Ich glaube, dass sie in den kommenden Jahren zu einer Großmacht heranreifen werden", sagte Gnabry nach Nagelsmanns Amtsantritt in Leipzig bei DAZN und Spox. Ganz Unrecht behielt er nicht. 

Nagelsmann hatte Gnabry bei der TSG drei Positionen spielen lassen: Auf der offensiven Außenverteidigerposition, auf der Halbraumstürmerposition oder auch ganz vorne. Durch diese Maßnahme entwickelte sich der Offensivstar zu dem Spieler, der er heute ist. 

In den 26 Pflichtspielen, die Gnabry unter Nagelsmann absolvierte, war zwar dessen Talent zu erkennen, doch auch noch einige Schwächen. 

"Manchmal braucht er einen Tritt in den Hintern", sagte Nagelsmann damals. Und diesen gab er Gnabry aus der Coachingzone beinahe tatsächlich das ein oder andere Mal. Parallelen zu Süle sind also zu erkennen. 

Julian Nagelsmann (R) mit Anweisungen an Serge Gnabry
Julian Nagelsmann (R) mit Anweisungen an Serge Gnabry © Imago

Die Dankbarkeit von Süle und Gnabry gegenüber Nagelsmann dürfte nicht gering ausfallen. Andersherum machte der Coach die beiden Spieler zu Akteuren, die bereit für den FC Bayern waren. Nun kann er von seiner eigenen Arbeit profitieren. 

Ein kleiner Startvorteil für seine drei Schützlinge könnte dabei durchaus gegeben sein. Nagelsmann ist jedoch bekannt dafür, kompromisslos nach Leistung aufzustellen. Vielleicht starten Upamecano, Süle und Gnabry zwar nicht bei Null, einen großen Vorteil dürften sie gegenüber der starken Konkurrenz aber nicht haben.