Manuel Neuer trifft am Dienstagabend mit dem FC Bayern in der Champions League auf PSG
Manuel Neuer trifft am Dienstagabend mit dem FC Bayern in der Champions League auf PSG © Imago
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München - Nationaltorhüter Manuel Neuer engagiert sich für neue Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche von der Konsole weg und wieder auf die Sportplätze zu bringen.

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Die anhaltende Corona-Pandemie einfach nur über sich ergehen zu lassen, ist nicht Manuel Neuers Ding. Der Nationaltorhüter packt an, um die Situation gerade Jugendlicher in diesen Tagen zu verbessern. 

"Neben den Alten sind es insbesondere die Kinder und Jugendlichen, die unter der Pandemie leiden und denen unsere besondere Aufmerksamkeit gelten muss", sagt Manuel Neuer bei SPORT1.

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Das gilt vor allem für den Sport. Außerhalb des Profi-Bereichs ist regelmäßiges Training in kaum einer Sportart möglich. Darunter leiden Kinder und Jugendliche im Besonderen. Diese Entwicklung hat den Kapitän des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft dazu angetrieben, ein ganz besonderes Projekt ins Leben zu rufen.

Neuer will Kinder zurück auf die Sportplätze bringen

Neuer will Kindern und Jugendlichen "die Rückkehr auf die Sportplätze und in die Sporthallen" ermöglichen. "Der Sport läuft Gefahr, eine ganze Generation von Kids komplett an die Konsolen zu verlieren. Die Folgen für unser Gesundheitssystem werden gravierend sein, wenn wir den Kids nicht bald wieder erlauben, sich in ihren Sportarten zu bewegen", glaubt der 35-Jährige. 

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Um sein ambitioniertes Ziel zu erreichen, will er mit einer sauerstoffdurchlässigen FFP2-Maske ein vorhandenes Qualitätsprodukt so umbauen, dass es kindgerecht ist.

Diese Idee ist bei einem Gespräch mit dem Sicherheitschef der Nationalmannschaft, Björn Borgmann, am Rande eines Länderspiels im vergangenen Jahr entstanden. Borgmann ist Geschäftsführer von Medical Shield - das Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Ahaus handelt unter anderem mit FFP2-Masken.

Wichtig ist Neuer bei seinem Projekt, dass die Produkte zu sozialverträglichen Preisen angeboten werden. Die FFP2-Maske, die auch der Nationaltorwart selbst trägt, kostet im Handel deutlich unter einem Euro.

Neuer will als Vorbild vorangehen

"In dieser Pandemiezeit müssen wir als Vorbilder vorangehen. Doch es ist nicht damit getan, gute Ratschläge zu geben. Mir war wichtig, etwas Sinnvolles zu entwickeln und anzubieten", erklärt der Torwart seine Motivation.  

"Kinder haben einen viel kleineren Kopf und eine ganz andere Lungenkapazität. Eine normale Maske kann da also überhaupt nicht die Sicherheitsstandards halten", stellt Neuer bei SPORT1 klar: "Unser Kids-Produkt ist natürlich nicht für den Sportplatz gedacht. Aber für den Weg zum Sportplatz und vor allem den Präsenzunterricht in der Schule."

Mittels QR-Code können sich Sportler wie Manuel Neuer am Sportplatz registrieren. Kontakte bleiben so auf dem Vereinsgelände nachverfolgbar ©

Für die Produktion gibt es bereits genaue Pläne, wie Neuer verrät: 

"Wir haben Testergebnisse von mehreren unabhängigen Stellen, die belegen, dass die Kinder mit den handelsüblichen Masken schnell müde und unkonzentriert werden. Die Sauerstoffzufuhr fehlt. Daran haben wir gearbeitet und Lösungen gefunden. Wir verwenden Hightech-Materialien auf höchstem Qualitätsstandard und produzieren in Polen. Wir garantieren Herstellung in und Materialien aus Europa."

Neuer findet starken Partner

Um Sportler und Sportplatzbesucher registrieren und nachverfolgen zu können, ist Neuer für sein Projekt eine starke Partnerschaft mit AlertGermany eingegangen. Das Unternehmen hat ein einzigartiges System entwickelt, das ohne App - einzig mit QR-Code und der Fotofunktion des Smartphones - Besucherströme DSGVO-konform festhält.

Außerdem bietet es den Gesundheitsämtern in einer bislang nicht möglichen Schnelligkeit die Chance, in die Nachverfolgung im Falle eines positiven Covid-19-Falles einzusteigen. Auch Nutzer ohne Smartphone können sich schnell durch eine SMS registrieren.

Mittels QR-Code können sich Sportler wie Manuel Neuer am Sportplatz registrieren. Kontakte bleiben so auf dem Vereinsgelände nachverfolgbar
Mittels QR-Code können sich Sportler wie Manuel Neuer am Sportplatz registrieren. Kontakte bleiben so auf dem Vereinsgelände nachverfolgbar © Privat

"Die Nachverfolgung ist eminent wichtig. Und sie ist so leicht umzusetzen", erklärt Neuer. "Jeder Verein kann kostenfrei an AlertGermany angeschlossen werden. Damit helfen wir dann der Politik, den so wesentlichen Öffnungsschritt raus aus der Pandemie leichter gehen zu können."

Damit nicht genug: "Wir brauchten Schnelltests und ein wirklich nützliches Registrierungssystem", stellt der fünfmalige Welttorhüter klar. Auch dabei helfen Neuers gute Kontakte: Die Schnell- und Selbsttests des Heidelberger Unternehmens Mexacare, mit allen wesentlichen Zertifikaten versehen, gehören zum Unternehmens-Verbund von Medical Shield.  

Neuer unterstützt Kinder schon viele Jahre 

Neuer sorgt sich schon seit Beginn seiner Karriere um das Wohl von Kindern und Jugendlichen und hat sich über seine gesamte Laufbahn einen Blick über den grünen Rasen hinaus erhalten. 

Im Jahr 2021 gründete er die Manuel Neuer Kids Foundation, die sich zum Ziel gesetzt hat, sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen Hilfe und Unterstützung zu bieten. Das gilt vor allem für die Region des Ruhrgebiets rund um Neuers Geburtsstadt Gelsenkirchen. 

Die Stiftung wird der Weltmeister von 2014 nun auch nutzen, um sein neues Projekt anzutreiben. Mit Unterstützung des Landessportbundes NRW wird er nun im ersten Schritt über seine Kids Foundation alle Sportvereine in seinem Heimat-Bundesland anschreiben, ihnen seine Ideen vorstellen und die Möglichkeiten anbieten. Alles läuft unter dem Motto: "registrieren - testen - schützen".

Ein starkes Signal in schwierigen Zeiten.