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München - Der FC Bayern wird Hansi Flick unter bestimmten Voraussetzungen am Saisonende ziehen lassen. Doch was passiert mit seinem Gefolge?

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Hansi Flick will gehen und er darf es auch.

Sofern der FC Bayern nicht leer ausgeht, denn Wunschkandidat Julian Nagelsmann soll den Leipzigern im Falle des vorzeitigen Abschieds mindestens 15 Millionen Euro einbringen.

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Nicht minder spannend als die Frage nach dem Flick-Nachfolger ist, wer dem Erfolgs-Trainer folgen könnte weg von den Bayern. Flick hat zu seinem Trainer- und Expertenteam eine ganz enge Bindung, involvierte sie stets in wichtige Entscheidungsprozesse und lobte seinen Staff, wie es Flick so oft sagt, öffentlich.

Wer folgt Flick?

Miroslav Klose (42/Co-Trainer):

Die Stürmer-Legende wird in diesem Jahr seine Fußballlehrer-Lizenz abschließen, sein Vertrag beim FC Bayern läuft am Saisonende aus. Gespräche über eine Vertragsverlängerung haben noch nicht stattgefunden.

Wie Flick gehen ihm interne Machtspielchen und Eitelkeiten gegen den Strich - und noch mehr. Der Bild sagte der Weltmeister von 2014: "Was mich wirklich nachdenklich macht, ist wie hier gerade miteinander kommuniziert wird."

Klose stellt sich damit klar auf die Seite von Flick und schießt gegen Salihamidzic. Mit dem Sportvorstand knallte es bereits in der Vergangenheit am Bayern-Campus (SPORT1 berichtete exklusiv). Gut möglich, dass er Flick folgt oder sein eigenes Ding macht. Klose möchte eines Tages Cheftrainer werden.

Danny Röhl (31/Co-Trainer):

Ex-Trainer Kovac brachte Röhl ins Spiel, der zuvor beim FC Southampton gearbeitet hatte. Der gebürtige Zwickauer gilt als großes Trainertalent und hat einen Vertrag bis 2023.

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Zunächst war er beim FC Bayern Videoanalyst. Flick förderte Röhl, vertraute ihm unter anderem Teile der Trainingssteuerung an. Am Spieltag sitzt er mit Klose auf der Tribüne und analysiert das Bayern-Spiel von oben. In den Halbzeiten flitzen beide in die Kabine und beratschlagen Flick.

Nach SPORT1-Informationen will Röhls Management nach dem Auswärtsspiel bei Mainz 05 Gespräche mit Salihamidzic suchen. Mit Flick möchte er gerne weiterarbeiten, auch der DFB wäre für Röhl attraktiv.

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Flick sagte einmal: "Er ist für mich ein sehr wichtiger Mann an meiner Seite. Was die Spielphilosophie angeht, haben wir die gleiche Idee. Das ist wichtig."

Vom Sportvorstand möchte Röhl aufgezeigt bekommen, welche Perspektive er in München hat und dann abwägen, ob eine Zusammenarbeit auch mit Flicks Nachfolger möglich wäre. Auch Röhls Ziel ist klar: Er will irgendwann Cheftrainer werden. Dafür muss er aber erst noch seine Fußballlehrer-Lizenz machen.

Hermann Gerland (66/Co-Trainer):

Die Co-Trainer-Legende hat beim FC Bayern alles erlebt, was es zu erleben gibt. Flick holte ihn bei seiner Amtsübernahme wieder in den Trainerstab, sein Vertrag gilt bis 2022. Zuvor war er Leiter der Nachwuchsabteilung (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

Dass der "Tiger" Flick folgt, ist unwahrscheinlich. Er bleibt beim FC Bayern und freut sich auf die Fußball-Rente.

Toni Tapalovic (40/Co-Trainer):

Unter Flick avancierte der Kroate vom Torwart-Trainer zum einflussreichen Co-Trainer. Vor den Einwechslungen gibt er den Spielern letzte Instruktionen. Manuel Neuer formte er zur Weltklasse, trainierte mit ihm in dessen Garten seiner Villa am Starnberger See im ersten Lockdown 2020 und fuhr mit ihm im vergangenen Sommer sogar in den Urlaub nach Kroatien.

Den Bayern empfahl er aber auch den Transfer von Alexander Nübel. Tapalovic hat eine enge Bindung zu Flick, ist aber vor allem seinen Torhütern gegenüber loyal. Seit 2011 ist er im Verein, sein Vertrag besitzt auch noch Gültigkeit. Unwahrscheinlich, dass er die Bayern verlässt.

Prof. Dr. Holger Broich (46/Konditionstrainer):

2014 wechselte Bayerns Fitnesschef von Leverkusen nach München. Vor allem 2020 wurde er von Flick oft gelobt, weil er die Bayern-Stars im Lockdown topfit hielt. Die Bayern holten auch deshalb die Champions League, weil sie im Endrunden-Turnier in Lissabon am frischesten von allen Teams gewirkt haben.

Broich ist bei den Spielern beliebt. Auch er soll noch einen Vertrag bis 2023 haben. Wahrscheinlich ist, dass er den Münchnern erhalten bleibt.