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Mainz - Der FC Bayern München verpasst den vorzeitigen Gewinn der deutschen Meisterschaft. Der Grund: ein ganz starker FSV Mainz 05!

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Eigentlich war alles für den Gewinn der neunten Meisterschaft in Serie angerichtet.

Die letzte Niederlage des FC Bayern beim FSV Mainz 05 lag rund zehn Jahre zurück, zudem waren alle Leisutngsträger an Bord. Doch nach 90 Minuten attestierte Trainer Hansi Flick: "Ich muss Mainz ein Riesenkompliment machen. Sie waren sehr aggressiv, kompakt und haben ihr Tor herausragend verteidigt." (Bundesliga: Ergebnisse und Spielplan)

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Wie vermasselte der Karnevalsverein dem FCB die Meisterfeier? SPORT1 nennt die Gründe für die 1:2-Niederlage der Münchner. (Der Spielverlauf zum Nachlesen im TICKER)

Der CHECK24 Doppelpass mit Roman Weidenfeller und Peter Neururer am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

1. Neuer patzt wieder

Bereits nach drei Minuten lag der Ball im Netz des FC Bayern. Jonathan Burkardt hatte aus der Drehung abgeschlossen und Manuel Neuer eiskalt erwischt. Der Schlussmann der Münchner schaufelte sich den Ball mehr oder weniger selbst über die Linie.

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Ein klares Schuldeingeständnis von Neuer gab es zwar nicht, doch der oftmals so starke Keeper patzte somit innerhalb kürzester Zeit erneut.

Bereits im Champions-League-Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain sah der Weltmeister beim Treffer von Kylian Mbappé - ebenfalls in Minute drei - äußerst schlecht aus. Zwar rettete Neuer gegen Mainz anschließend in einigen Szenen stark, doch die 05er hatten die Dose für diese Partie geöffnet. Und Bayern fand zu keinem Zeitpunkt richtig ins Spiel.

2. Mainz mit Mentalität und gutem Plan

Bo Svensson wollte den Sieg auf SPORT1-Nachfrage nicht auf das Thema Mentalität reduzieren lassen: "Wir hatten taktisch einen guten Plan und haben auch fußballerisch überzeugt." Dennoch gab der Coach auch zu: "Mentalität, Charakter und Einstellung sind die Basis für alles!"

Und genau diese Tugenden brachte Mainz im Gegensatz zu den Münchnern auf den Platz. Zwischenzeitlich gewannen die 05er über 60 Prozent ihrer Zweikämpfe. Die Gastgeber erkämpften und erspielten sich einige Großchancen, trafen zudem noch zweimal das Aluminium.

Im zweiten Durchgang blieb Mainz auch ohne Ballbesitz in der Partie, dem FC Bayern fiel wenig ein. Ein Blick auf die Daten verrät, wie verdient der Sieg war: Mit starker Laufleistung (121,29 Kilometer gegen 114,09 Kilometer) und viel Biss in den direkten Duellen (52 Prozent) wurde der FC Bayern empfindlich genervt.

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

3. Svensson gewinnt Trainer-Duell

Als der Abpfiff ertönte und der 2:1-Sieg unter Dach und Fach war, ballte Svensson die Fäuste und schrie seinen Jubel raus.

Es waren die Punkte 26 bis 28 im 16. Bundesligaspiel - und sie waren hochverdient. Der Däne coachte hochintensiv mit, motivierte immer wieder seine Elf. Auffällig: Bei einer Verletzungspause holte Svensson sein Team zusammen, gab Kommandos, war von der ersten bis zur letzten Minute voll mit dabei. Die Mannschaft folgte ihrem Chef, der auch vereinzelt mit seinen Profis sprach und sie aufmunterte und anfeuerte. (Bundesliga: Die Tabelle)

Flick erhob sich erstmals nach dem frühen Gegentor, blieb ansonsten aber deutlich ruhiger als sein Kollege und verließ seinen Platz seltener.

Teilweise wirkte der Coach resigniert, ruderte mit den Armen, zeigte sich bei einzelnen Entscheidungen des Schiedsrichters äußerst unzufrieden. Es schien, als sei das Team auf und neben dem Platz nicht auf das vorbereitet gewesen, was in Mainz blühen könnte.

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4. Bayern-Leistungsträger finden nicht zu Normalform

Leon Goretzka, normalerweise Strippenzieher im Mittelfeld, konnte dem Spiel keinen Stempel aufdrücken. Der Nationalspieler hatte - ganz im Gegenteil - sogar Glück, dass er bei einem harten Tackling nicht Gelb-Rot sah. Flick nahm ihn zur Pause berechtigterweise raus.

Joshua Kimmich war wie gewohnt fleißig und versuchte, die Angriffe zu ordnen. Gelungen ist es dem 26-Jährigen diesmal allerdings nicht. 84 Prozent Passquote sind weit unter seinem Normalmaß, zwölf Fehlpässe bei diesem Weltklassespieler absolut unüblich.

Und Thomas Müller? Der beschwerte sich an diesem Nachmittag häufiger über den Schiedsrichter, als dass er in der gefährlichen Zone auftauchte. Sein einziger Torabschluss war harmlos, die typischen Tiefenläufe waren in Mainz nicht zu sehen.

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Der SPORT1-Bayern-Podcast mit Jana Wosnitza und SPORT1 Chefreporter Florian Plettenberg
Der SPORT1 Podcast "Meine Bayern-Woche" mit Jana Wosnitza und SPORT1 Chefreporter Florian Plettenberg © SPORT1-Grafik: Imago/SPORT1

Es war ein gebrauchter Tag, den der FC Bayern in Mainz erlebte. Während die 05er einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt feierten, müssen sich die Münchner noch etwas gedulden mit der Meisterfeier.

Möglicherweise können die Sektkorken am Sonntagnachmittag bei einer Leipziger Niederlage gegen Stuttgart knallen. (Bundesliga: RB Leipzig - VfB Stuttgart, Sonntag 15.30 Uhr im LIVETICKER)

Die Mainzer jedenfalls haben die Meistersause des FC Bayern zumindest ein wenig verschoben.