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München - Hansi Flick ist noch da, aber Julian Nagelsmann wird schon beim FC Bayern gehandelt. Beide Trainer haben Vertrag bis 2023, aber nur einer darf gehen, wenn die Ablöse stimmt.

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Bleibt Hansi Flick beim FC Bayern oder wird er Bundestrainer?

Käme Julian Nagelsmann, wenn Flick wirklich gehen sollte?

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Es sind die beiden brennendsten Fragen in der Bundesliga. Antworten gibt es darauf bislang keine, dafür jede Menge Wenn-Dann-Szenarien. (ANALYSE: Provoziert Flick seinen Abgang?)

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Will Flick weg, hat der FC Bayern ein Problem

Fakt ist: Wenn Flick die Bayern in den nächsten Tagen wirklich um Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrags (ohne Ausstiegsklausel) bitten sollte, dann haben die Münchner ein Problem.

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Denn der Erfolgstrainer, zugleich der "wichtigste Angestellte im Verein" (Zitat von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge), würde nicht mehr bleiben wollen und die Bayern müssten in kurzer Zeit einen neuen Cheftrainer finden, wenn sie nicht mit aller Macht auf dessen Vertrag pochen.

Da die Bayern mit dem Beben auf der Trainerbank bis zum überraschend verkündeten Rücktritt von Joachim Löw nicht gerechnet haben, sind die Nachfolger-Pläne für Flick bislang wenig ausgereift. Ein Name steht aber seit langem auf der Liste: Julian Nagelsmann.

Hatte Bayern schon Kontakt zu Nagelsmann?

Zum Leipzig-Trainer sollen die Bayern bereits Kontakt aufgenommen haben - oder zu seinem Management. So sagen es die in München seit längerer Zeit kursierenden, aber nicht zu verifizierenden Gerüchte, die Sky-Experte Lothar Matthäus am Dienstag zur Tatsache erklärt hat.

Das wiederum rief Nagelsmann auf den Plan, der am Donnerstag auf einer Pressekonferenz klarstellte: "Es gab und gibt keine Gespräche. Das gilt auch für meine Berater, denn die sind nicht autark unterwegs und machen Dinge, die ich vorgebe. Dementsprechend gab es da auch keine Gespräche."

Die Wahrheit wird bekanntlich irgendwo in der Mitte liegen, denn klar ist auch, dass die Nagelsmann-Berater Volker Struth und Sascha Breese von der Agentur "Sports 360" mit den Bayern regelmäßig in Kontakt sind.

Nagelsmann-Berater wickeln Upamecano-Transfer ab

Zuletzt wickelten sie, unter anderem mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic, den 42,5-Millionen-Transfer von Leipzig Dayot Upamecano nach München ab.

Bei Gesprächen an der Säbener Straße ging es auch um die Klienten Niklas Süle (Vertrag bis 2022) und Adrian Fein (an PSV Eindhoven ausgeliehen). Neuerdings steht bei ihnen auch Heerenveen-Leihgabe Oliver Batista Meier unter Vertrag.

Ob in den Gesprächen auch der Name Nagelsmann fiel? Ebenso wahrscheinlich wie das Fallen des Wortes "Bundestrainer" in einem der zahlreichen Telefonate zwischen Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff und seinem Freund Flick.

Zugeben wird es niemand, wenngleich Flick das Wort "DFB" nach dem Viertelfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain am Dienstabend erstmals in den vergangenen Wochen im Rahmen einer Antwort zu seiner Zukunft aussprach. (BERICHT: Emotionale Rede von Flick)

RB Leipzig sitzt am längeren Hebel

Die Leipzig-Verantwortlichen um Vorstandsboss Oliver Mintzlaff und Sportdirektor Markus Krösche haben in den vergangenen Wochen nach SPORT1-Informationen jedenfalls keine Anfrage und schon gar kein Angebot für Nagelsmann von den Bayern erhalten.

Von Mintzlaff weiß man, dass er die Situation um seinen Trainer tiefenentspannt verfolgt. Es ist offensichtlich: RB sitzt am längeren Hebel als der FC Bayern, denn die Leipziger würden die Wechsel-Konditionen bestimmen.

Aber: In Leipzig sind die Sinne für einen möglichen Nagelsmann-Wechsel nach München spätestens seit dem 9. März mehr als nur geschärft. Der Tag, an dem der DFB in einer Pressemitteilung den Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw nach der EM bekanntgegeben hat. Seitdem ist Flick der Topkandidat auf die Löw-Nachfolge und Nagelsmann der Topkandidat auf den Flick-Posten.

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Nagelsmann wollte schon einmal zu Bayern

An Brisanz kam zuletzt hinzu, dass der frühere Bayern-Direktor Michael Reschke im SPORT1 Podcast "Meine Bayern-Woche" verraten hat, dass Nagelsmann, damals Junioren-Trainer in Hoffenheim, bereits Mitte 2015 mit ihm und dem damaligen Präsidenten Uli Hoeneß in dessen Büro über eine Anstellung als U19-Trainer in München verhandelt hat: "Er wäre gerne gewechselt, es hat ihn damals komplett gereizt als jemand, der Bayern-Fan ist und eine enge Bindung zu dem Klub hat." (BERICHT: Nagelsmann verhandelte mit Bayern)

Der Wechsel scheiterte am Veto von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Reschke sagte aber: "Uli hat seinen Weg total intensiv verfolgt. Er war auch sehr angetan vom Gespräch. Er hat für Julians Weg einen großen Respekt."

RB will das Trainerjuwel nach dieser Saison nicht abgeben und mit aller Macht um ihn kämpfen. Würde nun Flick jedoch den Stein ins Rollen bringen und die Bayern tatsächlich wegen Nagelsmann anfragen, müssten die Münchner eine astronomische Rekordsumme auf den Tisch legen.

Zahlt Bayern 15 bis 20 Mio. für Nagelsmann?

Denn die Leipziger denken nach SPORT1-Informationen erst ab einer Summe von bis 15 bis 20 Millionen Euro daran, Nagelsmann überhaupt abzugeben.

Zum Vergleich: Borussia Mönchengladbach überweist für Adi Hütter 7,5 Millionen Euro an Frankfurt, Borussia Dortmund wiederum fünf Millionen Euro für Marco Rose nach Gladbach. Vom DFB ist im Falle eines Flick-Wechsels keine Ablöse zu erwarten.

Leipzigs Vorteil: Ein Nagelsmann-Abgang soll zwar verhindert werden, man wäre aber darauf vorbereitet. Ersatzkandidaten sind nach SPORT1-Informationen bereits in Sicht.

Doch erst mal muss Flick verkünden, was er will. Ein zeitnahes Gespräch zwischen ihm und den Bayern-Bossen ist in den kommenden Tagen nicht geplant.